2020-062 — Zweisamkeit

Meine Sehnsucht ist trotz allem ambivalent.

To get a Google translation use this link.

 

In den meisten Menschen ist sie ja: diese Sehnsucht nach Zweisamkeit (mindestens). In mir war und ist sie auch – mal mehr, mal weniger heftig. Und nur selten kann ich diese Sehnsucht so stillen, wie ich es mir von ganzem Herzen wünsche: vorurteilsfrei, annehmend, schamlos∗), gebend, genießend, auch schweigend. Das ist für mich die einfache, menschliche Form des Seins ohne Leistungsgedanken, Anspruchshaltung, Vergleichen und Konkurrieren. Es fehlt mir zu oft (das stelle ich als alleinlebender Mensch immer wieder fest) dieses Gegenüber, mit dem gemeinsam ich so sein kann. Der oder die mit mir so sein möchte. Nun, ich lebe eben so und muß es wohl auch weiter aushalten. Aber sie Sehnsucht nach Zweisamkeit, die bleibt. Auch, wenn ich manchmal gern allein bin.

) Schamlos steht hier vor allem für die Möglichkeit des Seins, ohne daß ich mich für mein Aussehen, mein Verhalten, meine Gedanken, Ansichten und Gefühle schämen muß (glaube oder befürchte schämen zu müssen).

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke fürs Lesen.

Der Emil

 

P.S.: Positiv waren am 02.03.2020 sehr früher Kaffee, lange Zeit aus dem Fenster zu blicken, Quiz-Joker für jemand Unbekanntes zu sein.
 
Die Tageskarte für morgen ist der Bube der Kelche.

© 2020 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
CC by-nc-nd Website (Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
Dieser Beitrag wurde unter 2020, Gedachtes, One Post a Day abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen für den Permalink.

3 Kommentare zu 2020-062 — Zweisamkeit

  1. madge1946 sagt:

    Ich finde , dass es – wenn die großen Leidenschaften vorbei sind – am schönsten und beruhigendsten ist, mit einem Menschen zu leben, Gewohnheiten zu teilen, sich auch mal in Ruhe zu lassen und das alles bei einem intensiven, freundlichen Wohlwollen dem anderen gegenüber. Ich bin schon ziemlich über die 70, aber ohne diese Zweisamkeit wäre ich sehr bedrückt. Mit Gruß

  2. Verstehe ich sehr gut, obwohl ich diese Zweisamkeit so finden durfte und immer noch lebe. Vielleicht nicht obwohl, sondern deswegen. Aber ich denke, aufgeben wäre keine Option gewesen, sondern offen bleiben und bereit.

  3. frauholle52 sagt:

    Mir geht es ähnlich. Mir fehlt die Zweisamkeit im Alltag ab und zu sehr. Allerdings weiß ich, dass ich das Alleinsein nötig brauche, um mich von einer Beziehung zu erholen, die uns beiden nicht gut tat, wir uns aber lange Zeit nicht trennen wollten oder konnten. Jetzt habe ich zu mir gefunden und bin bereit, mich umzuschauen. Dabei entdecke ich, wie alt ich inzwischen geworden bin. Das macht es nicht leichter……Ich rechne damit, allein zu bleiben. Ich richte mich ein und gucke, ob ich meine Wohnform nicht verändern kann. Eine Hausgemeinschaft wäre gut…..Aber nur, wenn sie mir besser scheint, als meine momentane Lebenssituation. Liebe Grüße! Regine

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert