In der “eigenen” Stadt (Nº 265 #oneaday)

Museumsbesuche

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Halle (Saale) ist ja keine kleine Stadt, wohl aber eine der kleinsten Großstädte der Welt. Seit 1998 bin ich fast ständig hier. Zuerst in Pensionen und Hotels, irgendwann danach, mit festem Wohnsitz, wurde ich zum Einwohner. (Es gibt ja diesen alten Spruch, daß es in Halle nur Hallenser – die hier Geborenen – und Halloren – die hier Geborenen mit Hintergund in der Salzwirkerei – und Halunken gibt. Hallenser und Hallore konnte ich nicht, Halunke wollte ich nie werden. So wurde ich zum Hallodri.)

Vor einigen Wochen schon, als ich mich mit einem Mitarbeiter des Landesdenkmalamtes (oder wie das nun genau heißt) unterhielt, fiel mir auf, daß ich das in Halle (Saale) ansässige Landesmuseum für Vorgeschichte in den 13 Jahren noch nie besucht hatte. Andere Museen besuchte ich auch nicht. Obwohl: vor einiger Zeit war ich zu einem Kurzbesuch im Kunstmuseum des Landes Sachsen-Anhalt, und vor sechs Jahren im Beatles-Museum.

Wieso eigentlich nicht? Ich kenne alle Friedhöfe, habe alle noch sakral genutzten Kirchen besucht bis auf die Russisch-Orthodoxe Kapelle in den Franckeschen Stiftungen. In einigen Galerien war ich auch schon, und ich kenne auch viele Kneipen. Aber die Museen? Es gibt ja insgesamt acht in Halle (Saale), wie bei Museum Digital zu lesen ist, und dazu noch das Saline-Museum und das Museum der Bahn. Nur zwei davon habe ich bisher gesehen, und wenn ich in diesem Tempo weitermache, sehe ich das letzte in etwa 50 Jahren, wenn ich fast 100 Jahre alt bin und selbst museumsreif.

Ich war wohl zu ignorant, diese Museen wahrzunehmen. Aber nun, nun nehme ich mir vor, nach und nach alle ortsansässigen musealen Einrichtungen einmal wenigstens zu besuchen. Irgendwie gehören sie zur Kultur der Stadt, in der ich lebe. Und diese Kultur will ich er-leben – und vielleicht ein wenig mitgestalten, z. B. bei den Musiksessions.

Früher übrigens, früher war das anders. Da war ich jedes Jahr einmal im Museum der Nachbarstadt. Warum ich hier nicht …? Ich weiß es nicht. Aber ich möchte es nachholen. Bald.

Mir bleiben jetzt folgende Fragen:

Wann wart ihr zum letzten Mal in einem Museum eures Wohnortes (oder Heimatkreises o.ä.)? Einmal abgesehen von den Besuchen, die viele wohl als Schulkind machten: Warum wart ihr dort? Oder warum wart ihr nicht dort?

Es muß ja niemand hier antworten. Ich schreibe hier nur über mich, mein Erleben, meine Geschichte, und äußere nur meine Meinung. Vielleicht aber war das jetzt ein Denkanstoß …

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 21. September 2011 waren: eine wunderbare SMS, die ich bekam, und ein mir zugeworfenes Wort, das mich jetzt echt beschäftigt, und fast ein Pfund Hackepeter (mit Knoblauch), frischem Brot und einem Bier zum Abendessen.

© 2011 – Der Emil CC by-nc-nd der_emil(at)arcor(dot)de

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Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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0 Kommentare zu In der “eigenen” Stadt (Nº 265 #oneaday)

  1. fudelchen sagt:

    Im Ort…etwas weiter in Hannover waren wir vor ca. 3 Monaten und in fast jeder Stadt, jeden Ort, den wir besuchen, da steht immer mal so ein Besuch oder eine Besichtigung an, kommt auch immer darauf an, was gezeigt wird.

    Hab einen schönen Tag und liebe Grüße

    Marianne 😉

  2. Himmelhoch sagt:

    Wunderlustige Wortspielerein mit Hall…. , du Hallodri!

  3. Follygirl sagt:

    Hier im Lande Far Far Away gibt es nicht so viele … Heimatstube oder -museum ja… aber auch dort war ich fast nicht… und in die ganz großen Städte, da komme ich nie hin.
    Wobei… Freilichtmuseum, das würde mich immer intesssieren… das macht für mich echt Sinn… weil da ist es spannend und man kann was lernen…
    LG, Petra

  4. sucherin sagt:

    Bei mir dauert es immer eine Zeit, ehe ich mich aufraffe, ein Museum zu besuchen. Aber wenn ich es dann mal geschafft habe (und das ist zum Glück einige Male im Jahr), dann finde ich es immer interessant und bereichernd und habe es noch nie bereut, dort gewesen zu sein. LG

  5. anniefee sagt:

    Ja, wegen des Hallodri musste ich auch grinsen ^_^
    Die Museumsfrage ist eine längere Überlegung wert, mal merken..

  6. Kann ich mich nicht erinnern, vor 2 Jahren wahrscheinlich. Aber ich weiß, dass das letzte die Runde Ecke war oder das Zeitgenössische Forum

  7. frizztext sagt:

    das Museum meiner eigenen Stadt ist bekloppt – mit einem Blog schreibt man an einer Art persönlichem (Gedanken-)Museum = interessanter!

  8. Irmi sagt:

    Emil, ich liebe Museen und freue mich auf die triste Zeit. Da lädt ein Museum immer zum Besuch ein. Das hier am Ort ansässige Heimatmuseum kenne ich nun zur Genüge. da muss ich wieder weiter weg. Heidelberg, Mannheim oder Stuttgart.
    Einen schönen Abend wünscht Dir
    Irmi

  9. Ob man gerne ins Museum geht, liegt sicherlich erst mal an der Zeit, aber auch am Interesse, klar. Ich war ehrlich gesagt schon lang nicht mehr im Museum. ha, tatsächlich könnte ich so spontan auch gar nicht sagen, wanns das letzte Mal war. Wobei ich aber denk, jeder sollte auch mal die Möglichkeit haben, sich sowas anzugucken.

  10. Dr. Manhattan sagt:

    Ein kleiner Philosoph ist hier auf jeden Fall versteckt.. Und ein Hallodri.. *lach*

    Ein Museum.. Museen enthalten Geschichte und Geschichte ist Vergangenheit. Selbst wenn die Vergangenheit unsere Gegenwart gebildet hat und unsere Zukunft beeinflusst, so kann doch ein Blick zurück den nach vorn trüben.. Wer zu sehr in der Vergangenheit lebt, verpasst das Heute..

    Ist es nicht sogar üblich in ein Museum zu gehen, alles zu fotografieren – vielleicht noch mit einem IPhone4 – mit den Worten auf den Lippen „Früher war alles besser“? Überlegen die Menschen nicht oft, dass es früher doch leichter war und sie lieber in einer anderen Zeit gelebt hätten und sobald sie über die Schwelle sind, ist alles vergessen? Der Mensch ist kurzlebig, doch während seine Lebenserwartung immer weiter steigt, wird das Erinnerungsvermögen der Völker immer kleiner und das Leben immer schneller.. Es wird eine Zeit kommen, in der Museen eine Seltenheit sein werden und nur noch wenige in Deutschland existieren werden, weil das Interesse einfach nachlässt..

    Ich für meinen Teil würde das begrüßen, denn wir brauchen den Platz für die Zukunft..

    In diesem Sinne, mit besten Grüßen
    Dr. Manhattan

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