Mal ist es so damit, und manchmal so. Immer aber anders.
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Heute schöpfe ich (Schon wieder? Wie oft will ich das denn noch machen?) aus meinem erklecklichen Vorrat der vor Jahrzehnten von den Blättern des Abreißkalenders abgeschriebenen Sprüche.
Das Gedächtnis ist eine unabhängige Instanz, keine Immunität schützt vor ihm, es bohrt sich durch alle Verdrängungen und kriecht hervor oder springt einen an, plötzlich und ohne Vorwarnung – es gibt keinen Schutz vor dem Gedächtnis.
Jurij Brežan (∗ 1916 – † 2006, sorbisch-deutscher Schriftsteller)
Manchmal wünsche ich mir, daß meine Erinnerungen und mein Gedächtnis sich so benehmen würden, wie es Brežan beschreibt. Allein, mein Verdrängungsmechanismus ist lang und gut eingeübt, da ist es schwer hindurchzukommen. Aber es wird – langsam! – mehr, das ich wieder weiß. Und das ist gut so. Lange Zeit hätte ich nie geglaubt, daß ich mit diesem Wiedererscheinen meiner Erinnerungen (auch der unangenehmeren) einmal zufrieden sein könnte.
Ich schleiche mich davon und sage Danke fürs Lesen.
P.S.: Am 21. Januar 2023 war ich zufrieden mit dem Verschlafen um fast sechs Stunden (trotz dreier klingelnder Wecker), mit den Ergebnissen meines Erinnerns, mit der Pizza am Abend.
© 2023 – Der Emil. Eigener Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).


Brežan – was für ein eigenartiger Name! Oder ist es nur ein Schreibfehler?
Das ist kein Fehler — es ist die Sorbische Schreibweise.
Schau dir bitte mal deinen Text an und da den Namen! 2mal sind sehr kryptische Zeichen zu lesen. Das meine ich mit Schreibfehler. Nix für ungut!
Du siehst die Zeichenfolge ž ?
Das ist ein HTML-Code für „ž“ und wird in allen Browsern, die ich hier habe, korrekt dargestellt … Auch im Reader auf dem Android-Smartphone ist das ž zu sehen und nicht sein Quellcode-String.
Jurij Brezan, ach, ich hatte ihn fast vergessen. Ich könnte mal wieder etwas von ihm lesen; Die schwarze Mühle zum Beispiel. Danke für das Erinnern. Ich habe zwar eine Menge Lesestoff mit, aber so recht gefällt mir gerade nichts.
Brezan muss ich Recht geben. Ich möchte manches gerne vergessen und kann es nicht.