Dancing fantasy (Nº 90 #oneaday)

Vereint (Phantasie beim Tanzen)

If you want to try Google translations of this phantasy use this link.

Nach dem Ende der Schicht hinterm Tresen stand ich wie viele andere am Rande der Tanzfläche. Wie viele andere, die nicht mutig genug sind. Nicht mutig genug, sich ungelenk und wahrscheinlich lächerlich grotesk zu bewegen zur Musik, die aus den Boxen schwillt. Die sich schämen, allein zu tanzen …

Ich wiegte mich zur Musik, versunken im Lied, das der DJ gerade aufgelegt hatte. Ziemlich allein stand ich da, nur diese eine Frau neben mir. Klar, wir kennen uns.

Und in diesem Moment standen wir beide am Rand der Welt.

Auch sie begann, sich zu bewegen, geschmeidig, wie Wellen, die vorsichtig und sanft an einen Strand rollen. Sie bewegte sich an mich heran, bewegte sich millimeterweit entfernt von mir, mit mir.

In mir stiegen Erinnerungen auf, die ich lange verdrängt hatte. Die machten mir traurige Augen und trieben die Feuchte in die Augenwinkel. Blöd war, daß gerade sie es bemerken mußte, mich danach fragte.

Ich konnte ihr nicht ehrlich antworten.

Denn in diesem kurzen Moment der Berührung durch sie – ganz gleich, ob beabsichtigt oder nicht – spürte ich einmal mehr und überdeutlich, was mir fehlt.

Und ich erfuhr wieder, daß ich dieses Fehlen nicht immer so leicht überspielen kann.

So stellt sich heraus, daß ich ihr danken müßte für diesen kleinen Moment, in dem ich mit meiner Sehnsucht vereint war. In dem ich dieser Sehnsucht freien Lauf lassen durfte.

Denn das passiert selten genug …

Während ich das schrieb, lief im Hintergund dieses Lied:

Nur weiß ich nicht mehr, wem ich das sagen und wen ich darum vielleicht bitten könnte … (Peinlich, peinlich: Das war erst das falsche Video – Copy&Paste sind auch bei mir nicht immer glückliche Aktionen.)

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

© 2011 – Der Emil CC by-nc-nd der_emil(at)arcor(dot)de
(nicht für das Video)

090 / 365 – One post a day (WP-count: 317 words)

Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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0 Kommentare zu Dancing fantasy (Nº 90 #oneaday)

  1. fudelchen sagt:

    Es ist so schön, wie du über deine Gefühle schreibst…es klingt sehnsuchtsvoll, melancholisch ♥

  2. dergrund sagt:

    Sehr schön geschrieben!

  3. twixraider sagt:

    Aus eigener Erfahrung sage ich: Ohne echte Not schmachten ist emo und emo ist scheisse. Bekannt oder nicht, Gelegenheiten sind zum beim Schopf packen da, auch wenn nur eine durchlaberte Nacht und ein zünftiger Kater bei rausspringt. Man weiss nie, wozu es gut ist.

  4. Follygirl sagt:

    Oh Mann, das klingt für mich echt traurig, und das tut mir leid.
    Ich selber kann es mir nicht vorstellen, alleine zu leben… das ist sicher schwer.
    LG, Petra

    PS: ach noch was , mein Motto: „Dream & Believe“ — doch, da ist was dran…

  5. geknipselt sagt:

    Fühlen ist gut. So oder so. Und darüber denken erst recht. Das ist positiv!
    Und jetz lies dieses….und weine :

    http://2puzzle4.wordpress.com/2008/03/28/geas-traum/

  6. Ilona Form sagt:

    Lieber Freund Emil, denn Du b ist ein Freund. Aber Du bist viel zu viel alleine,
    einsam. Auch wenn rundherum Menschen stehen,die Du kennst und mit Dir reden.
    Du schreibst wirklich schön, das einem selbst die Augen feucht werden. Lass Deine
    Phantasie raus,von der Leine. Ich lese so gerne Deine Artikel ob mit oder ohne
    feuchte Augen…..Du bist wunderbar und ich mag Dich…….Illo.****

  7. Himmelhoch sagt:

    Zu der Melancholie dieses wunderbar ehrlichen und offenen Artikels passt der immer noch winterliche Header mit dem ebenfalls noch herrschenden kalten Winter im Hintergrund deines Blogs. Vielleicht hilft es dir, wenn du dort ein wenig Gegenwart, Sonne und Licht hineinlässt – mir hat es geholfen, als der Hintergrund einen blühenden Frühlingsbaum zeigte und jetzt bunte Priemeln.
    Ein Versuch macht klug.

    • der_emil sagt:

      Das Frühjahrs-Hitergrundbild ist doch schon in Arbeit. Aber ich liebe den Winter.

      Dieser Text hat mir auch mal wieder gezeigt, daß ich meinen analogen USB-Stick (Stift und Notizbuch) besser immer bei mir habe, damit ich Einfälle / Erlebnisse sofort notieren kann.

  8. Veit Keller sagt:

    Vieles spielt sich im Kopf ab. Ob allein oder in einer Beziehung, diese Momente sind unberechenbar. Gefühle strömen aus dem tiefsten Innern – zeigen einen Funken der Wahrheit und stürzen sich dann blindlings in ein Gewebe aus träumendem Sein. Dieser Zustand schafft Stimmungen und diese helfen uns beim Sein, Entscheiden und viell. mal etwas anders über Dinge zu grübeln.
    Der Frühling ist da und zeigt seine Knospen. Erblühe Emil. Auch ein alter Baum trägt mehr als Weisheit in sich. Auch er versprüht Pollen und neigt sich zum Licht!

    Mögen dir solche Phantasien und Momente nun öfters in den Sinn kommen! Das was manche Menschen in Filmen, Musik, Internetbekanntschaften, Zweckfreundschaften, Perversionen, Drogen, Alkohol, Prügeleien, Leiharbeiten, Schulen, Fastfoodketten, Großkonzernen, Nostalgischen Erinnerungen, übersteigertem Selbstwertgefühl, sozialen Netzwerken, Castingshows, Discountläden usw. suchen, ist nur ein Abziehbild der Realität!

    Die Phantasie – das gedachte Szenario, das tief in unserer Seele sich weckt – das ist der Sprengsatz um wahrhaftig man Selbst zu werden. Folge deinem Irrsinn und du findest die Vernunft, die dein Leben besserwerden läßt!

    Die Weisheit eines Narren liegt in der Reflektion zu sich selbst!
    in diesem Sinne -> viel erfolg 🙂

  9. mayarosa sagt:

    Lieber Emil,
    dich scheint auch der oder das Virus gepackt zu haben, von dem ich dieser Tage überall lese und der mich auch selbst erwischt hatte. Der Frühling lässt grüßen.
    Und für das nächste mal, wenn du Lust zum Tanzen verspürst: Just do it. Es gibt kein blödes oder groteskes Tanzen. Tanzen ist Gefühl. Und mit Gefühlen kennst du dich doch aus. Kannst sie sogar in Worte kleiden. Warum nicht auch in Bewegung?!
    LG mayarosa

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