#Adventskalender 2020 – 359: Das 24. Türchen am Heiligabend

Baumschmuckphilosophie. Wieso weniger auch hier mehr ist.

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Meinen 11. Adventskalender hier widme ich allen, die kämpfen, allen, die krank sind, allen, die Unterstützung benötigen. Ich wünsche allen Menschen (und mir) eine im wahrsten Sinne des Wortes wunder­volle Weihnachtszeit. Meine Kerzen brennen für Menschen, die Hoffnung brauchen.

 

 

Den Weihnachtsbaum schmücken? Für mich allein? Ich weiß nicht, ich hab diesmal wirklich keine Lust dazu. Allerdings hab ich ihn geholt, wie immer in der Baumschule. Selbst abgeschnitten mit dem Fichtenmopped. Heimgetragen. Sogar aufgestellt hab ich ihn schon. Der Duft des Baums ist deutlich wahrnehmbar. Aber schmücken? Hm. Wenn das nur nicht immer so eine langwierige Friemelei wäre: Erst die Lichtekette (Und welche bitte?), dann die Kugeln, dann Lametta. Das dauert doch wieder stundenlang. Und am Ende steht er nur für mich alleine hier. Aber den Heiligen Abend ohne geschmückten Weihnachtsbaum? Nein, das geht auch nicht. Eine Denk- und Zigarettenpause gönne ich mir, ehe ich dann auf dem Schrank in der Schlafstube nach den richtigen Weihnachtsbaumschmuckkartons suchen gehe.

Glas rot. Glas farblos. Glas bunt bemalt. Lichterketten. Holz und Stroh. Kerzen und -halter. Plötzlich habe ich das Bild eines Baums im Museum vor mir, den ich vor Jahren mal sah. Genau, das ist die Idee! Drei Kartons nehme ich mit in die Stube. Als erstes entwirre ich eine der 16er Lichterketten – sie leuchtet! – und verteile die altmodischen Glühbirnchen nur an der Vorder­seite auf den Zweigen. Dann greife ich nach den Strohsternen. Und auch die hänge ich nicht auf die Rückseite des Baumes, sondern ebenfalls nur auf die dem Raum zugewandten Seite in das Grün. Ja, seit ich den Trick mit der Hülse aus der Toilet­ten­papierrolle kenne, geht das recht fix. Einmal kurz die elektrische Beleuchtung anschalten, indem das Birnchen unten rechts wieder fest in die Fassung gedreht wird: Ja, das sieht richtig gut aus mit den zwei Dutzend Strohsternen und den 16 Birnchen. Das braucht nicht mehr Gebammel am Baum. Zum Glück habe ich eine ziemlich lichte Douglasie geholt, denn in einem wirklich dichten Baum würde dieser minimalistische Schmuck kaum zu sehen sein. Aber so!

Dann stehe ich mit dem Karton für Kerzen und -halter in der Hand vor meinem Baum. Da sind die alten Kerzenhalter aus Blech. Mit einer Art Krokodilklemme werden die an den Zweigen befestigt. Und oben zwischen die drei aufragenden Blechspitzen über einer Tülle kann ich Kerzen stecken. Zwölf Stück sind es, die ich finde. Und mehrere Packungen Baumkerzen, die wohl noch meine Großmutter gekauft haben muß vor 40? 50? Jahren. EVP 2,95 M.

 

Kurz vor sechs zünde ich an meinem Weihnachtsbaum zwölf echte Kerzen an. Ich glaube, das hatte ich noch nie. Einen Baum mit so wenig Schmuck und Licht und ganz ohne Lametta. Und mit echten Kerzen. Ehe ich mich zum Festessen hinsetze, mache ich noch drei Fotos davon. Ich bleibe auch die ganze Zeit ein wenig unruhig. Nein, ich habe keine Angst, daß der Baum in Flammen aufgehen könnte, nein, aber daß eine der Kerzen zu tropfen beginnt und mir den Teppichboden versaut. Das wäre unschön. Ich erfreue mich am Anblick der Lichter und des Baumes und an der Weihnachtsmusik, die aus dem Radio dudelt. Und nehme mir vor, den Film noch zwischen den Jahren zum Entwickeln zu bringen.

