Nach der Druckerei in die Buchbinderei.
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Ein gebundenes Buch (also kein Paperback) hat einen Einband mit Deckel und Rücken, Seiten, oft auch ein Impressum, eine Titelseite. Und dann noch merkwürdige, meist leere Seiten vorn und hinten. Diese beiden Blätter sind üblicherweise aus anderem, wesenlich reißfesterem Papier als der Buchblock, also die zum Lesen bestimmten Seiten ohne Einband. Häufig ist das Papier gefärbt, machmal auch mit Landkarten oder Mustern bedruckt. Das Vorsatz(-blatt) dient vorne und hinten der Verbindung zwischen Buchblock und Einband. Es wird so zu Anpappblatt, der am Einband angeleimten Hälfte, und fliegendem Vorsatz, dieser oft leeren Seite. Wenn ihr grad ein gebundenes Buch in der Nähe habt, schaut euch mal an, wie diese Verbindung genau aussieht.
Das Vorsatz alter, sehr alter gebundener Bücher ist meist leer gewesen – und damit ist es etwas Besonderes: Es ist so alt wie das Buch selbst. Deshalb wurde und wird das Vorsatz gerne genutzt, um Fälschungen alter Urkunden und Schreiben anzufertigen. Pfiffig, stimmt's?
Das ist übrigens das Vorsatz von einer Bibel:

Das bestempelte Vorsatz einer sehr kleinen Bibel.
Der Stempeltext lautet: „Am Konfirmationstag zum gesegneten Gebrauch mit herzlichsten Wünschen überreicht von Deiner Kirchgemeinde
Auerbach, Palmarum 1957
Probst (handschriftl.) Pfarrer
Das Vorsatz wurde, wie am Beispiel zu sehen ist, durchaus auch für Widmungen und andere Zwecke genutzt. Ich selbst hinterlasse dort oft ein Exlibris …
Ich schleiche mich davon und sage Danke fürs Lesen.
P.S.: Gut fand ich am 03.10.2022 die Schokokekse zum Frühstück, ausreichen Kaffee den ganzen Tag, den ziemlich trockenen Abbau.
Für morgen zog ich die Tageskarte König der Schwerter.
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