2025 – 188: Grau

Was mir an mir heute scheinbar grundlos deutlich auffiel.

 

Er ist wirklich grau geworden, mein Bart. Deutlich grau. (Ja, die Haare auf dem Kopf verhalten sich ähnlich.) Nicht schlagartig, nicht von einem Tag auf den anderen oder innerhalb einer Woche. Ich weiß, daß sich das über eine wesentlich längere Zeit entwickelt hat. Doch im Spiegel und selbst auf Fotos ignorierte und ignoriere ich diese Tatsache meist.

Dann aber gibt es Tage wie heute, an denen mir das Grau direkt ins Auge springt, sich nicht übersehen läßt. Einen Grund oder einen Anlaß dafür konnte ich nicht ausmachen. Aber heute fiel mir auch wieder auf: Ich bewege mich ganz ähnlich wie mein Vater. Als würde ich ihn kopieren wollen. Da bemerke ich Gesten, die ich bisher nur von ihm kannte, Bewegungen, die ich meist als liebenswert schrullig wahrnahm. Ob das allen oder vielen Menschen so geht, daß sie – wie ich – im Alter mehr oder weniger absichtlich und bewußt ihre Eltern kopieren, etwas übernehmen? Oder ist das … Naja, bin ich so besonders?

Ich war übrigens nie jemand, der sich verzweifelt die grauen Haare ausgerissen hat oder über Färbung bzw. Tönung nachdachte, und auch heute ist das kein Thema für mich. Ich bin ja auch immernoch begeistert von weißhaarigen Menschen (oder grau­haarigen), von Menschen, die ihr Alter nicht um jeden Preis verbergen wollen oder müssen.

Zum Schluß noch meine Antwort auf die Klischeefrage (die es auch in der Realität geben soll): Nein, da habe ich wirklich keine grauen Haare.

 

Heute weggegeben bzw. entsorgt:
Ich brachte um die Mittagszeit 20 Bücher in ein Öffentliches Bücherregal.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Am 7. Juli 2025 war ich zufrieden mit dem gestern kalt angesetzten Kaffee, mit dem Regen, mit dem halbwegs beladenen Fliewatüüt.


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Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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5 Kommentare zu 2025 – 188: Grau

  1. Pit sagt:

    Bei mir hat sich das Grau über Jahre hinweg entwickelt, ebenso wie die (mittlerweile ziemlich) „hohe Stirn“.
    Und übrigens: ich habe ja immer unanständige Gedanken bei Allem, was ich lese, aber auf DIE Klischeefrage wäre ich nie gekommen. 🤣

  2. Ich hatte die ersten grauen Haare mit Anfang Zwanzig, habe jahrelang gefärbt, bis es mir irgendwann zu dumm wurde. Jetzt bin ich glücklich als Graukopf. Das graue Haar betont meine dunklen Augen, das gefällt mir ganz gut.

  3. Elvira sagt:

    Meine dunklen Haare sind mit vielen weißen Strähnen durchsetzt, das finde ich sehr schön. Einmal habe ich vor vielleicht zwei Jahren färben lassen, aber das war dann irgendwie nicht ich. Nach wenigen Wochen ließ ich mir die Haare extrem kurz schneiden und bin wirklich froh, dass ich jetzt wieder ich bin. Ob mein Bart, so ich einen hätte, auch weiß wäre, mag ich nicht beurteilen, ab DA habe ich auch weiße Härchen.

  4. @honigwein_ sagt:

    @deremil ja und? Wenn du nicht gerade erst 20 bist, ist das doch der Lauf der Dinge …

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