Was andere als spartanisch geschmückten Weihnachtsbaum bezeichnen würden, ist mir in seiner Schlichtheit in diesem Jahr gerade recht. Jetzt ist wirklich Weihnacht.

 

 

Ich weiß nicht, wann der Protagonist seinen entwickelten Film und die Abzüge abholen kann. Aber ich weiß, daß das jetzt mein elfter Blogadventskalender war. Entstanden ist das alles hier ja aus der Idee heraus, 24 Tage lang etwas durchzuhalten, täglich etwas zu tun. Eine Übung, die mir damals gelang. Die mir seither gelingt.

 

Ich wünsche Euch allen ein friedvolles Fest, ganz gleich, wie sehr und ob überhaupt ihr es feiert. Ich danke Euch für die Likes, Kommentare und fürs Lesen.

 

Ich schleiche mich davon und wünsche eine friedvolle Weihnacht.

Der Emil

 

 
Wer eine Gelegenheit sucht, zur Weihnachtszeit anderen zu helfen, der kann das im Dezember täglich ab 21 Uhr des Vorabends bei der Versteigerung von #hand2hand20 tun. Die Aktion ist eine gute Idee von Meg, ihr und allen Mitwirkenden danke ich dafür.

 

P.S.: Positiv waren am 23.12.2020 die fertiggestellten Komponenten meines Weihnachtsessens, ein Pfund Mandarinen, zwei erledigte Haushaltssachen.
 
Die Tageskarte für heute ist der Bube der Schwerter.

© 2020 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
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Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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9 Kommentare zu #Adventskalender 2020 – 359: Das 24. Türchen am Heiligabend

  1. Nati sagt:

    Vielen Dank für deinen schönen Adventskalender der mich jetzt schon eine paar Mal durch die Adventszeit begleitet hat.
    Ich wünsche dir, lieber Emil, schöne besinnliche Weihnachtsfeiertage.
    Bleib so wie du bist, ich bin gerne Gast auf deinem Blog.
    Alles Liebe für dich,
    Nati

  2. Lieber Emil, ich wünsche Dir unter Deinem schlichten Baum … was ’n Quatsch! Du wirst ja wohl kaum unter dem Baum sitzen, sondern davor oder daneben. Wie auch immer – wünsche ich Dir ein Weihnachtsfest, das ganz in Deinem Sinne ist. Und auch wenn dies nun das letzte Türchen Deines Adventskalenders war, hoffe ich doch, dass Du auch in Zukunft nicht zu selten ein Türchen zu Deinen Gedanken öffnest. Frohe Weihnachten!

  3. quersatzein sagt:

    Wunderbar! Ich danke für die vielen schönen Anregungen und wünsche schlichte und authentische Weihnachtstage!
    Herzlichen Gruss,
    Brigitte

  4. Roswitha sagt:

    lieber emil, er ist wunderbar, dieser baum. das grün muss sichtbar sein, die kerzen leuchten, mehr braucht es nicht, und dazu ein paar sterne oder kugeln. und dann zünden wir die kerzen an, denken nach über uns, und dann löschen wir die kerzen wieder. so brennt nie etwas, ich lebe seit über 70 jahren mit kerzen am weihnachtsbaum. und spätestens nach silvester fliegt er raus, weil zu trocken und brandgefährlich. ich wünsche die schöne festtage und angenehme raunächte, herzliche grüsse roswitha

    • Der Emil sagt:

      Wenn ein Baum bei mir steht, dann wird er erst am 3. Februar abgeputzt und kleingeschnitten. Mariä Lichtmeß sollte meiner noch erleben können (und wiedereinmal sind es 40 Tage).

  5. frauholle52 sagt:

    Liebe Grüße, frohe Weihnachten🌲 und danke für Deinen Adventskalender 2020! Regine

  6. beaneu sagt:

    Lieber Emil,
    auch für dich ein friedliches, liebe-und lichtvolles Weihnachtsfest.

  7. dergl sagt:

    Dir gute Feiertage!

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