Literatur, die Mühe macht
To get a Google translation use this link.
Jetzt habe ich begonnen, es zu lesen:
Mein Tagebuch war in diesen Jahren immer wieder meine Balancierstange, ohne die ich hundertmal abgestürzt wäre. In den Stunden des Ekels und der Hoffnungslosigkeit, in der endlosen Öde mechanischster Fabrikarbeit, an Kranken- und Sterbebetten, an Gräbern, in eigener Bedrängnis, in Momenten äußerster Schmach, bei physisch versagendem Herzen – immer half mir diese Forderung an mich selber: beobachte, studiere, präge dir ein, was geschieht – morgen sieht es schon anders aus, morgen fühlst du es schon anders; halte fest, wie es eben jetzt sich kundgibt und wirkt.
Victor Klemperer: LTI. Notizbuch eines Philologen. S. 19 f.
© Reclam Verlag Leipzig 1975. ISBN 3-379-00125-2
Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.
P.S.: Positiv am 18. November 2015 war eine gelungene Produktion.
Tageskarte 2015-11-19: Die Vier der Kelche.


Dann sind wir ja schon zwei, die es lesen. Ich wollte alles wissen, was da aufgeschrieben stand, wollte wissen, wie man sich an das klammern kann, was man kann und ich achte jetzt viel mehr auf die Worte, die in der Gegenwart fallen.
Manchmal konnte ich meine Tränen nicht zurückhalten. Oh ja, es ist schwere Kost.
Habe hier drei dicke Bände stehen, werde nun endlich mal reinschauen.
Ja, ich hab nur den Reclam-Band. Ganz ehrlich: Der reicht mir schon. (V. a., wenn ich mir die Bundespolitiksprache dazu anschaue.)