Nochmal zu Jurij Brězans Buch
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Das Buch über eine Jungsfreundschaft (plus Schwester), die Zeit des Zweiten Weltkrieges in Polen und die Reise eines westlichen Architekten und Geschäftsmannes – zusammen mit der Tochter eines Funktionärs der DDR – nach Krakau läßt mich voller Sätze, Halbsätze, Wortgruppen, Sinn- und Sinnfreisprüche zurück. Einer, der vorgibt, Zyniker zu sein – nicht ausgesprochen, aber gelebt – gerät an die Grenzen seines Erinnerungswillens und -vermögens. Und er gerät an die Grenzen seiner verlorengeglaubten Gefühle.
Zugegeben, manchmal schien mir, was dann geschrieben wurde, recht vorhersehbar (doch das liegt vielleicht nur an mir). Und zugegeben, manches fand ich sehr unlogisch, mitunter kitschig, Heile-Welt-mäßig. Vor allem aber beeindruckte mich eines: 1966 schrieb einer, der seit dem Krieg nur wenig von der Welt außerhalb seiner Sorbischen Heimat gesehen hatte, zwei solche Charaktere. Verwirrend, verstörend, mit vielen Aha-Effekten … Oh, widerspreche ich mir – aber das ist für mich nach diesem Buch durchaus angemessen.
Jurij Brězan: Die Reise nach Krakau. Ich lese es jetzt gleich ein zweites Mal.
Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.
P.S.: Das Gute am 21.08.2017 waren das Buchende, die Wanne, Verständnis.
Die Tageskarte für morgen ist der König der Schwerter.
© 2017 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

