Begleitung

Mir hätte jemand wie ich auch gutgetan

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Ich wurde vor einiger Zeit gebeten, jemanden zu einem Termin zu begleiten. Nein, nicht im Jobcenter. Kurze Zeit zweifelte ich sogar, ob meine Anwesenheit dabei statthaft und notwendig sei. Schnell fand ich die dazugehörigen Informationen im www und sagte guten Gewisssens meine Unterstützung zu. Beim Termin selbst konnte ich zwar nicht viel tun – dazu wußte und weiß ich viel zu wenig. Aber es wurde bemerkt und festgehalten, daß eine Begleitperson anwesend und wohl auch notwendig war. Wie sich kurze Zeit später herausstellte, war es für den Menschen, den ich begleitete, tatsächlich sehr nützlich.

Mir fielen einige Dinge auf, die einer viel besseren Vorbereitung bedurft hätten. Ganz sicher wäre es sinnvoll gewesen, zwei Wochen später einen erneuten Termin wahrzunehmen. Aber nein, alles sollte so schnell als nur möglich erledigt und damit abgeschlossen werden.

Nach dem Termin, zu dem ich mitgegangen war, hakte ich allerding bei der begleiteten Person nach. Was es mit diesem und jenem Sachverhalt für eine Bewandnis hätte, wollte ich wissen. Aber mehr als ein “das mache ich schon Jahre so” war nicht zu erfahren. Deshalb wurde es notwendig, noch zwei weitere Stellen aufzusuchen und dort verschiedene Dinge prüfen zu lassen oder zu prüfen oder zu verändern.

Und weil zwei von den von mir bemängelten Dinge bereits seit langem erledigt schienen und nach Prüfung auch sind, hat sich sogar noch eine positive Wendung ergeben. Und weil diese positiver Wendung sich ergab, mußten gleich noch vier andere Dinge erledigt werden, die auch zu ausschließlich positiven Ergebnissen führten bzw. führen werden.

Am meisten wunderte sich der Mensch, den ich begleitete, über die Freundlichkeit der Berater und Sachbearbeiter, mit denen wir zu tun hatten. Und darüber, wie einfach ausgesprochene Bitten doch erfüllt werden, wie schnell Bürokratisches abgehandelt werden kann. Am Ende des Nachmittags konnte er einen Erfolg auf ganzer Linie für sich verbuchen (na gut, ein kleiner Wermutstropfen ist schon noch dabei, etwas muß deshalb schon noch erledigt werden).

Wenn alles ganz glatt über die Bühne gegangen ist (was es auch tun wird), bin ich eingeladen auf einen Döner und eine Kiste Bier.


Wenn ich so auf mein Leben zurückblicke, so hätte ich mir manches Mal einen solchen Begleiter an meine Seite gewünscht, wie ich jetzt einer war. Für gestern aber hefte ich mir ein Sternchen ans Revers und zwei kleine Flügelchen auf den Rücken. Und stolz bin ich auch auf das Erreichte.

 

Der Emil

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 20. Januar 2014 war der freudige Schreck in den Augen.
 
Tageskarte 2014-01-21: Vier der Kelche.

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Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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0 Kommentare zu Begleitung

  1. Sofasophia sagt:

    schön, auch wenn ich nicht weiss, worums geht. das ist doch eine lebensaufgabe irgendwie: den freund zu sein, den man sich wünscht. der gedanke gefällt mir.

  2. Xeniana sagt:

    Gut gemacht:)

  3. piri ulbrich sagt:

    Kannst du wirklich stolz auf dich sein. Manchmal wünsche ich mir auch einen Begleiter an meiner Seite – manchmal habe ich einen und dann geht alles einfacher. Ob ich selber konzentrierter bin oder meine Begleitung hilft? Egal, es tut gut! Brauchst keine Flügel, bist auch so ein Engel.

  4. Elvira sagt:

    Den meisten von uns fällt es leichter für Andere einzutreten. Ich weiß nicht woran das liegt. Aber ich kann mir sehr gut vorstellen, dass mit Dir an der Seite vieles einfacher werden kann.

  5. schöne headline!

  6. zeilentiger sagt:

    Ich finde es auch schön. Von dir wie überhaupt.

  7. Schön Emil – alles Gute dir und der
    Person die auf deinen Beistand zählen durfte.
    Segen sei mit dir!
    M.M.

  8. minibares sagt:

    Lieber Emil, das hast du schön erzählt.
    Ja, oft ist es einfach hilfreich, dass man nicht allein geht.
    Und deine Gegenwart hat offensichtlich viel Gutes bewirkt, wie schön!
    Du kannst echt stolz sein.

  9. Gabi sagt:

    Auch ich würde mir manchmal jemanden wünschen, der mich zu unangenehmen Wegen oder Erledigungen begleiten würde.
    Aber eigenartigerweise fällt es mir nicht schwer, umgekehrt jemanden anderen beizustehen. Ist schon irgendwie komisch.

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