Im “Exil” (Nº 223)

Heimatlos, aber als Gast willkommen (und irgendwie “zuhause”)

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Siebenundachzig Mal wurde das Thema “Heimatlos” dargestellt von achzehn verschiedenen Menschen. Allesamt sind sie Blogger, alle bewahren ihr Sehen auch in Photographien vor dem Vergessen. Siebenundachzig Tage dauerte sie Serie, zu der Sofasophia und Irgendlink in ihren Bilderblog “Pixartix” Gäste eingeladen hatten.

Und ich? Ich fand Heimat – heimatlos interessant. Es juckte mich in den Fingern, etwas dazu beizutragen; mich unter die Fotokünstler zu mischen schien mir aber sehr gewagt. Meine Selbstzweifel waren groß wie immer. Angst vor der eigenen Courage. Die Vorstellung, nichts anbieten zu können, das wirklich genügt.

Einige Tage und Nächte dauerten die Zweifelei. Ich wollte gern mitmachen, vom ersten Moment an. Es war wie damals – damals? Das war erst im Januar diesen Jahres! – beim Buchfink. Alles schreit “Ja!” in mir, aber die erlernte Parole in mir heißt: “Das schaffst Du nicht, das kannst Du nicht, da bist Du nicht gut genug.”

Über dreißig Jahre lang hörte ich das von anderen mehr oder weniger offen. Die nächsten 18 Jahre redete ich es mir selbst ein. Und wahrscheinlich sind auch die 30 Jahre vorher nur etwas, das ich mir selbst einredete, nur weiß ich das nicht sicher und ich kenne auch nicht den Grund oder Anlaß dafür.

Schließlich hab ich mich doch getraut, erstmal zwei Bilder hinzuschicken. Dann nochmal ein paar, also vier weitere Fotos mit Titel und Text dazu – nach meiner Meinung passend. Auch beim insgesamt dritten war ich noch sehr neugierig auf die Kommentare und Reaktionen … Beim vierten Bild aber … Das fünfte hab ich sogar erst bemerkt, als es schon einen ganzen Tag zu sehen war.

Gestern jedenfalls, gestern wurde eines meiner Bilder als Abschluß der gesamten Serie gezeigt:

 

heimatlos #87

Blick zurück
Einer meiner Beiträge “… wenn Pixel tanzen lernen”

 

Vielen Dank, Sofasophia, fürs Mutmachen und Teilnehmenlassen. Bei Gelegenheit gerne wieder.

Der Emil

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 10. August 2013 waren die reibungslos laufende Abspielliste im Sender und die geschaffte Hausarbeit.

© 2013 – Der Emil. Text & Bilder stehen unter der Creative Commons 3.0 Unported Lizenz
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Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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0 Kommentare zu Im “Exil” (Nº 223)

  1. Dina sagt:

    Ein schöner Abschluss und eine tolle Erfahrung; Emil. Eine schönen Sonntag dir.

  2. Gabi sagt:

    So ist es, man muss sich einfach trauen. Aber ja, das sagt sich oft leichter, als man es tun kann. Aber Du hast es getan. Und ich finds gut.
    LG Gabi

  3. Sofasophia sagt:

    ach, wie gut ich deine selbstzweifel kenne! das verrückte: dass ich sie habe, scheint mir normal, aber die andern? die doch nicht, die machen doch alles viel besser …
    ach, diese dummen affen in unserm kopf, die uns immer klein halten wollen!

    das buch, das ich grad lese (über die verletztlichkeit) öffnet mir die augen über solche muster (siehe mein blog).

    hey emil, weisst du, was ich zu dem künstler, bei dem ich mal zwei jahre arbeitete und dem gefiel, dass ich ihn nicht hofierte, gesagt habe? „es scheissen doch alle leute gleich.“ so ungefähr. und daran denke ich oft, wenn menschen „überhöht“ oder übersehen werden.

    ich freue mich schon auf deine neuen bilder!

  4. irgendlink sagt:

    Gerade gestern habe ich mich mit einer älteren Dame wieder über die Kunst unterhalten und warum viele einen Dünkel haben – es ging ums Malen. Bzw. eigentlich um das Spiel, das betrieben wird, um Macht und Status zu erhalten. Das wird in Politik und Kunst gleichermaßen extrem betrieben, oft mit Arroganz und Lügen hält sich derjenige/diejenige künstlich oben, indem die, die ähnliche Qualitäten aufweisen, nur nicht auf die Idee kommen gelassen werden, dass sie es genauso gut könnten. In der Politik gehts um Macht. In der Kunst um den Verkauf. Wer kauft schon ein, sagen wir zum Beispiel, Popartgemälde von einem Noname als Wertanlage?
    In unseren Kreisen geht es zum Glück nicht so rüde zu.

    • Der Emil sagt:

      Siehste, und aus dem „Geschäft“ halte ich mich (meist) raus mit cc by-nc-nd. Ich mag nicht verkaufen (da würde bei jedem Verkauf ein Stück meiner Seele mit übern Ladentisch gehen, befürchte ich).

  5. wildganss sagt:

    Solche negativen Zuschreibungen gäbe es vorwiegend bei Frauen, dachte ich immer- aber nein…um so wunderbarer, wenn du über diese mächtigen Dinger inzwischen drüber hupfen kannst- und zu dem Menschen werden, als der du gedacht warst und dich selber denkst….Mein Beifall!!

    • Der Emil sagt:

      Ach, das ist bei Männer wahrscheinlich noch schlimmer. Nur daß die öfter sich selbst zwingen … (und es nach Möglichkeit mit Großkotz übertönen)

  6. Gudrun sagt:

    So wie sich alles entwickelt hat, wie du dich entwickelt hast, lieber Emil, ist das großartig. Und ansonsten ist vieles schon gesagt.
    Gruß von der Gudrun

  7. Frau Blau sagt:

    lieber Emil,
    wie sehr ich deine Ehrlichkeit immer wieder schätze!!! Und eben auch deine Bilder, ich wollte sie in diesem Reiegn nicht missen, sie waren ausdrucksstark und hatten ihre ganz eigene Sprache, ich hoffe, dass du auch bei der nächsten Runde mit dabei bist.
    Aber weißt du, ich habe manchmal auch sehr ungute Gefühle, wenn ich etwas poste oder eben bei pixartix mitmache … mir gelingt es zwar zunehmend besser mich nicht zu vergleichen, aber manchmal ist mir doch nach Tarnkappe, besonders in den letzten Wochen, in denen mir die Worte etwas abhanden gekommen sind.
    schön, dass es dich gibt und das ist jetzt kein Schmuh und auch kein fishing for compliments!!!

    herzliche Grüße
    Ulli

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