Die ewige Wiederholung des immer wieder anderen Gleichen.
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Trotz der Vorwarnung (Abbruch wegen des ewigen Hin und her) habe ich es gewagt. Am Mittwoch nahm ich mir “Alle sieben Wellen” zur Hand, die Fortsetzung des “Gut gegen Nordwind” von Daniel Glattauer.
Ich öffnete um 11 Uhr erneut das Buch auf seiner ersten Seite. Es hätte ja sein können, daß ich in einem Tag vergessen hatte, wie die Geschichte in den Mails – übrigens fast alle mit einem Makel, der mich immer wieder nervt: Keine aussagekräftige Betreffzeile; oder gar: Keine Betreffzeile! Letztere Mails landen bei mir im Spam-Ordner, aus dem ich sie per Filter auf erwünschte Absender dann wieder herausfischen lassen muß. Also: Ich hätte ja vergessen haben können, wie dieser Schrift Mailwechsel in der Fortsetzung von neuem beginnt.
Um 14.23 Uhr: » Hallo Liebe, schön dich zu lesen! Schön dir zu schreiben! Könnten wir öfters machen. Tausend Küsse. Und hungrig sein! Bis gleich. Leo. « (Im Buch S. 222)
Zweihundertundzwanzig Seiten. Und zwischendurch noch Mittagessen zubereiten und essen (eingefrorener Eintopfrest – okay: nur essen). Nein, ich fand es begeisternd, das Buch hat mir gefallen, mich begeistert und diesmal nicht den Vergleich meiner Schreiberei mit der der beiden Buchfiguren ausgelöst.
Irgendwo in diesem Buch standen zwei Sätze über Flucht. Die waren so markant, daß ich sie mir merken zu können glaubte. Ha! Hahahahaha! Nichteinmal die dazugehörige Seitenzahl habe ich mir gemerkt.
Hin und her geht es wirklich in diesem Buch. Und wieder erkenne ich mich darin wieder: im nichtvorhandenen Gefühlskontingent, das zur Verteilung gelangen kann; im wasserfallartigen Geständnisrausch; in der alkoholisiert wesentlich epischeren Breite meiner Gefühlsoffenbarung. Und auch in der Art und Weise, meinem Gegenüber etwas dadurch mitteilen zu wollen, daß ich es eben verschweige.
» Es gibt keine Gebrauchsanweisung mit Lageplan für die Sichtung und Bergung von Glück. Jeder sucht seines auf seine Weise und an jenen Orten, an denen er glaubt, es am ehesten zu finden «
Daniel Glattauer: Alle sieben Wellen. S. 175.
ISBN 978-3-552-06093-7.
© Deuticke im Paul Zsolnay Verlag Wien 2009.
Aber wenigstens werde ich immer wieder nach einer solchen Gebrauchsanweisung mit Plan suchen. Selbst erstellen. Immer und immer wieder zumindest beginnen und vervollkommnen und verwerfen. Und vielleicht irgendwann feststellen, daß da doch keine Gebrauchsanweisung mit Lageplan nötig ist, weil ich schon lange weiß, wo mein Glück liegt oder lag und ich es schon längst geborgen habe in meinem Herzen …
(Was ich in den nächsten vier bis acht Tagen nocheinmal langsam, bedächtig und genußvoll tun werde, weiß ich jetzt. Beide Bücher nocheinmal lesen.)
Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.
P.S.: Positiv am 11. September 2013 waren das Buch und die Gewißheit, daß die Psychofabulozoologie in Kürze fortgesetzt wird.
© 2013 – Der Emil. Eigener Text steht unter der Creative Commons 3.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).
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und wieder machst du mich neugierig!
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