Das ist mein 16. Blog-Adventskalender. Beim Schreiben denke ich oft an die, die krank sind oder Unterstützung benötigen, an alle, die einsam oder allein sind. Möge allen Menschen eine im wahrsten Sinne des Wortes wundervolle Weihnachtszeit beschieden sein. Meine Kerzen brennen auch in diesem Jahr für alle Menschen und Tiere, vor allem für die, die Hoffnung und Trost brauchen, und für die, die Freude an dieser Zeit haben.
Ich hielt, was im Adventskalender stak, für gefährlich.
Seit längerem habe ich keinen selbstgemachten Adventskalender mehr gehabt. In diesem Jahr allerdings ist da wieder einer, einer, den mir völlig überraschend meine Nachbarin überreichte. Ich stand ganz schön bedröppelt da – aber das sei der Dank für meine Einladung zum Weihnachtsessen am 24. So steht jetzt eben für jeden Tag bis dahin kleines numeriertes Schächtelchen auf dem Fernsehtisch. Die leeren bleiben dort auch bis nach Weihnachten.
Bisher fand ich selbstgebacke Plätzchen und ein kleines Schokoladenweihnachtshaus (das sah ich auch noch nie), und heute war ich richtig baff. Ein USB-Stick war im Schächtelchen Nº. 3, einer von den ganz winzigen von der Bauform her, mit 64 GB. Die sind nicht vollständig belegt, bei weitem nicht. Aber knapp 30 GB Daten finden sich. Musik, Film, Bilder. Uff. Zuerst sah ich mir die Bilder an, ich hoffte ja auf ganz bestimmte. Doch obwohl wir oft auch über unsere diesbezüglichen Vorlieben sprachen: Solche waren nicht dabei. Aber woher hatte sie so viele Fotos aus dem Dorf, in dem ich aufwuchs? Das möchte ich schon gern wissen. Viele Motive kenne ich, einige erkenne ich an den Figuren in den Fenstern. Andere sind eben bekannt: Bäckereien, Fleischer, die fünf Kirchgebäude. Und sogar die Sprungschanze am Berg des Nachbardorfes ist dabei! Zumeist sind es schwarz-weiße Aufnahmen, aber wer kennt, was darauf zu sehen ist, kennt die Farben der Fensterläden, der Dächer usw. usf. Ich wüßte gern, wie sie an diese Bilder kam.
Musik enthält sehr vieles, das ich kenne. Die Schallplatten und Musikkassetten von Eterna und Amiga. In guter Qualität digitalisiert. Im Ordner Film allerdings war eine echte Überraschung für mich: Nur eine einzige Datei, 23 Minuten lang, Flim.mp4 benannt (ja, mit diesem Buchstabendreher). Ja, ich war neugierig, aber auch ängstlich. Hatte ich doch auch schon Schadsoftware, die beim Abspielen eines Videos „nachgeladen” werden sollte. Nun, auf einem LINUX ist eine *.com-Datei nicht weiter gefährlich, weil sie nicht ausgeführt wird. Dennoch bin ich vorsichtig geworden, was das angeht.
Nach dem Mittag dann faßte ich mir ein Herz. Film auf, fast 30 Sekunden weder Bild noch Ton. Ääähhhhh … Aber dann. Kein Titel. Aber Bild und Ton, dunkles Bild und dumpfer Ton. Aus der Schwärze schälten sich Konturen, die mir auch bekannt vorkamen. War das ein 8-mm-Film oder 16-mm? Nach analoger Kamera sah es aus, und nach meiner Studienzeit. Mitte der 90er Jahre sahen wir schon noch ganz anders aus als nach 1990. Ich saß und schaute. Und schaute den Film nocheinmal an. War da wirklich ich zu sehen, wie ich an einer Schmalspureisenbahn beim Rückbau der Strecke mitarbeite? Möglich wäre das.
Morgen Nachmittag werden wir uns zum Kaffee treffen bei ihr, und dann wird sie das Geheimnis lüften, wie sie zu all diesen Daten kommt. Naja, Musik und Bilder könnten aus dem Internet stammen. Aber der Film, dieser Film … Ich geh mal zum Bäcker in der Innenstadt, von dem weiß ich, daß er auch aus dem Gebirge stammt und Weihnachtststollen wie dort üblich backt.
Eine Überraschung gab es in dieser Advents- und Weihnachtszeit schon …
Erinnerung des gestrigen Tages:
Ich versuchte mich zu erinnern, wann ich zuletzt so lange geschlafen hatte (16 Stunden), aber nein, vielleicht als Säugling mal …
Ich schleiche mich davon und wünsche eine schöne Advents- und Weihnachtszeit.
P. S.: Gestern, am 2. Dezember 2025 war ich zufrieden mit dem vielen Schlaf, mit den Mandarinen.
© 2025 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).


Bilder aus der Heimat – was für eine schöne Überraschung! Ich hoffe, das Rätsel löst sich auch.
Ich gestehe: Ich weiß (noch) nicht, ob sich das Rätsel irgendwann löst (nichterlebt, frei erfundene Geschichte).