Nur selten noch gibt solcherart gefertigte Druckwerke.
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Ich mag Bücher und Akzidenzen, die im Bleisatz gedruckt wurden. Ich merke beim Lesen, beim Anfassen, daß ein Buchstabe, eine Letter ins Papier drückte, eine winzige fühlbare Spur hinterließ. Und je weniger noch in dieser Technik gedruckt wird, desto weiter verschwinden Kenntnisse, Fertigkeiten und Begriffe im Vergessen. Wer weiß denn noch, wie der Setzer im Bleisatz die Buchstaben lesen können mußte und konnte? Wer kennt noch den Halbgeviertstrich, der als Gedankenstrich verwendet werden soll statt des Trennstriches: – statt –?
Ja, die Computerisierung und DTP, Drucker aller möglichen Arten haben die Erstellung von Drucksachen sehr vereinfacht. Im Prinzip kann jeder, der einigermaßen mit einem Schreibprogramm umgehen kann, auch annehmen, daß er damit ein druckfähiges Buch erstellen kann. (Wer sich eingehender mit DTP und Layout beschäftigt hat, weiß, daß dem meist nicht so ist.)
Natürlich ist Bleisatz etwas, das mittlerweile anachronistisch wirkt, ebenso altmodisch wie der Druck mit hölzernen Lettern (ja, das gab es auch, sogar schon vor Gutenberg). Aber davon träume ich noch: Irgendwann einmal vom Setzen übers Schließen bis zum Druck bei der Entstehung dabeisein, wenn etwas im Bleisatz gedruckt wird. Vielleicht schaff' ich das ja noch, irgendwann, irgendwo. Hierzustadt gibt es ja die Hochschule für Bildenden Kunst, die Burg, an der auch Buchgestaltung gelehrt wird (und in diesem Studiengang werden noch immer Bücher im Bleisatz gedruckt) und in Leipzig, also gleich nebenan, ist da nicht sogar ein Druckereimuseum?
Ach: Viel über Bleisatz hab ich gelernt im Blog von Martin Z. Schröder – Neuigkeiten von ihm sind auch bei Letterpress Berlin zu finden. Leider ist es auf seinem Blog seit zwei Jahren zienlich still geworden, dennoch lese ich diesen oder jenen Artikel immer mal wieder; so ein, zwei mal im Halbjahr sehe ich nach, ob es nicht auch wieder neue Artikel gibt.
Ich schleiche mich davon und sage Danke fürs Lesen.
P.S.: Gut fand ich am 02.10.2022 die im geliehenen trockenen Schlafsack verbrachte Nacht, eine Streuselschnecke zum Frühsrück, das laute Lachen über meine Performance „Schlafender Mönch im Regen”.
Für morgen zog ich die Tageskarte Ritter der Schwerter.
© 2022 – Der Emil. Text & Bild unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).


Die Haptik eines so gedruckten Buchs ist wirklich etwas Besonderes.
Visitenkarten.
Visitenkarten und Briefköpfe!
Wenn du mal nach Mainz kommst, Gutenbergmuseum und die Druckwerkstatt nebenan anschauen, meine Empfehlung!
Schöne Grüße
Mainz. Als erstes würde ich dennoch die Winzer in Mainz besuchen.
Falls ich irgendwann einmal hinkomme, erinnere ich mich an Deine Empfehlungen! Versprochen!
Als Schüler haben wir uns mal eine alte Druckerei angesehen, wo die einzelnen Buchstaben, spiegelverkehrt, gesetzt wurden. Habe jetzt länger drüber nachgedacht, weiß allerdings nicht mehr wo es war.
Ich kenne noch Zeitungen, die damals™ in Bleisatz gedruck wurden.
Als die Drucker nicht mehr gebraucht wurden, stieg mein Mann auf Gastwirt um und das Verhängnis nahm seinen Lauf…
Was war er tatsächlich? Drucker, Setzer oder oder oder?