17. Türchen: Waldschrats Julgedicht (Nº 351)

Julfestkarten-Schreiben beim Waldschrat

To get a Google translation use this link.

 

Meinen Adventskalender hier widme ich allen, die kämpfen, allen, die krank sind. Und ganz besonders schreibe ich meinen Adventskalender in diesem Jahr für eine Bloggerin.
 
Ich wünsche mir und Dir, Chaoskatze, eine im wahrsten Sinne des Wortes wundervolle Weihnachtszeit. Alle meine Kerzen brennen für Dich und für alle Menschen, die Hoffnung brauchen.

 

Alle Waldschrat-Märchen sind dort zu finden.

 

 

Es war an einem Tag, den man morgen “gestern” nennen könnte und am Rand des Halltals dämmert bereits der Abend. In einem hohlen Baum saß der Waldschrat Elim wieder an seinem Küchentisch. Ein Feuerchen prasselte im Herd und machte es angenehm warm. Soeben hatte der Waldschrat die Kerzen auf seinem Wurzelbogenleuchter entzündet, die helles Licht auf einige Zettel und eine erkleckliche Anzahl von Julkarten warfen. Wie in jedem Jahr hatte er das Schreiben wieder vor sich her geschoben, bis heute, eine Woche vor dem Fest. Jetzt mußte es werden, heute mußte er seine Karten schreiben und, wenn möglich, auch noch zum Postkasten bringen.

Wie in jedem Jahr hatte er sich vorher eine Liste gemacht, wem er denn schreiben möchte: Kruziblicka natürlich, seiner allerbesten Freundin, seinem Freund Gustl, dem Lieblingszauberer Dr'med, dem Hobbit Schieler, der Elbin Lidschlag, wohl auch der eine oder andere Zwerg mit seiner Familie war daunter und sogar ein Mensch, der den Schienenlindwurm steuerte. “Der Einfachheit halber schreibe ich allen den gleichen Text” – so dachte der Waldschrat und tauchte die Eulenfeder ins Tintenfaß. Das sollte doch viel schneller gelingen als immer wieder andere Sätze für jeden Empfänger. Auf einem der Zettel begann er den Entwurf zu schreiben: “Ein lichtvolles Julfest wünsche ich euch, liebe …”

Moment, das ging doch nicht! Das könnte er doch nicht an den Menschen schicken oder an Gustl! Ja, für die Frauen und die Familien wäre dieser Anfang geeignet gewesen – aber nicht für alle. Er steckte die Feder ins Tintenfaß und zerknüllte den Zettel. Wieder fing er vor sich hinmurmelnd zu schreiben an: “Dir und Deinen Lieben wünsche ich ein Julfest voller Licht und Zufriedenheit und allsogleich einen wunderbaren Übertritt ins Neue Jahr.” – Nein, das war es auch nicht. Der nächste zerknüllte Zettel fliegt vor den Herd. Und dann noch einer und noch einer und noch einer, bis ein reichliches Dutzend Papierkugeln vorm Herd liegen. Der Waldschrat raufte sich die Haare seines Bartes. Schon mehr als eine Stunde bekritzelte er Zettel auf der Suche nach dem für alle passenden Julfesttext.

Elim stand auf, legte etwas Holz nach im Herd. Und auch die zerknüllten Zettel warf er ins Feuer, 23 Stück waren es schon. So schwer war es also, sich das Julkartenschreiben einfacher zu machen. Dann hatte er die Idee:

Julgedicht

Dieses Gedichtchen schrieb der Waldschrat in jede Julkarte, unterzeichnete noch mit “Elim” und verschloß die Umschläge. Weil es aber schon gar so spät geworden und der Waldschrat rechtschaffen müde war, verschob er das zur-Post-Bringen auf den nächsten Tag. Und er löschte die Kerzen, machte sich bettfein und kroch unter sein gar wunderweiches Daunenfederbett. Dann steckte der Waldschrat die Enden seines Bartes in die Ohren und schlief ungestört ein.

Wovon er träumte? Ich weiß es nicht, aber es müssen schöne Träume gewesen sein …

 

 

Eine friedvolle, besinnliche Zeit wünsche ich allen Leserinnen und Lesern.

Der Emil

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 16. Dezember 2013 war der Schlaf, der viele Schlaf.

© 2013 – Der Emil. Text & Bild stehen unter der Creative Commons 3.0 Unported Lizenz
CC by-nc-nd Website (Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

351 / 365 (WP-count: 637 words)

Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
Dieser Beitrag wurde unter Adventskalender, Adventskalender 2013, Geschriebenes, Märchen, One Post a Day, postaday2013 #oneaday abgelegt und mit , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen für den Permalink.

0 Kommentare zu 17. Türchen: Waldschrats Julgedicht (Nº 351)

  1. *D*A*N*K*E* Emil.
    Herzlichst
    M.M.

  2. ericasta sagt:

    Wundervoll … Sowohl der schöne Vers als auch der Gedanke, sich jemanden zuzuwenden. Gerade in dieser lauten, leuchtenden Zeit sind genug Mensch einsam durch Krankheit und Not.

    Ganz herzliche Grüßle von Heidrun

  3. Gabi sagt:

    Schöne Geschichte und schönes Gedicht. Darin ist eigentlich alles enthalten, was man jemanden wünschen kann.
    Der Waldschratt Elim hat ja einen sehr ähnlichen Namen wie Du. 🙂
    LG Gabi

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert