029.2026: Aus 5 mach 2

Über all die Jahre habe ich mir selbst eine Falle gestellt.

 

Ich habe grad mal nachgezählt: Ich besitze zur Zeit 15 (in Worten: fünfzehn) per USB an den Rechner anschließbare Festplatten (und dazu weitere sechs, die ich mit einem Adapter nutzen kann). Mittlerweile sind von den 15 vier wieder leer. Vier externe Festplatten sind im täglichen Einsatz als Speicher für unterschiedliche Datentypen (Audio, Video, Foto, Datensicherungen der internen Platte). Auf den restliche sieben USB-Platten befinden sich Kopien von Kopien „wichtiger” archivierter Daten – und auch die vier wieder leeren HDDs waren voll damit. Damals, als die externen Spei­cher­geräte erschwinglich wurden, habe ich mein Datenarchiv von gebrannten CDs und DVDs darauf übertragen. Das war, wie sich nur wenig später zeigte, eine gute Idee: Die meisten Notebooks (auch die klassischen PCs) haben kein optisches Laufwerk mehr.

Seit dem 7. Januar dieses Jahres betreibe ich nun schon Datenträgerarchäologie. Bei mir heißt das: Ich überprüfe, wieviele Versionen/Sicherungen einer Datei ich habe, und dann wird alles, was noch brauchbar ist, auf zwei Sicherungen reduziert. Ja, das ist das Ziel: Alles Aufhebenswerte wird doppelt gespeichert, denn meine Angst vor Datenverlust ist groß. Beim Durchsehen der Dateien entdecke ich aber auch vieles, das des Aufhebens nicht mehr wert ist. Die von mir erstellten Schulungsunterlagen für bash in AIX oder SCO Unix System V/386 werde ich sicher nie wieder benötigen, ebensowenig wie die zu Novell Netware oder MS Access. Die für SQL aber vielleicht schon, oder? Was mache ich mit den zum Teil noch vor 1989 erstellten Quelltexten in TurboPascal, COBOL und Forth? Okay, die habe ich jetzt in ein Zip-Archiv gepackt, die heb ich mir mal noch auf. Die meisten der im Netz gesammelten Pornobilder sind dagegen gelöscht; aber sicher habe ich eine erkleckliche Anzahl davon bis jetzt übersehen. Heruntergeladene Dokumente oder in PDF gedruckte Artikel muß ich mir wirklich einzeln ansehen – das wird nochmal dauern, bis ich da durchgeputzt habe …

Irgendwann werde ich damit fertig, hoffe ich. Und vielleicht schaffe ich es, noch drei weitere Festplatten leerzumachen, dann habe ich zweimal zwei Festplatten mit den für mich wichtigsten Daten hier.

Für den Fall, daß ich für gute Freunde einmal wieder Daten zu retten versuche (da könnten in nächster Zeit zwei Möglichkeiten kommen): Ich mache das immer mit einer Kopie des zu bearbeitenden Datenträgers (unter Linux gibt es dafür den praktischen Befehl dd), die auf eine meiner leeren Platten geschrieben wurde; ge­spei­chert werden die wiedergefundenen Daten dann auf einer weiteren Festplatte. Also sollte ich immer zwei leere HDD haben. Am Ende gebe ich die Original-Datenträger und die Daten zurück, hier bei mir bleibt nicht ein einziges Byte davon gespeichert. Auch die Bilder von Texten, die ich tran­skri­biere (also aus alter Deut­scher Handschrift übertrage und zu PDFs mache), und die Ergebnisse werden nach Erledigung schnell gelöscht. Von diesen Daten (geret­tete und transkribierte) habe ich nicht eine einzige Datei gefunden bisher. (Und ich hoffe, das bleibt so; falls nicht, verschwinden die Dateien dann im Nirwana.)

Meine Datenträgerarchäologie ist vielleicht doch nicht so archäologisch. Denn ich suche nicht nach dem, was ich aufheben will, sondern nach dem, was ich endlich loswerden will und kann. Und so mache ich aus fünf Kopien zwei.

 

Heute weggegeben bzw. entsorgt:
Daten habe ich gelöscht, viele mittlerweile überflüssige Daten.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Zufrieden machten mich am 28.01.2026 die Aufräumarbeit auf den Festplatten, viele wieder­gefundene eigene kleine Texte.


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Über Der Emil

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2 Kommentare zu 029.2026: Aus 5 mach 2

  1. Hiraeth sagt:

    SQL kann schon mal nützlich sein. Ich habe meine Diplomarbeit in Turbo Pascal geschrieben, aber frag mich nicht mehr danach, das kannst du glaube ich getrost entsorgen.

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