2023/012 – Unvollständig


Meiner Meinung nach wird Wesentliches weggelassen.

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Das Leben ist weder Zweck noch Mittel; das Leben ist ein Recht. Das Leben will dieses Recht geltend machen gegen den erstarrenden Tod, gegen die Vergangenheit, und dieses Geltendmachen ist die Revoluzion.

Endlich gefunden, woher es stammt:
Ein Text von Heinrich Heine über Verschiedenartige Geschichtsauffassung, 1833

 

 

Abgeschrieben habe ich diese Sätze Heinrich Heines von einem Abreiß­ka­len­der­blatt in den Jahren um 1984, genauer kann ich das nicht eingrenzen. Sie stehen in einem linierten Din-A6-Notizbuch mit kunststoffkaschiertem Pappein­band in braun. Auf der Rückseite ist in ein kreisrundes Signet (⌀ 20 mm) geprägt, in dem oben CG und darunter WV (alle Buchstaben miteinander verbunden) erkennbar sind. Gestern schon blätterte ich herum in dem „Sprüche zum Merken” betitelten Büchlein und blieb bei diesem Zitat hängen.

Heute wollte ich wissen, wo genau diese zwei Sätze bei Heine zu finden sind. Was mich bei der Suche verwunderte, war, daß nahezu überall nur der erste Satz als Zitat angeführt wird. Dabei gehört doch der zweite Satz, der mit dem Geltendmachen, unbedingt dazu!? Also suchte ich und suchte ich in diesem Internet (und beileibe nicht nur im WWW) und wurde nach einiger Zeit über so manchen Umweg fündig beim HHP (siehe Quellenangabe zum Zitat, natürlich habe ich gleich ein Lesezeichen gesetzt).

Mich wundert, daß ich in diesem 190 (Einhundertneunzig!) Jahre alten Text so viele Parallelen zu den heutigen Diskursen und Debatten zu sehen glaube …

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke fürs Lesen.

Der Emil

 

P.S.: Am 12. Januar 2023 war ich zufrieden mit der gefundenen Quelle, der aufgewärmten Nudelsuppe, dem Weggeben zweier unbrauchbar gewordener Geräte.

© 2023 – Der Emil. Eigener Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
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Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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2 Kommentare zu 2023/012 – Unvollständig

  1. C Stern sagt:

    Gut, dass Du das Zitat zur Gänze hier eingestellt hast. Ja, diese Sätze sind untrennbar miteinander verbunden!
    Mich wundert’s tatsächlich allerdings nicht sonderlich. Die Probleme damals waren im Grunde auch die, die es heute zu lösen gibt. Der Mensch im Allgemeinen hat noch nicht allzuviel dazugelernt. Das Leben, ein Recht! Und doch wird es vielerorts mit Füßen getreten …
    Veränderungen sind solche, die wir z.B. als technische oder medizinische Innovationen erleben – geistig ist der Mensch nicht sonderlich weitergewandert. Vielleicht sogar in manchem rückwärts? Ich denke da jetzt auch an Rechte von Frauen und Kindern, die an so einigen Plätzen der Welt wieder völlig zurückgedrängt werden.

    • Der Emil sagt:

      Man müßte diesen Text – analog zu Luthers an eine Wittenberger Kirchtüre genagelten Thesen – an alle Türen des Bundestages und aller Landtage/Senate hierzulande kleben …

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