Manchmal träume ich und kann die Träume aufschreiben. Dies ist einer dieser Träume. Woher er kam, weiß ich nicht – aber es kann sein, daß ich etwas ähnliches irgendwo las oder sah oder hörte …
Im Advent stehe ich in einem dunklen Zimmer, das nur von vier Kerzen auf einem Tisch erleuchtet ist. Aber das Licht gefällt mir wie vielen anderen Kindern auch, und ich habe keine Angst.
Plötzlich flackerte eine Kerze. Gebannt schaute ich sie an, während sie zu mir sprach: «Ich heiße Mut. Aber alle Menschen haben ihren Mut verloren. Ich will nicht mehr brennen.» Und die Kerze ging aus.
Kurze Zeit drauf sprach die zweite Kerze flackernd zu mir: «Ich bin Frieden. Aber es gibt keinen Frieden mehr auf der Welt. Ich will nicht mehr brennen.» Auch sie erlosch.
Ich begann zu weinen, als auch die dritte Kerze klagte: «Mein Name ist Glaube. Aber die Menschen haben ihren Glauben verloren. Auch ich mag nicht mehr leuchten.» Und flackernd ging auch die dritte Kerze aus.
Nun stand ich ängstlich weinend neben dem Tisch, auf dem nur noch eine Kerze brannte. Es war sehr dunkel geworden im Zimmer und ich fürchtete mich. «Wieso seid ihr ausgegangen? Kerzen müssen doch leuchten?»
Die vierte Kerze sprach dann: «Kind, weine nicht. Ich bin Hoffnung, und an mir kannst Du meine Schwestern wieder anzünden.» Dabei haben mir meine Eltern doch verboten, mit Licht und Feuer zu spielen? «Nein, Kind, zünde meine Schwestern wieder an. Hab keine Angst.»
Kaum konnte ich auf dem Tisch die Kerzen erreichen, und ich mußte mich auf die Zehenspitzen stellen. Aber ich schaffte es, die drei ausgegangenen Kerzen wieder zum Leuchten zu bringen.
Und als dann die Tür geöffnet wurde – da wachte ich auf.
Danke fürs Lesen – und habt eine besinnliche Zeit.


Emil, ich muss dir gestehen, du hast wunderschöne Träume! Das ist wirklich traurig und schön zu gleich geschrieben! Ich wünsche dir auch eine frohe, besinnliche Weihnachtszeit mit Hoffnung, Frieden und viel Mut!
Liebe Grüße Sun
Das ist einfach ein hammermäßiger Text der bei mir voll ins Schwarze trifft! Ein Text den noch ganz ganz viele andere Menschen lesen sollten!!!!!
Ein toller Traum.
Träum weiter, Emil.
Pingback: Das neunte Türchen (2016): Ich wiederhole mich. | Gedacht | Geschrieben | Erlebt | Gesehen