346 – Advent 2024: 11. Türchen

 
Das ist der 15. Adventskalender hier. Ich widme ihn allen, die krank sind oder Unterstüt­zung benötigen, allen, die einsam oder allein sind. Möge allen Menschen eine im wahrsten Sinne des Wortes wunder­volle Weihnachtszeit beschieden sein. Meine Kerzen brennen wieder für alle Menschen und Tiere, vor allem für die, die Hoffnung und Trost brauchen.

 

Weihnachtsgeschenke und -feierlichkeiten.

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Es war einmal das wichtigste Familienfest. Doch für die eigene Familie blieb immer nur ein Tag Zeit. Heiligabend. Am ersten Weihnachtfeiertag ging es zu den Eltern der Ehefrau, am zweiten zu meinen Eltern. Und danach waren die Besuche bei unseren Geschwistern und anderen Verwandten angesagt, jeden Tag woanders … Früher wurden alle Geschenke so rechtzeitig zum Weihnachtsmann gegeben, daß nur zuhause bei uns Bescherung notwendig war. Später ließ der Weihnachtsmann über­all da etwas zurück, wo wir nach dem Heiligabend hinmußten; es gab in manchen Jahren tatsächlich neun Geschenkeübergaben (wegen zweiter Ehe schon dreimal Großeltern, zwei Geschwister der Frau, die Ex-Frau, deren Bruder, mein Bruder, und natürlich die am Heiligabend zuhause). Streß, nichts mit Besinnlichkeit.

Jetzt habe ich in den letzten Jahren (fast immer) das Weihnachtsfest alleine gefeiert. Ja, bei mir zuhause. Ohne Streß, ohne Verpflichtungen, ohne Besuch und Gegen­be­such. Tatsächlich ruhig und besinnlich. Aller Wahrscheinlichkeit nach werde ich das auch in diesem Jahr wieder tun. So richtig weihnachtlich, mit Kerzen und Festessen und Musik und Gerüchen. Ein Neunerlei werde ich nicht kochen, das wird für mich allein viel zuviel. Ich überlege zur Zeit, was es bei mir geben soll. Und obwohl die Mecklenburger Großeltern Würstchen und Kartoffelsalat zelebrierten, bin ich eher bei Kaninchen oder Wildschwein, vielleicht auch bei echtem Sauerbraten. Noch ist Zeit, noch kann ich hier und da Ausschau halten, welche Angebote mich verlocken könnten. Nur das Kompott steht schon fest: Dosenananas mit Sprühsahne.

Ich weiß, daß ich auch in diesem Jahr Weihnachtsgeschenke bekam (ja, und ich danke dafür) und noch bekommen werde – und ich schäme mich deswegen fast. Wie gerne würde ich auch Geschenke machen (können) – doch das ist nicht so einfach in meiner Situation (und auch schambehaftet). Ja, sicher, jemand ganz bestimmtes bekommt Zeit geschenkt von mir, Zeit, in der ich tatkräftig helfen werde. Ansonsten gilt für meine Freunde, die Familie und für mich: Wir schenken uns nichts. Wirklich nichts. Echt gar nichts. Und ich finde das gut so.

Wie in so vielen Jahren kann ich sagen: Auch alleine werde ich ein schönes, ein besinnliches Weihnachtfest feiern.

 

Ich schleiche mich davon und wünsche eine schöne Advents- und Weihnachtszeit.

Der Emil

 

P. S.: Zufrieden war ich gestern, am 10. Dezember 2024 mit dem für dieses Jahr letzten Besuch bei der Physiotherapie, mit den erledigten Arbeiten im Haushalt, mit den endlich gelöschten (wirklich gelöschten) Uralt-Dateien.


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Über Der Emil

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