343 im Advent 2025: 9. Türchen

 
Das ist mein 16. Blog-Adventskalender. Beim Schreiben denke ich oft an die, die krank sind oder Unterstüt­zung benötigen, an alle, die einsam oder allein sind. Möge allen Menschen eine im wahrsten Sinne des Wortes wunder­volle Weihnachtszeit beschieden sein. Meine Kerzen brennen auch in diesem Jahr für alle Menschen und Tiere, vor allem für die, die Hoffnung und Trost brauchen, und für die, die Freude an dieser Zeit haben.

 

Fürsorglicher als manch anderer zu dieser Zeit.

 

 

Es war Winter in der Stadt. Der brachte eines Nachmittags Schnee auf die Straßen und Plätze. Wie schon seit Monaten saß da der Mann mit dem großen Hut mit seinem Hund neben der Bushalte­stelle auf dem Boden. Mit dem Rücken lehnte er sich immer wieder an die große Werbetafel des Discounters. Manchmal las der Mann, manchmal schrieb er etwas in ein Schulheft. Vor dem Hund ein Schüs­selchen mit Futter, ein Schüsselchen mit Wasser, vor dem Mann ein Becher mit wenigen Münzen und ein Schild: „Wenn mein Hund satt ist, habe auch ich Hunger. Danke.”

Wenn es feucht war, lag der Hund auf einer Matte, der Mann saß meist auf Karton. Auch bei Schnee war das so. An diesem Nach­mit­tag schneite es in dichten Flocken. Als ich auf den Bus wartete und darüber nachdachte, ihm von meinem Kleingeld zu überlassen, geschah, was ich nie erwartet hätte. Der Mann nahm seinen Schal vom Hals, schlug den Kragen seiner Jacke hoch und deckte dann den Hund mit dem Schal zu. Der hob dann den Kopf, sah sein Herrchen an und legte die Schnauze wieder auf seine Pfoten. Ich sah Sorge in den Augen des Mannes, Sorge um seinen Begleiter.

Als ich in die Hocke ging und Geld in seinen Becher gab, hörte ich ihn zu ersten Mal sprechen: „Danke. Sie dürfen den Hund gerne auch kraulen.” Ich tat es kurz, hörte den Bus um die Ecke lommen und wünschte einen … Nein, ich sagte auf Wiedersehen, denn wie sollte ich ihm und dem Hund einen guten Tag wünschen können? „Er begleitet mich seit 17 Jahren. Ihn sehe ich also jeden Tag wieder …” Als der Bus abfuhr, beobachtete ich, wie draußen neben der Haltestelle ein sehr fürsorglicher Mann liebevoll seinen lang­jäh­ri­gen Freund streichelte.

 

 

Erinnerung des gestrigen Tages:
Die Weissagung in der Kirche St. Wolfgang in Schneeberg, zur Mettenschicht mitten in der Nacht.

 

Ich schleiche mich davon und wünsche eine schöne Advents- und Weihnachtszeit.

Der Emil

 

P. S.: Gestern, am 8. Dezember 2025 war ich zufrieden mit den trotz spätem Aufstehen geschafften Dingen, mit dem zusätzlichen Kaffee am Nachmittag, mit der das Fliewatüüt betreffenden Entwar­nung (ich konnte keinen Fehler feststellen).


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Über Der Emil

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2 Kommentare zu 343 im Advent 2025: 9. Türchen

  1. Wolfgang sagt:

    Und was sagt die Weissagung in der mir geweihten Kirche in Schneeberg voraus?

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