Unglücksbote. Oder?

Ich schlich heute so durchs Netz und sah mir das eine oder andere Geschichtchen zur Weihnacht an.

Dabei bin ich über eine Merkwürdigkeit gestolpert.

Im Mittelalter galten Kometen (Schweifsterne) als Boten des Unglücks. Sie kündigten Kriege, Seuchen und Mißernten an. Die Menschen (insbesondere die einfachen Leute) fürchteten sich vor ihnen.

Beim Lesen von Weihnachtsgeschichten und beim Ansehen der zugehörigen Bilder fällt oft die Darstellung des “Sterns von Bethlehem” als übergoßer, besonders heller Stern am Firmament über der Krippe auf. Vierstrahlig, fast sonnengroß. Goldglänzend, blickfangend.

Und irgendwann erschien auf den Darstellungen der Weihnachtsgeschichte an Stelle des Sterns von Bethlehem ein Komet. Nicht mehr das strahlende, vielzackige Abbild, sondern ein Schweifstern. Eines der Symbole für das schiere Unglück und den Verlust der Gnade Gottes.

Ausgerechnet auf religiösen Bildern. Warum? Seit wann genau? Zumindest darüber gibt Wikipedia Auskunft: “Seit Beginn des 14. Jahrhunderts stellen Künstler den Stern von Betlehem als Kometen dar: so als einer der ersten Giotto di Bondone aus Florenz …”

Trotzdem wundere ich mich, daß die Menschen ein Unglückszeichen zu einem Symbol für Gutes umdeuteten oder die Umdeutung nicht ablehnten … Wieso konnten die Menschen das akzeptieren? Wer versteht das? Ich nicht – ihr etwa?

Danke fürs Lesen.

© 2010 – Der Emil

Über Der Emil

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0 Kommentare zu Unglücksbote. Oder?

  1. twixraider sagt:

    Immer noch mit Weihnachten beschäftigt? Ich glaube mich finster zu erinnern, dass Kometen nicht in allen Kulturkreisen als schlechtes Omen gehandelt wurde. so wie die Farbe Weiss bei uns Reinheit bedeutet und in Asien Trauer. Vielleicht handelte es sich damals um einen Kulturimport, den Giotto di Bondone als einer der ersten angewendet hat, das kommt in den besten Familien vor:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Stilelemente_von_Manga_und_Anime

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