Schwere Kost (323/42)

Literatur, die Mühe macht

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Jetzt habe ich begonnen, es zu lesen:

 

 

Mein Tagebuch war in diesen Jahren immer wieder meine Balancierstange, ohne die ich hundertmal abgestürzt wäre. In den Stunden des Ekels und der Hoffnungslosigkeit, in der endlosen Öde mechanischster Fabrikarbeit, an Kranken- und Sterbebetten, an Gräbern, in eigener Bedrängnis, in Momenten äußerster Schmach, bei physisch versagendem Herzen – immer half mir diese Forderung an mich selber: beobachte, studiere, präge dir ein, was geschieht – morgen sieht es schon anders aus, morgen fühlst du es schon anders; halte fest, wie es eben jetzt sich kundgibt und wirkt.

Victor Klemperer: LTI. Notizbuch eines Philologen. S. 19 f.
© Reclam Verlag Leipzig 1975. ISBN 3-379-00125-2

 

 

Der Emil

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 18. November 2015 war eine gelungene Produktion.
 
Tageskarte 2015-11-19: Die Vier der Kelche.

Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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0 Kommentare zu Schwere Kost (323/42)

  1. Gudrun sagt:

    Dann sind wir ja schon zwei, die es lesen. Ich wollte alles wissen, was da aufgeschrieben stand, wollte wissen, wie man sich an das klammern kann, was man kann und ich achte jetzt viel mehr auf die Worte, die in der Gegenwart fallen.
    Manchmal konnte ich meine Tränen nicht zurückhalten. Oh ja, es ist schwere Kost.

  2. wildgans sagt:

    Habe hier drei dicke Bände stehen, werde nun endlich mal reinschauen.

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