Total normal
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Freitagabend, es ist kurz nach 19 Uhr. Weil die Liebste dran ist mit der “Hausordnung” und ich grad nichts anderes zu tun habe, stehe ich mit Klatsche, Mop und Eimer auf der Treppe. Hier im Haus wird seit alters her die Reinigung des Treppenhauses und manchmal, nämlich bei “großer Hausordnung”, auch anderer Bereiche des bebauten Grundstückes von den Mietern bzw. den Wohnungseigentümern erledigt.
Da steh ich also, feudelschwingend, vor mich hinsummend. Ja, leise bin ich nicht gerade, eher zeugen die Arbeitsgeräusche von emsigem Tun. Und diese Arbeit habe ich zwei Jahre lang auch gegen Bezahlung als “Raumpfleger”, vulgo “Putze” erledigt. Und zwar in ganz anderen Dimensionen mit über 800 m2 in einer Nachtschicht.
Wie das in Mehrfamilienhäusern manchmal so ist, gibt es auch hier eine besonders wachsame Dame. Diese bemerkt natürlich, daß da etwas anders ist als sonst und muß deshalb um diese Uhrzeit nocheinmal an ihren Briefkasten. Und sie muß natürlich wenigstens ein paar Worte mit mir wechseln.
Ob ich hier neu eingezogen sei oder bezahlt werde von meiner Liebsten? Diese Fragen kann ich getrost verneinen. Warum ich dann diese Arbeit machte? Na: Weil sie notwendig ist. Aber als Mann? Als Mann könne ich mich doch nicht so weit erniedrigen und die Arbeit der Hausfrau übernehmen?
«Ach wissen Sie, gute Frau, ich lebe seit einigen Jahren allein. Da muß ich mir auch etwas kochen, meine Wäsche selbst waschen und bügeln, meine Wohnung sauberhalten und die Hausordnung erledigen. Wissen Sie, sogar meinen Abwasch muß ich zuhause alleine erledigen und meine Fenster putze ich auch selbst.»
Ach, mein Leben wäre sicher nicht so unnormal, wenn ich denn wieder eine fleißige – der Seitenhieb auf meine Liebste war deutlich zu hören – Frau haben würde. Sagt die Dame, die eine Etage über meiner Liebsten wohnt.
«So, wie es jetzt ist, ist mein Leben total normal. Und jetzt mach ich hier weiter, damit ich fertigwerde und endlich weiterhäkeln kann an meiner Tischdecke. Schönen Abend noch.»
Das, das war der netten Dame sichtlich zuviel, denn statt wie angekündigt zum Briefkasten geht sie wieder die Treppe hinauf …
Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.
P.S.: Positiv am 17. März 2012 war ein Familienausflug.
P.P.S.: Nein, SO habe ich das nicht erlebt.
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Tztztztz … 😉
Deren Sorgen möchte ich auch haben! – Das mit der Tischdecke war klasse!
; ) auch ein Tztztztz …
Hmmm? … naja…
😀
Der mit der Tischdecke war gut 🙂 Jetzt hast Du aber das Weltbild der guten Dame ordentlich durcheinander gebracht.
Ich sitze hier und schmunzel vor mich hin… mir fallen solche Schlagfertigkeiten meistens erst hinterher ein.
😀 Ich sehe dich jetzt häkelnd. Gute Reaktion, auch wenn die dame jetzt sicher etwa zum Grübeln hat.
Einen schönen Sonntag wünsche ich.
Hihi! Gut gekontert, lieber Emil
Was hat die lebensvertrocknete alte Dame von über der Liebsten doch für ein Glück, dass sie Euch beobachten kann, gar Empörungsstöffchen findet- was hätte sie denn sonst noch…..(ein paar champagnerisierte Ironietröpfchen bitte mitdenken).
Gruß von Sonja
Die Dame hatte sicher eine schlaflose Nacht. 🙂
lg Gabi
Ich glaube, das will ich garnicht wissen …