Saalehochwasser: Eine Woche Katastrophenfall in Halle (Saale) und in HaNeu
To get a Google translation use this link.
Noch immer gibt es keine Entwarnung, denn noch immer steht die Saale am Gimritzer Damm. Einem Damm, der nach den Aussagen der dort arbeitenden Fachleute und Einsatzkräfte beinahe einem Wackelpudding gleicht. Ehe die Saale nicht unter 4,50 m (meine Meinung, das ist keine offizielle Zahl) gefallen ist, hat dieses Bauwerk auch keine Möglichkeit zu trocknen und so wieder stabil zu werden.
Aber in der Hafenstraße (auf dieser Karte mittendrin unter dem Ende des Wortes “Sophienhafen”), auf der anderen Seite des Gimritzer Damms, war ich am Freitag. Nein, so richtig Ruhetag konnte ich nicht machen, wollte ich nicht machen, nachdem ich die aktuellen Informationen über die Hochwassersituation kannte. Irgendwann muß ja mit dem Aufräumen, Schlammwegschippen oder -spülen usw. usf. begonnen werden. Und am Nachmittag war ungefähr der Wasserstand erreicht, bei dem ich am Montag das Gelände verließ.
Zu viel wollen wir dort allerdings noch nicht tun. Es wird ja für das Wochenende wieder Regen vorhergesagt, der die Pegel wieder steigen lassen könnte. Aber ich bin nunmal in diesem Verein, ich kann da nicht einfach zuhause sitzen und nichts tun. Also pack ich mit an und blieb vergangene Nacht als Nachtwache dort.
Wenn ich mich umsehe: Es ist die ganze Woche nicht viel von der Ausnahmesituation “Katastrophenfall” zu sehen gewesen hier in Halle-Neustadt, nicht da, wo ich wohne und unterwegs bin. Wenn nicht die geänderten Fahrpläne und Fahrstrecken des Öffentlichen Nahverkehrs wären, fiele den Menschen wahrscheinlich nichts davon auf. Ja, auch für mich lief das Leben erstaunlich normal weiter in dieser Woche.
Aber die Gefahren, die ich nicht direkt sehe, sind trotzdem da. Und so hoffe nicht nur ich, daß die ganz große Katastrophe, ein Dammbruch, für Halle-Neustadt ausbleibt. Und das nun endlich auch einmal darangegangen wird, die auf und in dem Damm wachsenden Bäume zu fällen und das Bauwerk dann – endlich! – zu reparieren.
Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.
P.S.: Positiv am 7. Juni 2013 waren die gelöste Stimmung, die Zuversicht, die Hoffnung.
© 2013 – Der Emil. Text & Bilder stehen unter der Creative Commons 3.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).
159 / 365 (WP-count: 377 words)


wieso bäume fällen? helfen die mit ihren wurzeln nicht mit, den damm zu stabilisieren?
danke für den bericht, fürs update.
wie sehr hoffe ich, dass der neue regen nicht heftig sei oder ganz ausbleibe. und dass du weiterhin fit genug zum mitanpacken bist.
dir und deiner stadt alles gute!
Das habe ich mich auch gefragt, weswegen Bäume gefällt werden müssen … Vielleicht um Übeflutungsgebiete zu schaffen. Ach, mich verwirrt das alles nur noch und ist mir inzwischen zu intransparent …
Ein aufgeweichter Deich, in dem Bäume ihre Wurzeln haben, bietet dem Baum keinen Halt. Jeder heftige Windstoß wirft dann den Baum um und reißt damit große Löcher in den Deich …
Ja, das klingt einleuchend. Danke für die Info, bester Emil.
Inzwischen werden ja mancherorts schon die Sandsäcke geklaut. Wenn ich sowas höre, frage ich mich, wie man drauf sein muss, um sich dermaßen [ich habe es gleich selbst zensiert] zu verhalten.
Toll, dass Du mitgeholfen hast, lieber Emil!
Es soll auch Vandalen (lieber gleichnamiger Volksstamm, es tut mir leid, daß wir die Saubande nach euch benannt haben) gegeben haben/geben, die Hochwasserschutzeinrichtungen demolieren und zB Schrauben klauen.
Das ist ja unfassbar!
Ich wünsche euch, dass das Schlimmste ausbleibt!
Komme ja derzeit kaum zum Bloggen oder Lesen, habe aber die letzten Tage öfters an dich gedacht. Wünsche euch alles Glück, dass ihr mit ’nem blauen Auge davon kommt und der Damm hält. Und dir die Kraft, auch weiter mit anzupacken. Ich denke, die Menschen, die akut bedroht sind, brauchen jede helfende Hand, die sie kriegen können.
Dämme müssen wohl echt gepflegt werden, wie ich gerade gelesen habe. Davon habe ich nun gar keine Ahnung. Aber es ist mir plausibel.
irgendwo ist ja nun ein Damm gebrochen.
Und woanders haben sie einen nicht zu Ende gebaut wegen einer Libelle, die bestimmt ein paar Wiesen weiter eine neue Heimat hätte finden können…
Hoffen wir, dass der neue Regen nicht so stark ist.
Wie gut, dass du dieser Vereinigung angehörst.
Alles, alles Gute wünsche ich ♥
Bärbel
Unfassbar, daß es Leute gibt, die einen Damm auch noch demolieren.