Nur ein Hauch, der durchs Denkicht wehte.
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wie einfach das leben doch war, als in allem und jedem noch poesie zu erkennen war. als jeder blick noch ein motiv für eine eindrückliche photographie, eine zeichnung oder ein gemälde lieferte. als noch jeder laut sich in der seele zu einer melodie gesellte, die jubilierend klang. das war, bevor … bevor. vor was denn. bevor der mensch sich vereinzelte. zu einem einzigartigen & vor allem von allen anderen unterscheidbaren individuum werden mußte. indem er, der mensch oder die menschin oder jodu menschn an die geforderten optimierungen der persönlichen eigenschaften so weit sich anzupassen hatte, daß er ununterscheidbar wurde & blieb. außer beim aus-der-reihe-tanzen. was jedoch immer strengstens verpönt war & noch ist.
das hier ist eine tanzstunde genau darin: im aus-der-reihe-tanzen. im bewußten ignorieren sonst so wichtiger konventionen. natürlich unter dem deckmantel der wortkunst. die ja auch ein eigenes aussehen haben muß. (leider ist das nur im browser wirklich sichtbar.) sich von aller anderen wortkunst unterscheiden muß. wenigstens im aussehen. denn die buchstaben & satzzeichen sind ja „überall” dieselben. aus gutem grund. so nämlich sind worte für alle verstehbar. und erkennbar. in schriftform. wie das früher wohl gewesen sein muß vor der schrift. als man sich mündlich im gespräch vis-à-vis körperlich anwesend von angesicht zu angesicht mitteilen mußte. ohne schrift. wenn sich die gesprochenen sprachen der nachbarstämme & nachbardörfer voneinander unterschieden & es noch keinerlei kanak-sprack-denglisch-kauderwelsch zur geflissentlichen (nicht-)verständigung gab …
wie ein fach das le ben doch war als in al lem und je dem noch po e sie zu er ken nen war – und der blick auf die dinge & gegebenheiten an sich fiel und nicht sinneseindrücke von maschinen übermittelt werden konnten & mußten weit bevor jodu menschn vor seinem endgerät alleine sitzend in die welt hinauszuklagen gezwungen wurde durch seine eigene bequemlickeit.
das denkicht dreht sich wie ein derwisch heute nur um sich selbst.
Ich schleiche mich davon und sage Danke fürs Lesen.
P.S.: Gut fand ich am 16.10.2022 abgeschlossene Vorbereitungen für den Montag, den endlich entsorgten Datenmüll (ich habe eine 2-TB-Festplatte geleert), die Zeit in der Badewanne (mit Buch).
Für morgen zog ich die Tageskarte Sieben der Kelche.
© 2022 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).


Ein feiner Text. Ja, das Schauen hat sich tatsächlich auch bei mir abgenutzt, das Schauen und das Hinschauen, das Hinfühlen und das Wahrnehmen. Die Einmaligkeit ist kaum mehr da. Und das meine ich jetzt weniger auf die einzelnen Menschen bezogen, sondern auf das, was mir im Leben passiert. Du siehst, für deinen Text(anfang) gibt es durchaus andere Lesearten. Das mag ich an solchen Texten, die so für sich einfach da stehen und etwas mit meinen Gedanken anstellen …
Vielen Dank.
In meinem persönlichen Erleben sind die Menschen — pardon, die Verbraucher (!) wesentlich uniformer/uniformierter, als die Bürger (!) damals in der DDR in ihren Wünschen und in ihrem Verhalten (ja, so erlebe ich das, andere dürfen das gerne anders erleben) es waren.
Ich freu mich jedesmal, wenn jemand so wie Du gerade schreibt, daß mein Text gemocht wird.
Es wird durchaus reichlich dafür gesorgt, dass nur ja niemand aus der Reihe tanzt.
Ich beobachte, dass diese Bestrebungen bereits mit der Pädagogik in Kindergärten anfängt, zumindest in jenen „Gärten“ (wo ja blühende Vielfalt willkommen sein sollte), wo der Staat lenkt.
Später geht’s dann weiter in der Schullandschaft, wo Kinder und Jugendliche auch PISA-fit gemacht werden sollen.
Außerdem sollen die jungen Menschen maschinenfit gemacht werden –
während ihre Körper verkümmern und ihre Seelen stumpf werden!
Dann lernen sie, wie man die Ärmel hochkrempelt, um sich gegen Konkurrenz durchzusetzen – was Kooperation bedeutet, das ist nicht wichtig zu wissen.
Ich bin leidenschaftlich dafür, dass persönliche Talente entdeckt werden dürfen. Vor allem bin ich dafür, dass man das Bewahren und Wertschätzen wieder begreift – anstatt zum ferngesteuerten Verbraucher geformt zu werden.
Sogenannte Fortschritte zum Preis von Rückschritten sind nicht mein Ding.
Ich bin da beinahe vollständig Deiner Meinung (die Einschränkung bei den Kindergärten würde ich nicht machen).
Es werden Verbraucher, verbrauchende „Arbeitnehmer“ herangezogen. Da finde ich, daß die entwickelte sozialistische Perönlichkeit mehrdimensionaler war. Maschinenfit, genau!
„Bereits“ und „anfängt“ war ohnehin keinesfalls einschränkend mit „Kindergärten“ gemeint, sondern beginnend mit dem Kindergartenalter, was sich im Schulalter fortsetzt.
Dazu noch Eltern, die ihre Sprösslinge systemkonform er“ziehen“.
All diese Faktoren ergeben in späterer Folge Persönlichkeiten, die konditioniert sind, bei einem bestimmten Signal zu den Waffen zu greifen – das mag natürlich überspitzt anmuten, aber wenn man es genau betrachtet, ist dieser Weg durchaus einleuchtend. Ich möchte auch auf die so wichtige Dokumentation „Alphabet“ von Erwin Wagenhofer hinweisen. Er beleuchtet die Bildungslandschaft sehr eindringlich!
So vieles über Jahre beobachtend, war ein Grund für mich (es gab auch einige andere Gründe), mich aus diesem „bildenden“ beruflichen Umfeld zu verabschieden, lieber Emil!
Ich zweifle, daß staatlich gelenkte Kindergärten die schlimmeren sind …
Aber wieder stimme ich Dir grundlegend und ohne Absicht einer Ein- oder Widerrede zu.