Aus dem neuen Lexikon des Unwissens
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So. Wieder habe ich ein Buch ausgelesen. Diesmal war es Passig/Scholz/Schreiber: “Das neue Lexikon des Unwissens. Worauf es bisher keine Antwort gibt.” Ich fand es ziemlich unterhaltsam, wirklich. Die seltsamsten Themen waren für mich unzweifelhaft “Loch” (Ja wie denn? Was bitteschön ist ein Loch? Nicht: Ein Loch in irgendetwas. Nur ein Loch. Nein, ich will nicht wissen, was es nicht ist!), “Zitteraal” (Wieso wird der durch seinen Stromschlag nicht selbst gelähmt?) und – Achtung, es gehört zum Buch! – “Orgasmus, weiblicher”. (Das Warum ist da die Frage, die einer befriedigenden – ja, der mußte jetzt sein – Antwort harrt!)
In besonders gemeiner Weise und Absicht haben die Autoren ein besonderes Kapitel an den Schluß ihres Buches gesetzt. Sie nehmen nämlich das “Unwissen 2007” nocheinmal auf: Sie stellen fest, daß es in fünf Jahren nicht wirklich gelang, eines der ursprünglichen Themen zu klären. Bei 13 Themen gab es überhaupt keine Forschungsergebnisse, bei den neunundzwanzig anderen ging es nur ein Stück voran.
Dabei sind so wichtige Fragen wie:
- “Wie pflanzen sich Aale fort?”
- “Wie entstand Hawaii?”
- “Warum klebt Klebeband?” (Und woher kommt die ziemlich hohe Energie der Röntgenstrahlung, die entsteht, wenn man ein Klebeband im Vakuum abrollt? – Anm. Der Emil)
- “Wie entstehen Kugelsternhaufen?”
- “Warum verhält sich Wasser so wunderlich?”
- “Warum wird Kurzsichtigkeit weltweit immer häufiger?”
- “Wer verfaßte das Voynich-Manuskript, und was bedeutet es?”
(Alle Fragen aus dem Buch zitiert, S. 273 ff. Quellenangabe im Kasten.)
Damit soll es genug sein mit den ungeklärten Fragen. Denn zu jeder von ihnen habe ich mich in den letzten Tagen durchs Internet gewühlt und – natürlich nur sehr wenig Erhellendes gefunden. Also im Prinzip garnichts Erhellendes.
Na gut, eine der Fragen stelle ich näher vor:
Womit und warum schnurren Katzen?
Zum Forschungsstand von 2007 ist nur eine einzige Veröffentlichung über das Katzenschnurren hinzugekommen. Sie erschien 2009 und handelt vom unterschiedlichen Klang des zufriedenen Schnurrens und des «Hallo, hallo, ich hätte gern was zu essen, hallo, es eilt!»-Schnurrens. Auch Menschen ohne Katzenerfahrung können die beiden Geräusche unterscheiden, wenn sie ihnen im Experiment vorgespielt werden, und empfinden das Fütter-mich-Schnurren als unangenehmer und schwerer zu ignorieren. …
Passig/Scholz/Schreiber: Das neue Lexikon des Unwissens. S. 284
1. Auflage 2012 © 2011 by Rowohlt · Berlin Verlag GmbH, Berlin
ISBN 977 3 87134 698 9
Tja, womit schnurren sie denn? Mit den Stimmbändern? Mit dem Kehlkopf? Oder mit der Nasenscheidewand? Und warum tun bzw. können sie es?
Eines weiß ich aber: Katzenschnurren beruhigt auch mich.
Kann mir mal jemand einen Kater borgen? Nein, bitte nur einen vierbeinigen, lebendigen mit ganz viel Fell und Nadelbeinen … Ach ja, das Buch von 2007 werde ich noch lesen, und auch das hier zitierte ist zumindest einen Bibliotheksbesuch wert.
Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.
P.S.: Positiv am 23. November 2012 war der lange Mittagsschlaf.
© 2012 – Der Emil. Nicht zitierter Text steht unter der Creative Commons 3.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).
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Der wordpress-reader zeigte mir freundlicherweise darüber ein post mit Katzenbild an.:) Liebe Grüsse – Uta
Pingback: Send me a cat | Herbstbaum
Schnurrige Wochenendgrüße zu dir vom Dubliner Flughafen. 🙂
Schon wieder ein toller Post Emil, du wirst immer besser!
Greetings
Dina
Besten Dank. (Oh – Baile Átha Cliath ist einer meiner Sehnsuchtsorte. Wär jetzt gern dort.)
Mein Kater kommt jeden Tag, jeden Abend zu mir auf die Hüfte, platziert sich da und schnurrt und schnurrt und darüber schlafe ich dann ein…
Hach. Früher, als ich Kind war, lag ein Kater abends beim Einschlafen neben mir auf dem Kopfkissen.
Jetzt habe ich noch ein eigenes Katzenpost eingestellt. Sie ist allerdings nicht lebendig und es s(chn)urrt etwas anderes http://herbstbaum.wordpress.com/2012/11/24/send-me-a-cat/.
Lieber Emil,
ich kann an den Kommentar hier leider keine Bilder aus eigenen Beständen hochladen, aber für Dich stelle ich in meinem Blog sehr gerne einen „Leih-Kater“ ein 😉
Nadelbeine hat er zwar nicht, aber schnurren kann er wie eine Nähmaschine. Das übrigens vorzugweise auf meinem Kopfkissen, um welches abends dann durchaus auch mal Streit zwischen uns entflammen kann…
lG
Ellen
Ah, noch mehr Schnurrmaschinchen.
Nadelbeine – wenn die treten, mit Krallen draußen, dann sind das Nadelbeine …
Pingback: (nicht nur) für Emil – Fellnasen ;) | Das Erbe der Tara
Also das wird man auch nicht rausbekommen, mit was die Katze schnurrt. Auf dem Seziertisch sind alle Lebewesen leise. 😀
Zwei Stubenschnurrer kann ich dir mal borgen. Sie schnurren nicht nur laut und lange, sie wärmen auch und sorgen ab und zu für ein richrtig gutes Unterhaltungsprogramm und sorgen für so manchen Lacher.
Gute Nacht, lieber Emil.
Ach Gudrun, falls ich die nochmal sehe, bringe ich auch Leckerli mit.
…ich mag so sokratische Fragen wie „Was ist ein Loch?“
Da merk ich, wie mein Gehirn in anderen Bahnen zu denken beginnt…
…definitionsversuch von mir: Ein loch ist etwas, wo nichts ist, vorher aber etwas war und auch rundherum noch etwas ist. hihi *das ist lustig.
Wünsche dir einen schönen schweigsamen Sonntag,
♥liche vegane Grüße, miss viwi
P.S.: Die Tierheime sind voll mit armen, einsamen, vierbeinigen Schnurrmaschinen, vielleicht ist ja eine dafür bestimmt, den Rest ihres Lebens bei dir zu verbringen.
Schon Kurt Tucholsky philosophierte übers Loch:
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du katzenversteher 🙂