Nº 072 (2016): Ein Unterschied.

Immernoch Ulla Hahn

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Etwas verstehen wollen heißt noch lange nicht, das, was ich verstanden habe, auch entschuldigen zu wollen. Begreiflich-machen schließt Verzeihlich-machen nicht automatisch ein.

Ulla Hahn: Spiel der Zeit. S. 350 – 1. Auflage
© 2014 Deutsche Verlags-Anstalt München. ISBN 978-3-421-04585-0

 

 

Zu diesen Sätzen frage ich mich: Gelten sie auch, wenn es mich selbst betrifft, ich mich selbst verstehen, begreifen und mir selbst verzeihen will/muß? Wenn es um das Handeln anderer geht, habe ich kein Problem mit beidem; selbst wenn ich etwas nicht verstehe, so kann ich es doch verzeihen. Aber bei mir selbst? Ich weiß, daß manche jetzt einen Zusammenhang zum gestrigen Text herzustellen versuchen, doch es gibt ganz sicher keinen, keinen aktuellen jedenfalls, höchstens weit in meiner Vergangeheit verborgen ist einer.

 

Ich habe noch zu beißen an den Büchern der Ulla Hahn. Ein Weilchen braucht es noch.

 

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Positiv am 11. März 2016 waren das Gewecktwerden, das Verständnis.
 
Tageskarte 2016-02-12: Die Sechs der Schwerter.


Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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0 Kommentare zu Nº 072 (2016): Ein Unterschied.

  1. petra sagt:

    Bei Ulla Hahn knabbere ich auch sehr. Manchmal verstehe ich noch nicht einmal ihre Sprache, obwohl sie deutsch schreibt. Sie fordert heraus, nachzudenken. Nicht einfach, ich kann dich verstehen.

  2. Verzeihen ist der Verzicht auf Vergeltung, das geht also immer nur bei anderen und nicht bei sich selbst. Und Verzeihen kann man auch Dinge, die man eben nicht versteht. Hilft das evtl. weiter?

    • Der Emil sagt:

      Warum kann ich bei mir selbst nicht auf Vergeltung/Strafe verzichten?

      • Warum willst du dich selber bestrafen? Das ist die eigentliche Frage, denn aus der Antwort ergeben sich evtl. auch andere Lösungsmöglichkeiten, wenn das denn wirklich auch gewollt wird. Einige Dinge lassen sich einfach nicht mehr ändern, dann ist Akzeptanz ein einfach besserer Weg.

        • Der Emil sagt:

          Das ist die Frage, ja.

          Jahrelang erlernt. „Meine Schuld, meine große Schuld“ darf doch nicht ohne Strafe bleiben — auch wenn nur die Selbstabwertung und die Selbstzweifel (und eine Depression) diese Schuld auf mich luden …

          Meist kann ich anders handeln, heute.

    • Sofasophia sagt:

      Man kann sehr wohl bei sich selbst auf Vergeltung verzichten (Stichwort Selbstsabotage) und sich verzeihen. Diese Verzeihung ist meines Ersachtens, insbesondere bei Menschen mit vielen Selbstzweifeln und einem geringen Selbstwertgefühl eminent wichtig.

      • Der Emil sagt:

        Du meinst, ich kann auch auf die Selbstkasteiung verzichten? Das ist nicht nur eminent wichtig, sondern auch unvergleichlich schwierig (die ersten paar Male, danach wird’s leichter).

        • Sofasophia sagt:

          Nicht nur du … einer der wichtigsten Sätze, den ich in meinem Leben gehört habe (von Luisa Francia) geht so: „Ich verzeihe mir jederzeit alles.“ Ich übe noch.

  3. Sofasophia sagt:

    Ich mag dieses Knabbern an scheinbaren Widersprüchen und offensichtlichen Paradoxien – genau über diesen Gedanken zerbreche ich mir auch oft den Kopf: Mal verstehe ich, will oder kann aber nicht verzeihen; mal kann ich verzeihen, kann aber nicht verstehen.

    Danke für den Gedankenanstoß.

  4. puzzleblume sagt:

    Mir machen Schuldzuweisungen als akzeptierte Denkweise generell Probleme, insofern sehe ich mich Fehler machen und ärgere mich, aber Asche aufs Haupt streue ich mir nicht deswegen.

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