Die zweite eiskalte Flasche
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Feierabend, endlich. Na gut, er sitzt schon eine Stunde hier am Tisch, starrt Uhr und Wand an. Nervös raucht er eine Zigarette um die andere. Eine Riesentasse, noch halb gefüllt mit kaltgewordenem Kaffee, steht unbeachtet hinter dem Aschenbecher. Doch jetzt hat er nur noch Augen für die zweite Flasche. An ihrem eiskalten Glas rinnen Kondenswassertropfen hinab und bilden eine kleine Pfütze auf dem Tisch.
Noch eine Zigarette dreht er sich, dann raucht er hastig. Der Durst ist noch immer da, auch nach dieser einen Stunde und nach der ersten geleerten Flasche. Und die Gedanken sind noch da, drehen sich im Kreis, wirbeln umeinander. Er findet keine Antworten auf seine Fragen. Manche Fragen hat er auch schon vergessen. Und er weiß genau, daß nichts, garnichts anders wird nach einer weiteren Flasche. Er wird noch schlechter schlafen können. Er wird nicht vergessen können.
Das alles ist ihm jetzt egal. Denn da ist der Durst, dieser verdammte, unendliche Durst. Langsam öffnet er den Verschluß der zweiten Flasche, führt sie zum Mund. Er nimmt den ersten Schluck. Einfach wunderbar, wie das eiskalte Mineralwasser seine Kehle hinabprickelt. Schon nach wenigen Zügen muß er absetzen. Das verschluckte Gas entweicht lauthals und ein Gefühl der Leichtigkeit verursachend aus seinem weit aufgerissenen Mund.
Manchmal ist Erleichterung so rüpelhaft.
Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.
P.S.: Positiv am 23. Mai 2014 waren das geschaffte Aufstehen, ein gelöstes Problem im Sender.
Tageskarte 2014-05-24: VII – Der Wagen.
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(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).


😉 Ja, so geht es einen oft.
Rülpserhafte Erleichterung – wer kennt die nicht?
Also ich, zum Beispiel, ich kann das wirklich nur selten. (Und wenn, dann ist das eine kolossale Erleichterung für mich.)