Als ob der Zeitpunkt eine Rolle gespielt hätte.
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Ein seltsames Gefühl breitete sich in mir aus, als er mich fragte, ob ich glücklich bin. Nein, Moment, das sagte er ja überhaupt nicht. Er fragte, ob ich glaube, daß ich glücklich bin. Genau. „Glaubst Du, daß Du glücklich bist?” Genau das waren seine Worte. Wir lagen nebeneinander, händchenhaltend, ich weiß nicht mehr, ob vorher oder danach. Aber in diesem Moment, als er mich das fragte, dachte ich: ja. Ich fühlte mich dabei sehr traurig, fast so, als sei dieses Glück etwas Ungutes, etwas Bedrohliches. Und als ich seine Frage mit einem leisen Ja beantwortet hatte, wußte ich, was sich da so seltsam anfühlte: Ich erkannte, was ich verlieren könnte.
Wahrscheinlich klang mein Wort anders. Er nahm mich in den Arm, legte seinen Kopf an meinen und flüsterte mir zu. Davon, daß auch er glücklich sei in diesem Moment, dieses Glück aber nicht ewig dauern könnte, daß er diesen Moment und solche Momente immer und immer wieder mit mir erleben will. Das versöhnte mich etwas mit der Endlichkeit alles Guten und ich konnte mich in seine Hände und Lippen und Zärtlichkeiten fallen lassen.
Ah, es muß also vorher gewesen sein …
(In meinem Kopf geistert noch immer die Frage, ob ich ein Geschlecht „vergeben muß” an die hier denkende, sich erinnernde Person.)
Heute weggegeben bzw. entsorgt:
Auf meinem Weg nach Irgendwo stellte ich nebenher einige Bücher in einen Öffentlichen Bücherschrank #publiclibrary.
Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.
P.S.: Zufrieden war ich am 8. Oktober 2024 mit dem frühen weckerlosen Erwachen, mit meinem Umgang mit der Enttäuschung, mit dem Mitfreuen für jemand anderen.
© 2024 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).


Sich „Mitfreuen für jemand anderen“ ist selten…
Hm, bei mir eher nicht selten. Ich erwähne es üblicherweise nur nicht.
Ich finde es nicht selten. Es gibt oft Situationen wo ich mich für jemand anderen freue.
Vielleicht sind die meisten Menschen zu oft neidisch um sich mit oder für andere zu freuen.
Gruß, Nati
Nein, du musst kein Geschlecht benennen, denn wer da mit wem diese Glücksmomente erlebt, ist völlig nebensächlich.
Aber selbst mich verblüfft, daß ich es nicht weiß, daß diese Person in meinem Kopf kein eindeutiges Geschlecht hat. (Und ich frage mich auch, wieso das so ist.)
@deremil Ich würde kein Geschlecht dazu schreiben. Gefällt mir und ja, das kenne ich auch, diese Gefühl, bei jedem bewusst erlebten Glück.
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Ich werde den Text auch nicht dahingehend ändern. Und dennoch wundere ich mich …
@deremil@deremil.blogda.ch
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