2025 – 360: Noch ein Feiertag

Und danach kommt auch noch das Wochenende.

 

Oh weh. Zweieinhalb Feiertage, an denen kaum irgendwelche Geschäfte geöffnet hatten! Und gleich danach Sonnabend und Sonntag. Und das viele Essen. Und ganz viele Gespräche, die liebevoll, besinnlich und natürlich wohlwollend mitgestaltet werden mußten und müssen. Ja, das ist anstrengend, sehr anstrengend.

Mir war heute estwas blümerant. Müde, schlaff, eine Weile quälte mich ein trockener Reizhusten. Ich war dennoch eine Stunde im Dorf unterwegs (nicht allein) und fand ein paar Motive für die Kamera. Aber noch weiß ich zu wenig über deren Bedienung und Möglichkeiten; und in die Bildbearbeitung mit RawTherapee muß ich mich auch einfitzen. Mittlerweile finde ich es in Ordnung bis gut, daß ich hergefahren bin und die Weihnachtstage mit meiner Mutter verbrachte und verbringe. Schwierig ist es tatsächlich, denn ihre Hör- und Sehleistung sind deutlich verringert. Wenn ihr hören würdet, wie ich mit ihr zu sprechen versuch … Ja, auf die Art und Weise versteht sie mehr, aber damit meint sie auch viel früher zu wissen, was ich sagen möchte (und was daraus folgt, ist vorstellbar).

Zum Glück fand in diesem Jahr nicht mehr das große Familientreffen statt (ich weiß nicht, wann davon das letzte war) mit mehr als 20 Leuten. Hier läuft für mich dasselbe Radio wie zuhause und ich seh mir auch keine anderen Fernsehsender an. Manchmal habe ich das Gefühl, daß ich auch hier Selbstgespräche führe und nur Selbstgespräche. Am meisten wundert mich, daß mich das nicht wirklich stört. Will sie etwas nicht verstehen, dann versteht sie es eben nicht. Bedrängt sie mich zu sehr, ziehe ich mich zurück (das geht wirklich). Und wenn ich zurückkomme, weiß sie nicht mehr, worum es ging. Nach zehn Minuten fängt sie dann nochmal mit diesem Thema an und ich reagiere nicht mehr.

Auf diese (von vielen vielleicht als lieblos wahrgenommene) Art halte ich zweieinhalb Feiertage und ein Wochenende aus. Ich muß wohl Mutter gegenüber nachsichtiger werden, wenn ihr Verhalten auch noch so verletzend ist.

Tagebuchgeblogt.

 

Erinnerung des Tages:
Einmal erkannte ich den Weihnachtsmann: Er trug die Uhr meines Vaters.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Am 26. Dezember 2025 war ich zufrieden mit mit einer Runde durchs Dorf, mit lange nicht gesehenen Verwandten (nur wenige und nur kurz getroffen), mit meiner versöhnlichen Stimmung am Abend.


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Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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2 Antworten zu 2025 – 360: Noch ein Feiertag

  1. Richard Horn sagt:

    Demenz ist schwierig, für alle Beteiligten. Vielleicht ist es gut, dass Du immer wieder eine neue Chance hast. Bleib geduldig…

    Liebe Grüße von Richard

  2. anneeulia sagt:

    Ja, wenn die Eltern alt werden.
    Da war der Weihnachtsmann sehr unvorsichtig.🤣
    Mein Vater war bei der Bescherung immer dabei,
    also war es mein Vater selber schon mal nicht.
    Ich weiß, dass mein Onkel es bei meinen Schwestern war.
    Bei Mir keine Ahnung wer den da spielte.
    Und ob Papa das mal irgendwo gemacht hat.
    Keine Ahnung, aber das Kostüm fand ich als Kind im Heizungskeller.😉

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