Frl. Meier, Hr. Panasonic: zum Diktat!


Frage(n) zur Arbeitsweise

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Es hat sich bewährt, auf der Betterweiterung 2.0 *) s.u. diesen Block mit der unsäglichen Medikamentenwerbung und einen gerne genutzten Stift bereitzuhalten. Denn nach dem ersten Vesuch mit dem ersten Mitternachtstext geschah es mir in der vergangenen Nacht schonwieder, daß ich erwachte und etwas zu notieren hatte. Bisher war ich nämlich oft zu faul, mir die entsprechenden Utensilien zusammenzusuchen; ich weiß nicht, wieviele Ideen mir dadurch verlorengegangen sind. Und nun kann ich krakeln, direkt im Bett, am Bett, ohne die Wärme des Plümohs (von frz. “plumeau” eindialektet) verlassen zu müssen.

Ah ja. Die geneigten Leserinnen und Leser erwarten jetzt sicherlich, daß ich den Text hier präsentiere? Nun, das ist schlechterdings unmöglich, weil einfach für diese Plattform hier nicht geeignete Themen in hier nicht gerngesehenen Worten beschrieben werden. Ein Traum, der bis jetzt ein Traum bleiben soll und mich noch jetzt, da ich daran denke, einfach erröten läßt. Aber gut, es ist aufgeschrieben.

Womit ich auch nie zurechtkam in den Nächten war die Sprachaufzeichnung. Mein OGG-Player kann das ja, aber ich konnte nicht. Nein, ich kann einfach nicht das, was ich aufschreiben möchte, irgendwo hineinsprechen, obwohl ich es wirklich auch tagsüber und unterwegs ab und zu versucht habe. Manchmal schaffe ich es zwar, druckreif zu schreiben, aber druckreifes Sprechen ist mir nicht gegeben. Zumindest nicht, wenn ich während ich spreche, noch formulieren muß. Nein, da bevorzuge ich die Tinte auf dem Papier. Mir scheint das Schreiben sogar beim formulieren zu helfen, stellte ich fest, als ich letzlich mehrfach beobachtete, wie meine eigenen Texte entstanden. Die Hand formt primär andere Sprache als der Mund: Literalität ist anders als Oralität. Die Sprach- und Sprechwissenschaftler unter euch werden es wissen.

Damit komme ich zu dem, was mich tatsächlich interessiert. Gibt es Bloggerinnen und Blogger, die zur Bloggerei Diktiergeräte oder Sprachaufzeichnung nutzen, und sei es nur zum Festhalten von Ideen? Gibt es Schreibende, die ihre eigenen Texte zuerst diktieren und dann verschriftlichen?

Mir fällt es ja nun überhaupt nicht schwer, aus geschriebenen gesprochene Worte zu machen; auch aus gesprochenen Worten kann ich Geschriebenes erstellen, wenn es nicht meine eigenen Texte sind. Liegt es an meiner Wahrnehmung meiner Sprechweise, die ich durchaus als manchmal sehr unprofessionell einschätze, oder liegt es an etwas anderem? Schaffen, kreativ schaffen kann ich nur schriftlich, nur: Warum ist das so?

 

*) – Betterweiterung 2.0 nenne ich einen neben meiner Schlafcouch stehenden Stuhl, dessen Sitzfläche als Ablage für dies uns das dient. Zurück nach oben.

 

Der Emil

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 26. November 2014 war eine gute Idee für Freitag.
 
Tageskarte 2014-

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Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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0 Kommentare zu Frl. Meier, Hr. Panasonic: zum Diktat!

  1. irgendlink sagt:

    Ich zeichne seit 2010 Sprache auf, höre sie mir aber ganz selten an. Auch die handschriftlichen Notizen schaue ich so gut wie nie an. Es ist aber gut zu wissen, dass die Ideen skizziert wurdsn.

    • Der Emil sagt:

      Oh, da habe ich gleich Ideen! Kust aus Sprache, aus gesprochener Sprache, vielleicht wie Deine 16er Straßentableaus oder manches Sandwich-Foto …

      Hm. Mal sehen/lesen/hören.

  2. arabella50 sagt:

    Habe ich etwas, das mir durch den Kopf geht, schreibe ich es ala Stichpunkt auf. Manchmal.
    Auf meinen Nachttisch liegt Block und Stift. Immer.
    Guten Morgen

    • Der Emil sagt:

      Da ist ein weiteres Ding, das mir nicht weiterhilft, in der Regel. Stichworte kann ich später nur sehr, sehr schwer wieder zu Sätzen machen („Prinz Hans will heiraten“ krankte daran). Auch da frage ich mich: „Warum ist’s so?“

