Über zweihundert Jahre altes Aktuelles.
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Selten ist eine Quellenangabe länger als das Zitat; doch heute schaffe ich das:
Je mehr Vermögen Jemand besitzt, um so mehr strebt er nach Privilegien, damit er die Uebrigen quälen, unterdrücken, wie Klötze und Dummköpfe behandeln kann.
Johann Gottfried Seume: Verschiedene kleinere Schriften.
Prosaische und Poetische Werke von J. G. Seume. Vermehrte und berichtigte Ausgabe. Zehnther Teil.
Aus “Vorwort zu einem Bändchen Bemerkungen und Conjecturen zu schwereren Stellen des Plutarch.”
Hrsg.: Gustav Hempel, Berlin. Gelesen im Projekt Gutenberg.
Johann Gottfried Seume schrieb das zwischen 1800 und 1820, also vor ziemlich genau oder vor gar über 200 Jahren; wann genau, vermag ich nicht zu sagen. Ich bin mir auch nicht sicher, ob das in den zehn Bänden zu finden war, die ich einmal besaß und verkaufen mußte (es war wohl diese Ausgabe). Und da ich die Bücher nicht mehr besitze, kann ich auch keine Seitenzahl angeben. Seume war ein durchaus streitbarer Geist. Und seine nicht an die heutige Rechtschreibung angepaßten Werke sind manchmal auch etwas schwer zu lesen. Doch seine “Wanderung nach Syrakus” (in zwei Jahren gut 7000 km zum großen Teil zu Fuß!) bereitete und bereitet mir immer mal wieder Vergnügen, ebenso wie einige seiner Gedichte. Das oben zitierte Vorwort verfaßte Seume auf Latein, die deutsche Übersetzung wurde vom Herausgeber und Verleger beigesteuert, und dieser Gustav Hempel war ein besonderer Verleger. Seumes Satz allerdings ist heute noch mindestens genau so wahr wie zur Zeit, als er aufgeschrieben wurde. Und mir ist bewußt, daß es auch Menschen gibt, die anders handeln.
Ich glaube, ich mache mich mal wieder auf die Suche nach diesen zehn Büchern.
Ich schleiche mich davon und sage Danke fürs Lesen.
P.S.: Am 11.06.2019 waren positiv Mittagsschlaf nach dem beschissenen Morgen, Stöbern in meinem Zitatenotizbuch, Honigbrot mit Aioli.
Die Tageskarte für morgen ist das As der Stäbe.
© 2019 – Der Emil. Eigener Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).


Die Vermögenden werden aber auch so behandelt, dass sie sich irgendwann überheblich fühlen und es an jeder Ecke raushängen lassen.
Äääähhhhhmmmm …
Ich meinte damit: Sie erhalten Privilegien die du als normal Verdiener nicht erhältst. Wenn du super Verdienst erhältst du z.B. die schwarze Kreditkarte kostenlos bei der Bank, incl. reservierten Parkplatz bei Terminen. Wenn du in bestimmten Geschäften einkaufen gehst erhältst du erst einmal einen Prosecco usw..
Ist ja kein Wunder dass sie so werden wenn sie von allen Seiten so gepudert werden, oder?
Sie können sich alles (!) kaufen …
Und sie bekommen vieles geschenkt, obwohl sie es nicht nötig haben.
Aber so etwas nennt man dann Kundenbindung.
Im Museum Lützen, im Schloss, gibt es eine Dauerausstellung zu Seume mit vielen handschriftlichen Werken. Diese Ausstellung habe ich mir mit großem Interesse angesehen, auch weil mich die Persönlichkeit Seumes sehr interessierte.
Schade, dass du dich von den Büchern trennen musstest.
Ach, ich habe etwas vergessen.
Ich danke dir für die interessanten Themen, über die du oft schreibst auf deinem Blog. Sie sind so angenehm fern von Profilierung, Konsum und allen kruden Wettbewerbsgedanken.