Wenn die Suche nach Außerirdischen endet.
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Ich weiß wirklich nicht mehr, wann ich anfing, nach Außerirdischen zu suchen – wahrscheinlich sogar schon 1999. In diesem Projekt SETI@Home rechtnete mein Computer sozusagen nebenbei (u.a. während der Bildschirmschoner lief) an Daten(sätzen) herum, die bei der radioteleskopischen Suche (mit dem Arecibo-Teleskop) nach Signalen wahrscheinlich künstlicher Entstehung gesammelt wurden. SETI@Home war eines der ersten weltweiten Projekte des GRID-Computings, der Rechnens auf ganz vielen, verteilten, privaten und anderen Computern – die Teilnehmenden spendeten die Leerlaufzeit ihrer Computer der Wissenschaft. Dieses Projekt wird 2020 eingestellt.
Mein Rechner bzw. meine Rechner habe noch immer viel zu viel Rechenleistung für die von mir verfolgten Zwecke. Also suchte und fand ich ein neues wissenschafliches Projekt, dem ich seit einigen Tagen die Leerlaufzeiten meines Rechnerleins spende. Und was könnte es in Zeiten einer Pandemie anderes sein als Folding@Home oder F@H? Und ganz nebenbei hat die Software schon sechs sieben WUs (Work Units, Arbeitsaufgaben) erledigt und Ergebnisse an die entsprechenden Server übertragen. Seit dem 10. März 2020 stehen in diesem Projekt alle mit Covid-19 in Zusammenhang stehenden Berechnungen (Simulationen in aller Regel) ganz oben auf der Liste der zu erledigenden Arbeiten. Und nein, die Ergebnisse kommen eben nicht einer einzigen Universität oder einem einzigen Land zugute. Aber das zu erklären sprengt hier den Rahmen. Wer des Enlischen mächtig ist, darf selbst auf der Webseite von Folding@Home nachlesen.
Und was hat das jetzt mit einer Schlange zu tun?
Ganz einfach. Vieles, was zur notwendigen Software gehört, ist reines Python. Das ist nicht nur eine Riesenschlange, sondern auch eine Programmiersprache wie damals BASIC – jedenfalls auf meinem Betriebssystem. Und weil die Berechnungs-Software ganz zu meiner Zufriedenheit läuft, aber nicht ganz zu meiner Zufriedenheit von mir kontrolliert werden kann, möchte ich herausfinden, ob ich vielleicht durch die eine oder andere kleine Anpassung des Programmes da etwas ädern kann … (Wer wirklich etwas über Python wissen mag, kann danach suchmaschinen.)
Und so sitze ich ganz nebenbei noch hier zuhause, befolge die Ausgangsbeschränkungen des in der Stadt Halle (Saale) ausgerufenen Katastrophenfalles und: Ich dressiere eine Riesenschlange. Nein. Quatsch, so nicht. Ähm … Ich lerne Python.
Es ist normal, daß der Text da oben ziemlich nach Kauderwelsch klingt. Und außer für mich ist das, was mein Rechner in den Zeiten tut, da ich nichts von ihm will, für nur sehr wenige Leute interessant.
Ich schleiche mich davon und sage Danke fürs Lesen.
P.S.: Positiv waren am 24.03.2020 abgeschickte Post, minimale Lernfortschritte, eine Kanne Salbeitee zum Fußbad.
Die Tageskarte für morgen ist die Vier der Stäbe.
© 2020 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).


Cool, daß Du da auch mitgemacht hast! Ich habe ungefähr 2000 angefangen und ein paar Jahre mitgemacht – keine Ahnung eigentlich, warum ich aufgehört hatte. Jetzt bei Folding@Home bin ich auch wieder dabei. Alles Gute Dir, komm‘ gut durch diese sonderbare Zeit!
Ich hab aufgehört, als BOINC nicht mehr unter Fedora laufen wollte (das hat mich einfach nur genervt).