Wilhelm Busch stiftet mich an

Wie es bei Schreiberlingen so zugeht

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Gedanken sind nicht stets parat,
Man schreibt auch, wenn man keine hat.

Wilhelm Busch

 

 

So geht es zu, zummindest bei mir, der ich den Ehrgeiz habe, jeden Tag etwas zu schreiben, etwas zu veröffentlichen. Manchmal – so wie jetzt, also heute, nein: gestern – habe ich den ganzen Tag keine einzige brauchbare Idee für einen Blogtext. Ja, darüber habe ich schon oft geschrieben …

Aber was machen die, die ihren Lebensunterhalt schreibend verdienen? Die Gebrauchstexte verfassen (müssen), die täglich eine Zeitungsspalte füllen müssen? Was machen die Schriftsteller, die über einem neuen Roman sitzen und denen der Faden plötzlich abhandenkommt? Können und / oder dürfen diese Menschen einfach so drauflosschreiben, wie ich es jetzt tue?

Allerdings bin ich auch an solchen Tagen nur selten versucht, die tägliche Schreiberei aufzugeben. (Es ist ja auch eher die tägliche Veröffentlichung, der ich mich verpflichtet fühle. Das Schreiben geschieht ja sowieso, nur eben nicht-öffentlich.) Ja, es siegt das schlechte Gewissen über die Faulheit, die Ideenlosigkeit – und weil auch das eine der Losigkeiten ist, die mich während meiner Depression quälte, ist da ja auch die Angst davor, wieder in das Loch zu schliddern.

Also schreibe ich, wie jetzt gerade, in der Hoffnung, daß beim Schreiben die Ideen und Gedanken ins fließen kommen. Umso schöner ist es, wenn das automatische Schreiben funktioniert oder eine Morgenseite fließt. Schreiben im Flow erlebe ich viel zu selten. Aber ich erlebe es, immer wieder, daß Wilhelm Busch Recht hatte: Man schreibt auch, ich! schreibe auch, wenn gerade keine schreibbaren Gedanken da sind.

 

Der Emil

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 21. März 2014 waren eine gerettete Sendung, der Buchfink und ein ausgeräumtes Mißverständnis.
 
Tageskarte 2014-03-22: As der Stäbe.

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Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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0 Kommentare zu Wilhelm Busch stiftet mich an

  1. Anna-Lena sagt:

    Ich habe zwar nicht den Drang, jeden Tag etwas zu veröffentlichen, aber manchmal reicht ein Satz, um mir auf die Sprünge zu helfen.

  2. Amelie sagt:

    Als ich heute las „Wilhelm Busch stiftete mich an“ musste ich gut fünfundzwanzig Jahre zurückdenken. Ich war schwanger und für die Auswahl des Vornamen eines möglichen Sohnes „zuständig“. Und Wilhelm Busch stiftete mich an. So heißt mein Sohn Moritz und er trägt den Namen mit sehr viel Würde.

    Zu Deiner Frage „Was machen die Schriftsteller, die über einem neuen Roman sitzen und denen der Faden plötzlich abhandenkommt?“ Hier hatte ich in dieser Woche ein abstruses Erlebnis. In Magdeburg ist die zweite Stadtschreiberschaft gestartet. Die Frau Schriftstellerin stellte sich lächelnd vor und erzählte, sie habe mal einen Roman begonnen, komme aber nicht recht vorwärts und will das nun gewonnene Stipendium nutzen, um ein bisschen weiter daran rum zu schreiben.
    Und ich lebte in dem Glauben, Stadtschreiber wollen sich mit der Stadt auseinandersetzen, den Menschen und Ereignissen dort. Wieder ein Fall von ‚Denkste!‘

    • Der Emil sagt:

      So war / ist es mit den Stadtschreibern hier auch. Sie sollten in Biografie oder Texten mit der Stadt zu tun haben, müssen Text(e) über die Stadt verfassen und repräsentative Aufgaben wahrnehmen.

  3. Schreiben braucht keine Idee
    Schreiben ist idee

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