Damals noch vom Fach
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Das Schlichte
Johannes R. Becher (∗ 22.05.1891 – † 11.10.1958)
Als einst er schrieb die trunkenen Gedichte,
Und überstürzte sich in seiner Kraft,
Und er zerschlug die Maße und Gewichte,
Und, hingerafft von seiner Leidenschaft,
Er machte sich und sein Gedicht zunichte:
Da war er sich noch selber rätselhaft.
Bis eines Tags er stand in einem Lichte,
Es rief die Zeit ihn an, daß er berichte:
In schlichten Worten sprach er die Gedichte …
Das Allerschwerste aber war: das Schlichte,
Und dieses Schlichte war: die Meisterschaft.
Als namenloses Lied. Gedichte von Johannes R. Becher. S. 234
RUB 8523-25C, 3. Auflage in Reclams Universal Bibliothek
Verlag Philipp Reclam jun. Leipzig, 1961
Ach, waren das noch Zeiten (1954), als noch Künstler Kuturminister wurden (Johannes R. Becher war erster Kulturminister der DDR). Als noch Qualifikation und Fachwissen für das Bekleiden der meisten Ämter notwendig war … Und als das Schlichte noch das Meisterhafte war.
Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.
P.S.: Das Gute am 17.03.2017 waren ein ruhiger Morgen, ein geschaffter Buchfink, zwei Bier.
Die Tageskarte für morgen ist die Sechs der Kelche.
© 2017 – Der Emil. Eigener Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).


und dieses Schlichte war die Meisterschaft – ich finde ja immer noch den Text der Becherhymne den besseren und passenderen für Deutschland!
Danke!!!
Mit Bravour geschaffter Buchfink!
Die „Eckdaten“ beim Ansagen der Quelle auch dabei, klasse!
Machst mich ganz verlegen … (Sollte ich in Zukunft die bibliographischen Angaben irgendwo irgendwie zur VErfügung stellen?)
Och ne, nich nödich…mir reichen immer Buchtitel und Autor.
Allerdings muss man ja, solange jemand noch nicht 70 Jahre tot ist, korrekt zitieren. Ich überlege nur, ob bei den Autoren auch Geburts- und Sterbedatum dazu gehören…