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Was war ich erstaunt: Ein 21jähriges Bürschlein schrub mir sowas von aus meiner Seele …
Gift
Ich brauche morgens keinen Kaffee
Und vom Frühstück wird mir schlecht
Ich hasse Zigaretten
Und gehe selten vor zwei ins Bett
Ich schlafe gerne lange
Und beweg‘ mich gerne langsam
Diese Welt ist mir zu schnell
Ich red‘ gerne viel und häufig
Ich les‘ gerne Bücher
Doch von Bestsellern wird mir übel
Die Bibel lese ich selten
Und Nietzsche macht‘s mir recht
Ich bin das Synonym für Out
Das Attribut des Denkens
Ich falle durch alle unsere Raster
Und aus Gerüchten mache ich mir nichts
Kreuzigt mich für meine Gedanken
Ich habe es verdient
Dieses unverschämte Leben
hat mich zum Gift gemacht.
© Florian Zach, 2012. Gesehen, gelesen und Nutzung bei facebook genehmigt. Vielen Dank dafür.
Gut, es stimmt nicht ganz. Ich brauche meinen Kaffee und muß frühstücken, d.h. etwas gegessen haben, bevor ich meine erste Zigarette rauche.
Aber sonst?
Florian Zach hat meinen Kopf durchsucht und meine Gedanken in Zeilen gesetzt.
Genau den Zustand, der in mir herrscht nach der dritten Flasche vom «uisge beatha».
Der Zustand, in dem ich festhänge.
Der Zustand, den ich mir hart erkämpft habe.
Der nach der Depression bleibt.
Der atmen läßt.
Ein Zustand, in dem ich Nietzsche und die Bibel (und den Koran, das Buch Mormon, den Talmud usw. usf.) und Kant und Byron und Tolstoi und Zimmer Bradley lesen kann. Wo ich Henry Purcell, Tiamat, Hannes Wader, Sopor Aeternus, Arnold Schönberg, Kastelruther Spatzen und noch mehr höre.
Ich habe es wirklich verdient, mein Leben zu leben. Auch wenn ich damit viele andere vergifte: Ich säe den Widerstand gegen die Obrigkeit und das «modern» sein. Ich bremse.
Und wenn ich durchs Raster gefallen bin und ans Kreuz genagelt wurde, dann läuft mir manchmal dieses unverschämte Leben über meinen Weg und zeigt mir:
Erstaunlich. Ganz allein war ich noch nie …
Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.
P.S.: Positiv am 16. April 2012 waren viele interessante Gespräche und ein Fundstück.
© 2012 – Der Emil. Text & Bilder stehen unter der Creative Commons 3.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).
über diese Lizenz hinausgehende Erlaubnisse können in meinem Blog erfragt werden.
107 / 366 – One post a day 2012 (WP-count: 391 words)


Intensives Leben, stets „on the road“ im Inneren mit Anzeichen von Sucht nach eben jenem Leben….
Gruß von Sonja
On the road? Online … Überall und immerzu.
(Ich lese gerade „Schreiben unter Strom“ – das scheint schon abzufärben.)
Donnerwetter! mit 21 solche Gedanken, ich bin beeindruckt.
Emil, mir gefällt dein bunter Hintergrund.
Wünsche dir einen guten Start in eine schöne Woche.
Grüßle
SK
Nicht nur solche Gedanken. Das Bürschlein ist Verleger:
Dein Lieblingsbuch – Homepage
Wirklich ein gutes Gedicht! Danke fürs Posten und mir bekannt machen
Zu Langsamkeit fällt mir eine TV-Sendung von gestern abend ein. N3 Fernsehen: Unsere schönsten (seltsamsten) Dörfer:
Platz 1 belegte Greetsiel in Ostfriesland, weil:
die Gemeinde einen Rentner beschäftigt, der mit roter Warnweste ausgestattet, die Aufgabe hat, langsam mit dem Fahrrad vor den Autos auf der Straße zu fahren und so das Tempo zu drosseln bzw. zum Erliegen zu bringen. Coole Idee – kein Ostfriesenwitz!
*lach*
„Ich bin Ausbremser.“ Klasse Berufsangabe …
Gedanken sind alterlos! Manch einer denkt in 80 Jahren nur einen Bruchteil dessen, wozu jemand anderes in zwei Jahrzehnten fähig ist – und es auch niederschreibt!
alterslos … mag sein, sicher. aber nicht jedem ist es gegeben, seine gedanken dann auch noch so zu formulieren
Siehste, ganz allein warst du noch nie.
Das ist die Essenz.
Für solche Erkenntnis brauchte ich aber diesen Denkanstoß – oder besser gesagt, für die Fähigkeit, das so zu formulieren.
Sie sind nicht so ungewöhnlich, wie es jetzt erscheinen mag, die jungen Dichter oder dichtenden jungen Menschen. Wenn sie nicht durch Traumata oder sonstige Katastrophen in ihrer Kreativität, Identität, Energie und ihrem Schaffensdrang gehemmt werden, dann ist bei Vielen sehr viel Potential da.
Nichtsdestotrotz ein gutes Gedicht usw. Schön, das gelesen zu haben und auch von diesem Verleger jetzt zu hören …