Vorstellung von ehemals Vertrautem und doch nur selten Gesehenem.
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Der Anblick ist sonderbar vertraut: Auf allen, wirklich allen Tischen stehen „Reserviert”-Schilder. Kurz hinter dem Eingang ins Lokal erwartet die Gäste die Aufforderung: „Bitte warten! Sie werden plaziert.” Die Stühle mit braunem Cord bezogen, Tischdecken in Gelb, die künstlichen Grünpflanzen von Staub bedeckt. Ein Experiment zu Zeitreisen vielleicht? Denn wenn – Wenn! – die einmal irgendwann einmal möglich gewesen sein werden, dann doch wohl nicht körperlich, sondern nur … Wie könnte das genannt werden? Psychisch? Geistig? Jedenfalls in einer Art AKE, nicht wahr? Das direkte Einspeisen des Erlebens und Handelns in der Zielumgebung zur Zielzeit in das Hirn des Zeitreisenden zu seiner Jetztzeit.
Ist Kaffeehausmusik zu hören? Jedenfalls breitet sich ein Geräuschteppich aus, der ebenfalls irgendwie bekannt zu sein scheint. Ein Klavier, Streicher, ein Saxophon vielleicht oder eine Klarinette, dazu Gitarre und fast unhörbares Schlagzeug. Kein Gesang. Und kein Geruch!
Was auch fehlt, sind Menschen. In dieser Kulisse scheinen noch nie welche gewesen zu sein oder schon lange keine mehr. Am Tresen rechts steigt ein dünner Rauchfaden aus einem Aschenbecher auf.
Erinnerung des Tages:
Im schmalen Gastraum eines Hotels in Koblenz trank ich vor der Jahrtausendwende meinen ersten Federweißen; seitdem mag ich dieses Getränk.
Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.
P.S.: Am 18. Mai 2025 war ich zufrieden mit umsortierten Kladden (wieso nur habe ich sooooooo viele), mit Sauerkrautsalat, mit aufgeschriebenen Phantasien.
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(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

