Vielleicht nicht nur mir aus der Seele geschrieben
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Ein zweites Zitat habe ich heute anzubieten, aus dem Buch, das ich zunächst nicht nennen wollte. Es – das hier folgende Zitat – hängt für mich auch mit dem von voriger Woche zusammen, mit der Frage, wo Wirklichkeit stattfindet.
« Die Arbeit des Autors gehorcht häufig den inneren Anlässen, bei mir zumindest ist das so. Oft beginnt sie mit nicht mehr als einem Gefühl, dem Gefühl, einer Unzulänglichkeit: wenn sich die Realität und deren Beschreibungen auseinanderentwickelt haben. Wenn ich immer wieder Sätze aus den Mündern anderer oder aus meinem eigenen höre, die sich falsch anfühlen oder abgestanden, abgegriffen. Übernommene Sätze, oft gesagte Sätze, die zu leeren Hülsen geworden sind. Dann will ich zu schreiben beginnen. Wenn sich die Wirklichkeit dahinter längst wieder aufgemacht hat, bereits woanders und doch weiterhin am selben Ort stattfindet. Dann will ich losgehen und neue Sätze suchen, weil ich hoffe, daß sie besser passen könnten. Für eine Weile, nicht für immer. »
Jana Hensel: Achtung Zone. Warum wir Ostdeutschen anders bleiben sollten; S. 50.
© 2009 Piper Verlag GmbH, München. ISBN 978-3-492-05365-5.
Mir geht es so, wenn ich Sätze lese, Sätze wie die oben beschriebenen. Dann fange ich an zu schreiben, dann muß ich mir schreibend entgegentreten und mit mir um Klarheit ringen. In einer Kladde. Auf einem Blatt Papier. Und manchmal, manchmal schafft es ein solches Aufgeschriebenes hierher in den Blog, oder in einen anderen Blog. Aber ich brauche zum Schreiben einen inneren Antrieb, den ich manchmal erst habe, nachdem ich den inneren Schweinehund mit einem kräftigen Tritt in seinen Allerwertesten für ein Weilchen verscheucht habe.
Es ist interessant, mich – und zwar völlig unabhängig von der Zonenvergangenheit! – in gerade diesem Buch zum Teil wiederzufinden.
Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.
P.S.: Positiv am 15. September 2014 war der von Windoof 8.1 befreite Rechner – jetzt läuft Fedora 20.
Tageskarte 2014-09-16: Die Sieben der Kelche.
© 2014 – Der Emil. Eigener Text unter der Creative Commons 3.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).


oh, auch mich spricht der text an, sehr, ohne zonenvergangenheit. diese art, auf wort- und satzsuche zu gehen, kenne ich gut. auch dieses sich sichselbststellen.
danke für dieses bettmümpfeli!
Das ist „das Buch“ … Hast Du sicher mitbekommen?
yesss! 🙂
Ein interessantes Buch, wie mir scheint. Vielleicht sollte ich es lesen. Mir geht es weniger um das Schreiben, nur um das Anderssein. Machmal war da nur eine Ahnung. Jetzt habe ich mich mal mit der Statistik befasst ( oh, hab ich die im Studium ge… na, sagen wir lieber, nichtgemocht) und dabei habe ich bestätigt bekommen, dass etwas anders ist. Darüber zu schreiben, ganz offiziell im Blog, wage ich mir nicht. Aber vielleicht sollte ich mich doch mit Frauenrechten beschäftigen. Damals habe ich das strikt abgelehnt. (An unserer Hochschule gab es eine Forschungsgruppe, die Hochschule hieß „Clara Zetkin“)