Gedanken, kreisend, spekulativ (Nº 163/2018)

Abstruses Geschreibsel, abstrus-abstrakte Gedanken, abstrakte(?) Angst.

To get a Google translation use this link.

 

Die (kapitalistische) Gesellschaft heute “zwingt” uns Menschen oft zum Gegeneinander und zum Hilf Dir selbst. Dabei scheint es mir aber so eingerichtet, daß ein Mensch sehr oft sehr einfach einem anderen helfen kann, sich selbst aber nicht … Denn der Mensch (allgemein) ist doch ein soziales Wesen, eines, das Gesellschaft, Miteinander, Nähe zum Leben, zum Überleben braucht, nicht aber ständiges Vergleichen. Oh, damit plädiere ich keineswegs für ein “Zurück zur Hackordnung, die Stärkste frißt zuerst!” Denn genau das hörte ja – so man denWissenschaften glauben schenken mag – ziemlich früh auf in den Ur- und Frühmenschengruppen, und wurde in weiten Teilen durch (Für-)Sorge, gegen­tei­lige Anteilnahme usw. usf. ergänzt und/oder ersetzt. Ja, richtig, ich glaube nicht, daß Gier und Selbstsucht allgemein menschliche Grundeigenschaften oder -charakterzüge sind; vielleicht wurden früher auch zu gierige, zu selbssüchtige Exemplare zum Schutz der Gemeinschaft aus eben dieser Gemeinschaft ausgeschlossen, und dann kamen noch Wut und Rachedurst und verletzte Gefühle bei den Ausgeschloßnen hinzu …

Ich spekuliere hier gerade munter drauflos. Vielleicht, weil ich will, daß Menschen koope­rierende und nicht konkurrierende Wesen sind in so vielen Bereichen des heutigen Lebens, in dem die Menschen zunächst zum Bürger gemacht wurden. Und dann auch noch zum Konsumenten degradiert werden durch die Diener und Herrscher des meiner Meinung nach eindeutig fehlerhaften Konstrukts Schuldgeld. Überhaupt durch Schulden (nein, nicht durch Schuld). Wie wäre denn ein soziales Gebilde, das heutzutage ohne (finanzielle und materielle) Schulden existierte? Gerechter? Weniger “belastet” durch “fortschrittliche” Technologien und Globalisierung? Ist – und das ist jetzt keine retho­rische Frage – denn der Mensch überhaupt in der Lage, so komplex zu denken und zu agieren, ohne seine Lebensgrundlagen zu zerstören?

Jaja. Alles bekannt. Aber eben nicht zu ändern. Stimmt’s? Blanke Utopie, unrealistisch, denn jetzt ist es ja zu spät, jetzt kann dagegen nichts mehr unternommen werden, jetzt müssen wir damit leben.

Ja.

Wir alle müssen, das abstrakte Gebilde Menschheit muß damit leben, daß es heute eher ein Gegeneinander denn ein Miteinander sein muß, denn sonst besteht die Gefahr des individuellen Mißerfolges, Scheiterns. Aber indem ich ständig gegen das individuelle Scheitern (im Vergleich mit Mitmenschen, ja, die heißen noch immer so, obwohl wir sie doch als Gegenmenschen betrachten und behandeln!) kämpfe und versuche, besser, schöner, reicher, schneller usw. usf. als alle anderen Menschen in meiner Umgebung zu sein, nehme ich das Scheitern der gesamten (abstrakten) Menscheit, ihren Untergang, zumindest billigend in Kauf. Und als Ausweg aus diesem Dilemma sehe ich nur die Überwindung des Kapitalismus, der mit seinem Streben nach immer Mehr kein einziges der wirklichen Probleme dieser Welt lösen kann. Weder die katastrophale Erwärmung des Klimas noch den vollständige Verbrauch (eigentlich die Verschwendung) natürlicher Ressourcen noch die Vermüllung der gesamten Erde …

 

Ich sehe mir die Geschichte der Menschheit an, insbesondere die der Epoche des Kapita­lismus. Ich sehe mir die heutige Situation der Welt an. Und wißt ihr was: Ich fürchte mich gerade jetzt tatsächlich vor einem Krieg, der seine lokale Begrenzung überwindet.

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Positiv am 12.06.2018 waren die erledigten Dinge/Aufgaben/Vorhaben, viel Geschriebenes, Dr. Who.
 
Die Tageskarte für morgen ist VI – Die Liebenden.

© 2018 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
CC by-nc-nd Website (Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
Dieser Beitrag wurde unter 2018, Gedachtes, One Post a Day abgelegt und mit , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen für den Permalink.

0 Kommentare zu Gedanken, kreisend, spekulativ (Nº 163/2018)

  1. Ulli sagt:

    Ja, alles bekannt, aber nicht unbedingt unabänderlich, zumindest im Kleinen erlebe ich noch ausgesprochen viel Miteinander und Umeinandersorgetragen. Es gibt auch Enttäuschungen und Schmerz, dass mancheiner, man hätte das nie gedacht, sich irgendwann doch als A…. entpuppt, davor ist wohl niemand geschützt. Gesellschaftlich aber stimme ich dir zu, da herrscht Gegeneinander und Konkurrenz, mit zwei Gründe warum ich schon lange zum Rand gehöre, aber das eben gerne!
    Vor einem Krieg fürchte ich mich auch und hoffe doch immer noch auf Diplomatie, ich Blauauge!
    herzliche Grüße
    Ulli

  2. Sofasophia sagt:

    Manchmal, wenn ich Dr Who gucke, denke ich: Was kommt wohl wirklich?

    Vermutlich wird sich der Mensch selbst zerstören. Was bleiben wird?

    Und ja, auch ich habe die abstrakt-kollektive Angst.
    Und bin hilflos. Oft auch sprachlos.

  3. evenyleve sagt:

    Kann Dich so verstehen. Alles Gedanken, die auch mich nicht loslassen.
    Herzliche Dir,
    Ev

Antworte auf den Kommentar von evenyleve Antwort abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert