Erdbeertorte mit viel Zimt
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Ich kann mir denken, daß jetzt viele auf einen Bericht warten über das Wochenende bzw. die ganze vorgebloggte Woche. Aber ich muß die Wartenden enttäuschen; ob ich dazu nämlich überhaupt etwas in diesem Blog schreibe, weiß ich noch nicht.
In der Zeit hängengeblieben – so fühlte er sich. Als wäre er geistig, emotional, mit all seinen Erinnerungen und all seinem Wissen und all seinen Überzeugungen in der Vergangenheit hängengeblieben.
In der Zukunft könnte ja auch niemand hängenbleiben. Weil noch niemand je dort war, so erklärte er sich das Phänomen, daß es mehr Ewiggestrige zu geben scheint als wirkliche Utopisten.
Aber zu den Ewiggestrigen zählte er sich nicht und ließ er sich auch nie zählen. Denn das Vergangene war zwar – zumindest zum Teil – “schön” und vor allem auch sicher, doch es war vorbei. Es existierte nicht mehr. Würde auch nie wieder geschehen. Unwiederholbar zu vieles. Und zu vieles von der Erinnerung schon verfälscht.
Oh ja, er wußte um das Dilemma, daß keine Erinnerung die Wirklichkeit genau beschreiben konnte. Immer spielte der menschliche Geist der Erinnerung einen Streich: In den Hirnen wurden Dinge weggelassen oder hinzugedichtet, Mikrofone erfaßten nur einen Teil der Geräuschkulisse, Filme und Photographien zeigten den vom Abbildner festgelegten Bildausschnitt, dem die Fülle und der gesamte außerhalb des Bildes liegende Rest der Umgebung fehlten.
Keine, wirklich keine einzige Erinnerung zeigte, was tatsächlich war. Alle sind sie be-/geschnitten, umgearbeitet, ergänzt, verfälscht, neu vertont.
Und trotzdem erlaubte er sich – war er gezwungen sich zu gestatten und es genauso zu tun – aufgrund dieser Lügen etwas oder jemanden zu kategorisieren, in Schubladen einzuordnen, zu begutachten, zu beurteilen, zu verurteilen.
Anmaßend war das, anmaßend ist das; eine gewaltige Selbstüberschätzung.
Mit diesem Gedanken kaute er das letzte Stückchen der Erdbeertorte, die ihm seine Mutter servieren ließ. Und er, er lobte den Geschmack – der ihm im Übrigen jedesmal anders unangenehm erschien – wieder in den höchsten Tönen. Mutter hatte die Torte ja schließlich nach seinem Lieblingsrezept gebacken; so, wie er sie als Schulkind schon mochte: mit ganz viel Zimt im Tortenguß.
Bald darauf verabschiedete er sich von seiner Mutter und verließ – noch immer kopfschüttelnd, denn er war seit Kindertagen allergisch auf Zimt – Station 23 C, die für die schwer dementen Fälle…
Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.
P.S.: Positiv am 25. Juni 2013 war ein opulentes Abendessen.
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(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).
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Irgendwie musste ich bei der Überschrift lachen.
Sie erinnerte mich an ein Gespräch in der Frühstücksrunde unter mir und meinen Kollegen.
Ein Kollege, welcher ganz frisch verheiratet war, bekam einen Anruf (er blieb sitzen und lies uns alle teilhaben).
Er erzählte allgemeines und was zu erledigen ist nach Feierabend.
Als es zum verabschieden kam, sagte er auf einmal „tschüß, bis nachher… (Pause,leise unverständliche Stimme aus dem Telefon) … danach kam total ohne Zusammenhang „Erdbeertorte“ und es wurde aufgelegt.
Als er aufgelegt hatte, fragte direkt eine Kollegin, was er mit Erdbeertorte meine.
Darauf sagte er „Meine Frau wollte noch was schönes hören vor dem auflegen.“
Das Gelächter war groß.
Also immer wieder wenn ich Erdbeertorte höre, denk ich an diese Geschichte, wer weiß ob er sich daran überhaupt noch erinnert.
Sehr berührende, zum Teil schmerzliche Gedanken.
Ist nicht wirklich passiert, verdeutlicht aber meine Angst (?) und meine Gedanken …
Das dachte ich mir.