Ein göttlicher dritter Wunsch.
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Meinen Adventskalender hier widme ich allen, die kämpfen, allen, die krank sind, allen, die Unterstützung benötigen.
Ich wünsche all diesen Menschen und mir eine im wahrsten Sinne des Wortes wundervolle Weihnachtszeit. Meine Kerzen brennen für alle, die Hoffnung brauchen.
Ein Mann bettelte betete täglich mehrfach um GOTTES Hilfe. Bei jedem kleinen Problem. Er war besonders unschlüssig, wenn es um seine eigenen Wünsche ging. So fragte er täglich vielfach im Gebet, wie er sich denn zwischen seinen Wünschen entscheiden solle, die recht häufig einander ganz entgegengesetzt waren: Er wollte mit Freunden, aber ganz alleine unterwegssein. Dann wieder die Stille genießen und dabei lauten Chorgesang hören. Er hatte so widersprüchliche Wünsche, zwischen denen er mit GOTTES Hilfe entscheiden wollte, daß es JENEM in einer Adventszeit endlich zuviel wurde: »Höre! ICH bin es leid, Deinen Unsinn zu ertragen. ICH erfülle Dir genau drei Wünsche, drei, und nicht einen mehr. Und ICH werde Dir bei keiner einzigen Entscheidung, die Du selbst treffen kannst, irgendwann wieder auch nur irgendwie behilflich sein.« Der Mann erschrak. Und wollte natürlich wissen, ob er sich wirklich alles wünschen dürfe, ohne daß er dafür von GOTT gestraft würde? Und ob er danach von GOTT verlassen wäre? Ja, alle drei Wünsche werden erfüllt werden, sofort, und GOTT wird keinen einzigen Wunsch bestrafen. Und ER wird den Mann auch nicht verlassen, sondern ihm wirklich “nur” bei keiner einzigen Entscheidung mehr helfen.
Da druckste der Mann vor GOTT herum, denn er war verheiratet mit einem Weibe, das im Heim mit harter Hand für alles sorgte. Und außerdem war sie mit der Zeit dem Manne zu … nun, zu lüstern geworden und er sollte ihr alle Tage zu Diensten sein. So sprach der Mann zu GOTT. DER verstand, und siehe, das Weib verstarb. Welch eine Ruhe da ins Heim einkehrte und wie sehr der Mann das genoß! Aber dann, zum Begräbnis, als die Freunde seines Weibes und seiner Familie kamen und um sie trauerten und klagten, da erkannte der Mann, daß er jetzt alleine war. Ganz allein. Und wie wunderbar es doch zu zweit war, wie gut sie sich ergänzten. Sein Weib fehlte ihm plötzlich so sehr, daß er GOTT bat, sie doch vom Tode zu erretten. Und siehe, da erhob sich mit einem tiefen Seufzer das Weib im offenen Sarg, war wieder lebendig und gesund und fortan war alles gut.
Es blieb also nur noch der dritte Wunsch des Mannes übrig. Und der Mann überlegte hin und her und hörte wohl auch manchen Ratschlag von den Freunden, den Bekannten und sogar von Gelehrten. Doch nichts davon wollte ihm frommen. Denn wünschte er sich dies, dann hätte er doch jenes nicht, ohne das dies eben auch nicht wirklich angenehm wäre. Und so überlegte der Mann fünf Jahre und dann nochmal fünf Jahre. Da wurde GOTT die Warterei zu lang und ER erinnerte den Mann wiederum in einer Adventszeit an den dritten Wunsch, den er nun, im Augenblicke, äußern müßte, sonst würde er verfallen. Der Mann war unentschiedener als sonst, erklärte sich GOTT und bat dann doch wieder um einen Ratschlag. Und weil GOTT wußte, daß der Mann sich redlich bemüht hatte, zehn Jahre lang tagaus, tagein redlich bemüht, so lächelte ER milde und sprach: »Ein letztes Mal helfe ICH Dir, da es ja auch Dein letzter Wunsch ist, der heute ausgesprochen werden muß. Es ist doch ganz einfach: Wünsche Dir, in jedem Moment Deines Lebens zufrieden oder glücklich zu sein.« So sprach GOTT. Und der Mann tat seinen Wunsch und mußte fortan nie wieder um Hilfe bei einer Entscheidung bitten.
Das schrieb ich mir gestern auf dem Weihnachtsmarkt auf, in eine meiner Kladden. Woher plötzlich diese Idee ka? Ich weiß es mal wieder nicht. Und ich bin mir nicht sicher, ob “zufrieden oder glücklich” ein Zustand ist, den ich … Ach, wieviele Menschen werden sich darüber schon das Hirn zermartert haben? Ich denke, ich muß darüber nicht nachdenken, denn ich, ich bin ja nicht betroffen und nicht so unentschieden wie jener Mann …
Ich schleiche mich davon und wünsche eine schöne Adventszeit.
Wer eine Gelegenheit sucht, zur Weihnachtszeit anderen zu helfen, der kann das täglich ab 21 Uhr des Vorabends bei der Versteigerung von #hand2hand tun. Die Aktion ist eine gute Idee von Meg, ihr und allen Mitwirkenden danke ich dafür.
P.S.: Am 08.12.2019 waren positiv das “Zusammenbringen” zweier Marktleute, mehrere sehr angenehme Gespräche, viele gute Wünsche.
Die Tageskarte für heute ist die Königin der Münzen.
© 2019 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).


Eine sehr schöne Geschichte Emil.
Ich bin aber auch der Meinung dass man mit einer inneren Zufriedenheit besser, leichter durchs Leben gehen kann.
Zufrieden oder glücklich. Auch wieder eine Wahl. In jedem Moment des Lebens glücklich zu sein. Schließt das Zufriedenheit automatisch ein? Könnte stete Zufriedenheit zu glücklichen Momenten führen? Wüsste ich, wäre ich immer glücklich, dieses Glück zu schätzen? Oh, ja, Gott hat es mit mir auch nicht so leicht!
Liebe Grüße schickt Elvira (im Moment ziemlich zufrieden)