Gesetze in der Literatur

Worte zu aller Kunst?

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In der Nachbemerkung, die Peter Ludewig zum 1987 in der DDR herausgegebenen Bändchen mit einer Gedicht-Auswahl von Richard Dehmel verfaßte, fand ich folgende bemerkenswerte Worte:

 

 

Jury Tynjanow [ (1895-1943), Literaturkritiker, Theoretiker der Formalen Schule der Literaturwissenschaft; verfaßte später historische Romane. Anm. Der Emil ] schrieb über die Gesetze des literarischen Ruhmes, es seien Gesetze des Vergessens, der Verspottung und der Rehabilitierung. Dauerhafte Anerkennung gibt es in der Literatur nicht. Abgesehen von der Rehabilitierung scheint das Werk von Richard Dehmel in besonders deutlicher Weise diese Gesetze zu bestätigen. Von den Zeitgenosssen gefeiert, ist es heute der literarischen Öffentlichkeit kaum noch präsent. Es ist das Schicksal der Wegbereiter einer neuen literarischen Strömung, daß die Wirkung ihrer Nachfahren die ihre überschattet. Ihr Werk steht zwischen den Zeiten. Schon der alten entwachsen, ist es für die neue nocht nicht repräsentativ. [ Hervorhebung Der Emil ]

Richard Dehmel: Alle Ufer fliehn. Gedichte. S. 145.
Ausgewählt und mit einer Nachbemerkung von Peter Ludewig.
1. Aufl. © Verlag der Nation, Berlin (DDR) 1987. ISBN 3-373-00029-7

 

 

Nun frage ich mich gerade, ob das nicht nur für Literatur, sondern auch für Appspressionismus, Mudart, Blogs und Tweets usw. gilt?

Ach ja: Richard Dehmel war schon einer, der höchst interessante Gedichte schrieb (zum Beispiel den Empfang – ist der nicht wirklich toll?). Lese ich zuviel Ausgefallenes, Vergessenes, Altes?

 

Der Emil

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 1. Mai 2014 war die gelungene Live-Sendung.
 
Tageskarte 2014-05-01: Ritter der Münzen.

Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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0 Kommentare zu Gesetze in der Literatur

  1. Sofasophia sagt:

    ich dachte auch grad an diese neuen bewegungen. ist das “mutation in der kunst”? letzendlich ist eben alles vergänglich. so lasst uns kunst um der kunst willen schaffen und in der gegenwart geniessen, was die mitkünstlerInnen kreieren. wie dein blog zum beispiel …!

    • Der Emil sagt:

      Ist es Mutation oder Evolution? Land Art und Street Art, Poetry Slam und NaNoWriMo … Evolution durch Mutation, auch und gerade im „digitalen“ Kunstschaffen und -erleben, so deucht mir.

      Vielleicht war es für mich deshalb so einfach zu sagen, was ich (speziell hier im und für den Blog) schaffe, ist Kunst?

  2. Ulli sagt:

    der Empfang ist wirklich ein tolles Gedicht, danke fürs verlinken … ob du ZU viel ausgefallenes, altes etc liest … ei Emil, du liest, was du liest und hast so manche Entdeckung für uns dabei, das ZU lasse ich nicht gelten 😉
    gerade denke ich noch, je mehr Menschen, umso mehr wird auch geschrieben, gemalt, fotografiert etc. und es ist schwer geworden sich in diesem Dschungel a) zu behaupten und b) haften zu bleiben, schon gibt es wieder etwas Neues und wir haben u.a. auch gelernt uns dem Neuen gegenüber aufgeschlossener zu verhalten, was schockiert noch wirklich, was bringt uns noch ins trudeln? etwas, das ja Kunst auch tun sollte … oder?
    liebe Grüsse Ulli

    • Der Emil sagt:

      Ob der Empfang zu seiner Entstehungszeit gesch;ockt hat, frage ich mich. Ja, wird er wohl, ist er doch beinahe pornographisch.

      Ins Trudeln bringt mich Kunst aller Art oft, aber daß sie auch schockieren darf, vergeß ich, verdräng ich meist …

  3. Myriade sagt:

    Also mir gefällt “der Empfang” auch sehr gut. Da ist so viel Energie und Schwung drin. Wenn auch natürlich die Idee eine Frau aus ihrem beengenden Mieder zu schälen etwas obsolet ist, in Anbetracht der derzeitigen Mode 🙂
    Man kann meiner Meinung nach nicht zuviel lesen und je vielfältiger umso bereichender. Als “Konsumentin” von Literatur ist es mir egal ob etwas gerade in ist oder nicht, finde es abeer sehr fein Hinweise auf Texte zu bekommen auf die ich selbst nicht gestoßen bin. In diesem Sinn, vielen Dank, lieber Emil

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