Vom Schäfer, der einem Schaf hinterherhastet, und seiner Frau
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Meinen Adventskalender hier widme ich allen, die kämpfen, allen, die krank sind. Und ganz besonders schreibe ich meinen Adventskalender in diesem Jahr für eine Bloggerin.
Ich wünsche mir und Dir, Chaoskatze, eine im wahrsten Sinne des Wortes wundervolle Weihnachtszeit. Alle meine Kerzen brennen für Dich und für alle Menschen, die Hoffnung brauchen.
“Renn doch nicht so” ruft sie ihrem Mann hinterher. Der allerdings denkt einfach nicht daran, langsamer zu werden oder gar stehenzubleiben und auf sie zu warten. Nein, er hastet weiter und dreht sich nicht einmal zu ihr um, als er erwidert: “Aber das Schaf ist sonst weg!” Die Frau keucht heftig. Sie kann den Abstand zu ihrem Mann zwar nicht verringern, doch sein Vorsprung vergrößert sich auch nicht.
Und das Schaf? Das läuft mähend – nein, es mäht nicht den Rasen, es macht nur laut “Määäh”, wie ausgelassen über Stock und Stein springende Schafe das so tun. Mal taucht es hier auf, mal ist es kurz vorm Horizont zu sehen. Und der Mann immer knapp dahinter, ohne es wirklich zu erreichen. Und hinter dem Mann seine Frau. Jetzt ruft sie wieder: “Bleib endlich stehn! Laß das Schaf laufen!”
Doch der Mann hört noch immer nicht. Er läuft weiter, will das Schaf unbedingt wieder einfangen und in seinen Pferch bringen. Ein Schaf, ein einzelnes Schaf! Aber das hat sich seit biblischen Zeiten nicht geändert. In der Bibel nämlich findet sich im Lukas-Evangelium das Gleichnis vom verlorenen Schaf in Luk 15, 4-6:
«(4) Welcher Mensch ist unter euch, der hundert Schafe hat und, wenn er eins von ihnen verliert, nicht die neunundneunzig in der Wüste läßt und geht dem verlorenen nach, bis er’s findet? (5) Und wenn er’s gefunden hat, so legt er sich’s auf die Schultern voller Freude. (6) Und wenn er heimkommt, ruft er seine Freunde und Nachbarn und spricht zu ihnen: Freut euch mit mir; denn ich habe mein Schaf gefunden, das verloren war.»
Zitiert von Die-Bibel.de, Lutherbibel 1984
Und so läuft das Schaf weiter und der Mann läuft dem Schaf hinterher und die Frau läuft dem Mann hinterher, der dem Schaf hinterherläuft. Und sie kann ihm zurufen was immer sie ihm zurufen mag, er wird nicht stehenbleiben. Weil er, wie der Schäfer im biblischen Gleichnis, dieses eine Schaf wiederhaben muß, noch vorm Weihnachtsfest.
Nur wenn ich Mitleid habe und die Kerzen auf der Pyramide ausblase, dann können alle stehenbleiben und ein wenig verschnaufen. Und ich höre die Frau dann auch nicht mehr schimpfen. Aber das Schaf wird trotzdem nicht eingefangen.

Weihnachtspyramide
(Eigene Aufnahme. © 2012 – Der Emil unter CC by-nc-nd 3.0 unported license)
Eine friedvolle, besinnliche Zeit wünsche ich allen Leserinnen und Lesern.
Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.
P.S.: Positiv am 4. Dezember 2013 war ein Brief, ein echter, handgeschriebener Brief.
© 2012 / 2013 – Der Emil. Text & Bild stehen unter der Creative Commons 3.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).
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Ein echter handgeschriebener Brief! Toll! Gratulation!
Jaaa, nur nicht ganz mit dem gewünschten Inhalt …
*kicher* Schöne Pointe!
Danke.
Da müsste man doch etwas machen können: Schraubenzieher und Holzleim rüber reich … 😉
Das find ich toll, daß Du mir etwas zum Naschen gibst … 😉
Lecker Rost also 😀
Danke Emil für deine HERZ-berührenden Gedanken…
Sei gesegnet und bewahrt.
Danke fürs teilhaben lassen.
M.M.
Danke für Deinen Segen.
Ach, wie vermisse ich meine kleine Pyramide. Im Laufe der Jahrzehnte verbrannten die Flügel und es gab keinen Ersatz. Im letzten Jahr habe ich nach einer neuen Pyramide Ausschau gehalten. Aber die, die mir gefielen, waren einfach zu teuer. Bei uns wurde kein Schaf gejagt, es wurde musiziert. Aber manchmal befürchtete ich auch, dass den Bläsern bei diesem Tempo die Luft ausgehen könnte.
Liebe Grüße von Elvira
Auf meiner großen, laubgesägten ist eine Jagdszene …
Hier in der Stadt stehen wieder richtig tolle Pyramiden an den Ständen, zu durchaus erschwinglichen Preisen …
Tja, da wird er wohl bis nach Weihnachten sein Schaf fangen wollen mit dem Frauchen im Schlepptau. Er sollte nicht sie mitnehmen, sondern den Rest der Herde. Dann klappt das. 😀
Aber Du weißt doch: Auch Schäferinnen verfolgen einzelne flüchtende
MännerSchafe …Glaub ich nicht. 🙂
Stimmt, die sind faul und schicken den
MannHund los 😉🙂 Ehhhhh! Sei nicht so garstig.
Juhu, ich hab das Filmteam überstanden. Die haben gut gearbeitet, aber ich glaube, ich war grottenschlecht. Mir ist immer noch elend. Heute mache ich gar nichts mehr. Nur zu dir bin ich schnell nochmal geflitzt. So.
Das hast du sehr bewegend beschrieben, lieber Emil.
Böse Zungen würden die Prioritäten des Schäfers sofort deuten. Mir fällt dazu spontan die Stellung der Frau in der katholischen Kirche ein, sie hat nicht mal eine Chance gegen ein Schaf .
LG Anna-Lena
Oh nein: Auch Maria ist eine Frau! Weiso wird das immer vergessen? Warum wird das Gebaren der Amtskirche … STOP.
Die weiblichen Menschen und die männlichen Menschen haben (schon von der Natur, der Evolution so vorgesehen) unterschiedliche Aufgaben und Motivationen und und und. Dazu mag ich hier nicht diskutieren, wirklich nicht.
Maria, Maria Magdalena und die wenigen anderen Frauen haben eine Sonderstellung in der Bibel und somit auch in der Amtskirche 🙂 . Aber das ist ein uferloses Thema, da hast du recht 🙂 .
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