Neue Musik (Nº 192)

Eröffnungskonzert beim Festival «Addicted2Random»

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Das Eröffnungskonzert habe ich mir gestern Abend angehört.

 

 

»Imaginary Radio Band No. 1« ist eine Konzertperformance und live-Radioübertragung. Das etwa 60-minütige Stück erforscht eine imaginierte Radiolandschaft: Zuhörer_innen begegnen bei der Suche auf dem UKW-Band ihres Radios verschiedenen Radiostationen, die eine Fülle unbekannter Musikstile und Radiohörstücke spielen. Das Publikum schaltet sich einer computer-generierten Spionage-Station zu, hört einen Tuba-Vortrag in barockem Stil, verfolgt wie sich interagierende loops entwickeln, erlebt Interferenzen als Klangmoment und taucht ab in dystopische Radiodramen.

Im Gegensatz zu traditionellen Konzertmomenten, in welchen die Aufführung für spätere Übertragungen im Radio aufgezeichnet wird, ist »Imaginary Radio Band No. 1« eine radiophone Übertragung auf CORAX, deren tatsächlicher Zeuge allein das Publikum werden kann: Das Publikum erlebt die ständige Interaktion zwischen den Musiker_innen, dem Radioprogramm, akustischen Musikinstrumenten (wie der Barockorgel des Händel-Hauses) und den Computern. »Imaginary Radio Band No.1« gibt dadurch Blicke auf den Kompositionsprozess und den sonst eher unsichtbaren Aktionsraum der Radioproduktion frei.

Quelle: Website des A2R.
 

 

 

Die »Imaginary Radio Band No.1« besteht (bestand?) aus den Musikern Knut Aufermann (DE, electronics, voice), Andre Damião (BRA, computer, voice), Børre Mølstad (NOR, tuba, voice), Sarah Washington (UK, electronics, voice) und Xentos ‘Fray’ Bentos (UK, guitar, voice).

Was soll ich sagen: Wie angekündigt war es auch. Gewöhnungsbedürftig, überraschend ungewöhnlich und interessant. (Nun ja, da ich, als ich meine ersten intensiven Kontakte mit Klassik erlebte, mich selbst für Arnold Schönberg entschieden hatte [besonders sein op. 46 hatte und hat es mir angetan], konnte ich mich durchaus für die im Konzert zu hörende Klangkunst erwärmen. Wie witzelte weiland mein Musiklehrer: “Wer alle Sinfonien Arnold Schönbergs gehört hat, kann durch keine Musik mehr abgeschreckt werden.” Er hat nicht ganz Recht behalten [Dieter Bohlens Tonerzeugung kann ich wirklich nicht aushalten].)

Es war kein Konzert. Es war mehr. Das Wort “Perfomance” ist mir aber zu schwach für das, was ich erlebte. Es war … Beeindruckend. Verstörend. Ungewohnt. Körperlich spürbare Klänge und auch Musik – versetzt mit Kurzwellenradiostörgeräuschen, Science-Fiction-Film-Sounds, Barockorgel und Sprache und Tuba (was Børre Mølstad aus diesem Instrument alles hervorzauberte!) und E-Gitarre …

Knut Aufermann erzeugte und modulierte Töne, indem er mit der Hand Bewegungen vollführte – beinahe wie an einem weiterentwickelten Theremin, mit dem sich auch Tonhöhe, Klangfarbe und ein Rhythmus verändern lassen.

Ich bin in der glücklichen Lage, mir eine Aufzeichung vom Ereignis anhören zu können und diese sogar weiterverwenden zu dürfen (z.B. im Buchfink) – ich muß es mir nochmal anhören …

Ich erlebte ein Raumklangereignis, das spannend war und laut und leise und melodiös und rhythmisch und voller “Störgeräusche” und radioartig und konzertant und Hörspielanklänge hatte.

Neugierig hat mich der Abend gemacht auf das, was noch passiert bei Addicted2Random

Der Emil

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 10. Juli 2013 waren ein geschaffter Geburtstagsgratulationsanruf und das Konzert am Abend.

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Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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0 Kommentare zu Neue Musik (Nº 192)

  1. Gudrun sagt:

    Oh, da hast du dich ja auf ein Ohrenexperiment eingelassen. Bei Bildern sehe ich mir auch Ungewohnliches an, und ganz oft stelle ich fest, dass es die eigene Lhantasie anregte. Bei Tönen fällt mir das schwer. Ich glaube, Schönberg hätte ich nicht geschafft.
    Gruß von nebenan

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