Lyrik am gewohnten Ort (221-144)

Wagen 643

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Seit 2011 gibt es in den Hallischen Straßenbahnen Kultur zu lesen: Gedichte von Poeten aus der Stadt und von in dieser Stadt besonders verehrten Poeten. André Schinkel kenne ich übrigens persönlich …

 

 
Sonar

André Schinkel (∗ 1972)
 

Ich suche dich, ich hab dir längst verziehen,
Ich witter dich, ich hab dich fast;
Du brauchst nun nicht mehr vor mir fliehen –
Ich spüre dich: dein Herzblut rast.

Ich orte dich, ich kann dich immer finden,
ich sehe, fühle, hör dich gut;
Du kannst von mir nicht mehr verschwinden:
Ich bin dir auf der Spur, sei auf der Hut.

Ich sehe dich auf jeder Lichtung,
Du tarnst dich falb in jedem Rindenloch;
Ich folge dir in jede Richtung:
Du siehst dich vor, ich seh dich doch.

Ich fasse dich, ich schau dir in die Karten,
Du weißt es, du entkommst mir nicht;
Du wirst mich bald nicht mehr verraten –
Ich spüre, rieche, atme dich.

 

 

Lyrikbimmel 03

Gedicht in einer Straßenbahn

 

Der Emil

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 8. August 2015 waren die Abkühlung in neuerdings wohltemperierten (23 °C) Serverraum, die Freude desjenigen, dem ich sein verlorenes Portemonnaie wiedergeben konnte, und ein Schwatz mit einer Nachbarin.
 
Tageskarte 2015-08-09: Die Sieben der Münzen.


Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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0 Kommentare zu Lyrik am gewohnten Ort (221-144)

  1. Ulli sagt:

    „falb“ musste ich nachschlagen- ein neues Wort, danke Emil und André Schinkel-

    • Der Emil sagt:

      Oh, ein altes Wort. Blass, fahl (das ist wohl die neuere Schreibweise). Ich kenne es auch von Pferden: Ein Falbe … Seltsam, wie unterschiedlich wir alle doch Sprache gebrauchen.

      • Ulli sagt:

        ja genau … blass, fahl, bleich fand ich auch-
        zu der Sprache fand ich gestern bei fb einen sehr spannenden Artikel bei Sherry, der mir noch zu denken gibt.

        Seit die Mauer gefallen ist und ich einige Freunde und Freundinnen aus dem sogenannten Osten hinzugewonnen habe, lerne ich immer mal wieder ein neues Wort, eins ist sogar in meine Sprache hinübergewandert: urs …

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