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Mein Großvater hat es mir um 1970 herum beigebracht, im Frühjahr oder Frühsommer. Das war eine der Sachen, die unsere Großeltern noch wußten und beherrschten.
Von einer Weide, einer Vogelbeere, Linde oder ähnlichem Baum mit glatter Rinde läßt man sich einen Ast geben – ein Stück frischen Ast. Etwa fingerdick und so lang wie eine Hand. Auf diesem Stück muß die Rinde makellos sein, ohne weitere Zweige oder Verletzungen.
Nun beginnt man mit dem Messerheft die Rinde am langen Stück gleichmäßig und ringsum zu klopfen. Vorsichtig und gleichmäßig fest, rundherum und auf der ganzen Länge. Die Rinde darf dabei nicht reißen.
Wird das richtig gemacht, löst sich nach etwa 10 bis 15 min die Rinde vom Holz. Der Ast kann aus der Rinde herausgezogen werden.
Das Holz wird herausgezogen. Die letzten zwei bis drei Zentimeter werden vom Rest sehr gerade abgeschnitten. Am kurzen Teil schneidet man längs einen Span von etwa ein bis anderthalb Millimeter Dicke ab.
Die beiden Stücke werden wieder in die Rinde geschoben. Das längere Stück zieht man dann wieder etwas heraus, so einen oder anderthalb Zentimeter.
Das Ende des abgeflachten Stücks wird von der flachen Seite zur Unterseite hin mitsamt der Rinde schräg abgeschnitten. Zwischen den beiden Holzstücken ist jetzt ein Hohlraum.
Mit einem senkrechten und einem schrägen Einschnitt (etwa 45°, sehr scharfes Messer nötig) wird über dem Hohlraum eine Öffnung geschaffen. Sie soll etwa ein Viertel des Gesamtdurchmessers tief sein.
Der Verfasser des Blogs schleicht auf der Pfeife blasend davon und dankt fürs Lesen.
005 / 365 – One post a day



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Cool.
Ich habe lange Jahre meiner Jugend direkt am Waldrand gewohnt, aber sowas hat mir leider keiner gezeigt.
Gruß,
Jacky