Jahreszeitenjammer I (Nº 011)

Ein halbes “Bytewerk” – zum Weiterbasteln

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Für den Winter hatte ich mich ein wenig vorbereitet. Einige Ideen zu Wintergedichten, zu Schneegeschichten, zu Märchen von zugefrorenen Flüssen hatte ich notiert. Aber bei diesem Wetter da draußen mag ich nichts davon wirklich fertigstellen und veröffentlichen.

Eine dieser Ideen verschenke ich heute – besser noch: eine dieser Ideen lasse ich jetzt frei. Dieser Text hier ist der fünfte in Folge, den ich am PC verfassen, direkt in die Tastatur eingebe. Aus der Idee in meiner Kladde habe ich ein halbes “Bytewerk” geschaffen, welches ich einfach nicht weiterschreiben kann. Es fehlt ganz sicher noch eine ganze Menge, weitere drei oder vier Strophen kann ich mir vorstellen. Allerdings hat meine Reimfähigkeit mich verlassen, meine Phantasie liegt flach und zeigt kaum noch Lebenszeichen.

Deshalb gebe ich die Idee frei: Vielleicht könnt ihr etwas damit anfangen, vielleicht habt ihr die passenden Ideen? Irgendjemand kann die Geschichte der kalten Füße bestimmt zuendeerzählen. Hier ist der Anfang, das Bruchstück, das mir nicht so richtig fertig erscheint und das ich “freilasse”:

 

 
Winterjammer

Noch immer ist es nicht Winter,
jetzt im Januar fehlt noch der Schnee.
Kein Schneemann steht für die Kinder
auf der Wiese vorm kleinen Café.

Die Bäume treiben schon Blätter.
Und Disteln wachsen am Hang.
Wir warten auf Schlittenfahrwetter.
Wir warten schon viel zu lang.

Es fehlen die tanzenden Flocken
und am Fenster die Eisblumenpracht.
(Die Liebste verzichtet auf Socken
im Bett neben mir in der Nacht.)

 

 

Es scheint wirklich nicht fertig zu sein. Nehmt es, schreibt Fortsetzungen, Einfügungen – ergänzt, was fehlt. Und verlinkt bitte hierher, wenn ihr das woanders tut …

Viel Spaß wünsch ich damit.

Der Emil

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 10. Januar 2013 war eine Menge erledigter Hausarbeit.

Creative Commons Lizenzvertrag© 2013 – Der Emil. Der Text steht unter einer Creative Commons 3.0 Unported Lizenz.
( Namensnennung – Nicht-kommerziell – Weitergabe unter gleichen Bedingungen)
 

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Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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0 Kommentare zu Jahreszeitenjammer I (Nº 011)

  1. irgendlink sagt:

    Gute Idee, Ideen freizulassen.
    Mir fällt im Moment nichts ein bzw. Folgender Fetzen: „Das Flaggschiff der Pendler / der Schneepflug um Sechs“
    Das mit den Socken ist aber ein klasse Schlusssatz.

  2. Tanja sagt:

    Hallo lieber Emil,
    ich vermisse auch die winterliche Stimmung, die Spaziergänge im Schnee, die tanzenden Flocken, Glühwein….

    Wenn man dem Wetterbericht trauen kann, dann werden wir das alles schon ganz bald haben.

    Liebe Grüße,
    Tanja
    PS: Ich freue mich auf deine Wintergedichte!

  3. die luzie sagt:

    aber heut morgen hat es doch geschneit, vielleicht spornt das die Phantasie wieder etwas an?!

  4. colorsigns sagt:

    Schneeglöckchen mutig am Blühen,
    wir hatten doch Schnee bestellt.
    Die Sommerbekleidung anziehen?
    Kein Weiß überzieht unsere Welt.

    einen lieben Gruß an dich
    Christin

  5. Sofasophia sagt:

    tolle idee, ideen freizulassen. darüber haben wir auch schon gesponnen. ideen sind vielleicht frei – sie kommen und gehen. wenn du sie nicht verwertest, gehen sie einfach ein oder zwei häuser weiter …
    das dichten ist nicht so meins, aber ich lese sie immer gerne, deine dichten gewebe, die eine starke bildsprache haben.
    dennoch: möge deine phantasie wieder erwachen, vielleicht wenn die schneeflocken kommen?

    • Der Emil sagt:

      Dieses „Freilassen“ (wie es auch beim Bookcrossing funktioniert) finde ich wirklich interessant. Leider kehrt nur sehr selten etwas Freigelassenes zurück …

  6. Amelie sagt:

    Etwas frei lassen, egal ob Gedanken oder den Liebsten, ist vielleicht der einzige Weg, weiter zu kommen. Aus der Sackgasse raus zu kommen.
    Ich bin jetzt auch nicht gar so kreativ im Dichten, mag Deine Zeilen immer wieder gern lesen. Und ich finde die Bettsocken sehr sehr schön!

  7. Emil, ich stimme ein in deinen Jahreszeitenjammer.
    Das alles vermisse ich auch.
    Mit Herz & Segen!
    M.M.

  8. luiselotte sagt:

    Heute wünsche ich dir von ganzem herzen ein wunderschönes Wochenende! ….♥ Luiserl ♥

  9. Frau Blau sagt:

    lieber Emil,
    diese Art von Dichtung ist nun auch nicht wirklich meins, auch wenn ich deins sehr gerne mag, dazu kommt, dass wir hier Winter haben und ich die Sehnsucht danach nicht teilen kann- spontan fällt mir dies hier ein: dick aufgeplustert sitzt Krähe im kahlen Baum, Betrachtung aus warmen Raum … wie auch immer noch, du kannst es verwenden oder nicht 😉

    herzliche Grüße Ulli

    • Der Emil sagt:

      (So als Hausmeister und Schlosser bevorzuge ich auch Dichtungen aus Kautasit und Hanf oder Werg …)

      Aber manches finde ich in Reimform und singbar auf gängige Melodien einfach besser; ich liebe zB Bänkel- und Moritatensänger! Und so hatte ich bei der „Reim-Dich-oder-ich-freß-Dich“-Orgie eine Leierkastenmelodie im Ohr – mag sein, daß die die freie Entfaltung meiner Phantasie verhinderte oder erschwerte.

      Danke für das Bruchstücklein!

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