  3. Ulli sagt:

    ich habe es mir schon oft vorgenommen, aber dann doch noch nie umgesetzt, meine Gedanken, z.B. beim Autofahren auf ein Diktiergerät zu sprechen, stattdessen mache ich es mittlerweile so, wenn es wirklich etwas ist, das ich behalten möchte, dass ich mir die gedachten Sätze mehrmals laut vorspreche, wie früher beim Gedichte lernen, und angekommen, notiere ich sie dann sofort- ich kann mich schlichtweg mit Stift und Papier besser sortieren und auch formulieren, vielleicht spielt dabei die Zeit eine Rolle, die ich dann mehr habe, als bei sprachlichen Formulierungen …

    ausserdem habe ich mich gefreut, dass auch du das Wort Plümoh benutzt, mir passiert es immer wieder, dass mich Leute fragen was das denn sei … ich bin damit gross geworden-

    Traumforsher empfehlen übrigens genau das, was du gerade machst, Papier und Stift gleich neben das Bett zu legen und sobald man aufwacht das Erträumte niederzuschreiben, das ist manchmal ein Gekritzel …. 🙂

    herzliche Grüsse

  4. Elvira sagt:

    Nie und nimmer Tonaufzeichnungen, das funktioniert nie, ich habe es ein einziges Mal ausprobiert. Das Sprechen scheint die Idee zu zerstören, während das Schreiben sie weiter entwickelt. Ich wünschte nur, ich könnte schneller schreiben (oder langsamer denken). An meinem Bett liegen schon lange keine Schreibutensilien mehr, was ich den einen oder anderen Morgen bereue. So oft ich mir auch sage, dass ich das nächtlich Gedachte nicht vergessen werde, es einfach nicht vergessen kann, denn die Idee war zu großartig, einmalig, sensationell, voller Sprachwitz u.s.w. u.s.f., so weiß ich doch schon während dieses Denkens, dass all das nach dem Aufwachen vergessen sein wird. Nun wirst Du fragen, warum ich das nicht ändere und, wie früher, Stift und Papier neben das Bett lege. Ich müsste meine Prioritäten anders setzen, das Schreiben wieder in den Mittelpunkt rücken – was mir, das kann ich nicht leugnen, manchmal einen begehrlichen Schauer über den Rücken laufen lässt. Nun weiche ich aber doch zu sehr von Deiner Frage ab. Kurzum: Schreiben immer, aber nie nur Notizen, sondern ganze Gedankengänge, aufdiktieren nie!

    • Elvira sagt:

      Nachtrag: Beim Abwaschen, eine sehr meditative Arbeit, die meistens sehr unterschätzt wird, fiel mir noch ein, dass ich auch nicht gerne frei spreche. Vielleicht liegt darin eine Ursache für meine ablehnende Haltung gegenüber dem Aufsprechen von Gedanken auf irgendwelche Geräte. Wobei ich die Möglichkeit mit meinem iPhone zu kommunizieren andererseits auch nutze. So lasse ich mich gerne von Siri verbinden oder verschicke kurze Mitteilungen als Sprachnachricht.

      • Der Emil sagt:

        Ah, dann ist Abwaschen also wie Bügeln 😉

        Frei sprechen geht schon – nur entsteht dadurch nichts, was ich als „mein TEXT“ bezeichnete …

        • Elvira sagt:

          Genau, denn ich überlege und feile und stelle um und er-finde neue Wörter und und und, da käme ich, spräche ich so, wie ich denke, sicher arg ins Stolpern.

  5. Gedankensplitter und Posttitel spreche ich oft ein – aber so, dass sie schriftlich im Phone sind. – Ich habe aber auch schon die nur-gesprochene Version versucht – natürlich nicht druckreif, nur als GEdankenstütze für das, was ich schreiben möchte. – Aber das Phone braucht dazu eine ruhige Umgebung – und die ist unterwegs meist nicht gegeben.

    • Bruder Indiana sagt:

      Das kenne ich auch, es gibt deutliche Schwächen bei der Sprach Aufzeichnung. Da bleibt wirklich oft nur die 2 Fingermethode

  6. Sofasophia sagt:

    Ich bin ein Sowohlalsauchalsauch-Mensch. Manchmal, wenn ich unterwegs bin im
    Auto und nicht aufschreiben kann, mache ich Sprachnotizen. Aber nie so, dass ich sie direkt 1:1 schreiben könnte. Nur Stichworte und Zusammenhänge, Themen. Oft werden daraus dann Tagebucheinträge, zuweilen auch Blogartikel. Häufiger aber muss ich die Dinge direkt aufschreiben: Nachts ins Heft mit Taschenlampe, tags ins Handy oder den Rechner. Nachts analog, tags digital.
    Die Audionotizen höre ich mir nach dem Schreiben nicht mehr an, oder manchmal Jahre später. Das macht Spass. 🙂

  7. Sofasophia sagt:

    ach dies noch: Ich sag nicht Plümoh dafür Düvet – und Trottoir ebenfalls und viele eingedeutsche „Franzismen“ 😉

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