Tagebuch A: Mittwoch, 2. Februar.
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Heute morgen mit der Frage aufgewacht: Was passiert, wenn ich aus meiner Schreibzeit eine Denkzeit mache? Denn das Denken ist die Hauptarbeit beim Schreiben. Hm. Beim Kaffee habe ich darüber nachgedacht und bin zu keinem eindeutigen Ergebnis gekommen. Also geht es, geht alles erstmal so weiter wie bisher. Im alten Trott.
Früher konnte ich mich sehr viel besser als heute an neue Dinge und Abläufe gewöhnen, war ich irgendwie beweglicher. Ist das jetzt beginnender Alterstarrsinn? Oder ist es ein Zeichen für die mit dem Alter schwindenden Fähigkeiten? So früh schon? Ich hatte gehofft und hoffe noch immer, daß mir bis dahin noch wesentlich mehr Zeit bleibt: Ich bin noch keine 50 Jahre alt! Andererseits wollte ich ja sowieso nie so alt werden, als ich noch wesentlich jünger war.
Ach verflixt. Jetzt denke ich über dieses Altersding nach und finde deswegen in nichts Anderes hinein. Hab ja sonst nichts zu tun, an nichts Anderes zu denken, mich um nichts Anderes zu kümmern – ich kann mir ja beliebig viel Zeit nehmen für dieses ergebnislose Herumdenken. Dabei bin ich froh, daß das heute nicht in Grübelei ausartete, die mich in einer Spirale hinunterzieht in irgendwelche Abgründe. Dennoch: Dieses Thema hat mich heute blockiert, läßt mich jetzt, am Abend, unzufrieden sein mit dem Nichtschaffen über den ganzen Tag. Und weil es auch jetzt nichts bringt, ergebnislos am Schreibplatz zu sitzen, gehe ich schlafen.
Meine Frau hat sich bis heute nicht ein einziges Mal gemeldet, ist wie vom Erdboden verschwunden. (Das macht mein Leben leider auch nicht einfacher. Ich mache mir Sorgen um sie und um ihr Wohlergehen.)
Mit diesem Text wird das geerbte Tagebuch fortgesetzt. Alle Teile der Erbkladden-Serie sind in diesem Link in umgekehrter zeitlicher Reihenfolge (neueste zuerst) zu finden. Über eines der Notizbücher erzählte ich ja schon vor langer Zeit, im November 2012. Ich tippe die kleinen blauen lateinischen Buchstaben ab, immer mal wieder. Erst jetzt nämlich darf ich abschreiben aus den „von einem Freund geerbten” Kladden mit dieser winzigen Schrift.
Erinnerung des Tages:
Als Kind war ich mit den Großeltern in der Pelzmühle Rabenstein, dort verkündete ich laut: „Die Schweine spielen Zug!“ Zu sehen war im Tierpark eine Kopulation bei Hängebauchschweinen …
Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.
P.S.: Am 18. April 2025 war ich zufrieden mit der reibungslosen Fahrt, mit dem trockenen und schnellen Aufbau, mit einem schönen Schwatz am frühen Abend.
© 2025 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).


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