Web-Log (Nº 84 #oneaday)

Das Logbuch eines Tages

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Gestern war ein sehr verwirrender Tag. Gestern, weil ich die Texte immer nach Mitternacht (UTC+1.00 oder UTC+2.00) veröffentliche, und weil ich irgendeine allgemeingültige Zeitreferenz brauche.

  1. In meinem Blog «Die Diva in Grau» nahm ich mit dem Beitrag Sonnenorgel an der 46. Aktion Foto am Donnerstag von follygirl teil. Und erst dabei fiel mir auf, daß ich bisher im Quelltext fast immer eine kleine Ungeschicklichkeit beging.
     
  2. Fand ich doch eine Möglichkeit, einen WordPress-Blog mit eigener Domain für null Euro zu bekommen. Und ich kann mich mal wieder nicht dazu entschließen, dieses Angebot anzunehmen. Weil ich nicht genau weiß, auf wen die Domain registriert wird. Und weil ich im Moment sowieso Probleme habe, Entscheidungen zu treffen.
     
  3. Als ich unterwegs war zum Einkaufen, lief ich denselben Weg wie auch am Montag. Und ich weiß, daß es am Montag Schneeglöckchen und einige wenige Gänseblümchen gab. Und heute fand ich Veilchen (auch in weiß) massenhaft, Hyazinthen, Narzissen, Vergißmeinicht – und alles gleich hier hinterm Haus!
     
  4. Ach – hungrig war ich zum Einkaufen gegangen. War mir schon klar, daß das nicht ohne Auswirkungen auf mein Einkaufsverhalten bleibt. Natürlich mußte eine Tafel Schokolade mit, die ich auf dem kurzen Weg zwischen Markt und Wohnhaus in mich hineinfraß. Boah! Ich habe es genossen! Und gleichzeitig brüllt das schlechte Gewissen: "Tolle Aktion für’n Diabetiker!"
     
  5. Ganz nebenbei las ich dann etwa um 18 Uhr, daß ein hochinteressanter Blog heute geschlossen wird. Heute. Schlagartig. Die Autorin bat zum Abschluß, von Kommentaren bezüglich ihrer Entscheidung abzusehen. Ich war tatsächlich für einen Moment geschockt, denn das ist ja eine Art digitaler Suizid. Was muß in einer Bloggerin vorgehen und was muß ihr geschehen sein, auf daß sie diese Konsequenz zieht!?
     
    Und so überlegte ich, was denn in einem solchen Falle mit meinen Texten und Bildern werden sollte? Die sind zwar alle hier auf meinem Rechner (als Quelltexte, was sonst, und natürlich als Bilddateien) vorhanden. Aber was geschieht, wenn WordPress.com verschwindet? Vielleicht auch über Nacht? Und was wird mit den ganzen Kommentaren, die manchmal auch wie ein zusätzlicher Blogpost sind?
     
  6. Den ganzen Abend saß ich dann noch über meinem Rucksack, an welchem einer der Trageriemen abgerissen war. Mit Nadel und Faden hab ich mich abgemüht, diesen wieder fest anzunähen. Heute nachmittag werde ich die Haltbarkeit testen.

Das war der Donnerstag. Irgendwie seltsam, und irgendwie völlig normal. Es hätte auch jeder andere Tag sein können.

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

© 2011 – Der Emil CC by-nc-nd der_emil(at)arcor(dot)de

084 / 365 – One post a day (WP-count: 422 words)

Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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0 Kommentare zu Web-Log (Nº 84 #oneaday)

  1. gisi sagt:

    An so einem schönen Tag wie er auch heute war,
    sollte man den Rucksack einfach Rucksack sein lassen,
    ich meine nicht den gerissenen Riemen an deinem
    Rucksack, sondern den, in dem so viele Gedanken
    sind!
    Was ist, wenn alles Gespeicherte nicht mehr
    zu lesen ist, die Bilder, auch die Kommentare plötzlich
    weg sind,
    was ist, wenn man ganz geht oder gehen muß?

    Es bleiben zurück, Erinnerungen!

    Wieso schlechtes Gewissen, die Schokolade war
    lecker, auch Sünde muß ab und zu erlaubt sein!

    Gute Nacht, Emil, hat Spaß gemacht deine Gedanken zu
    lesen!

  2. puzzle sagt:

    deine Nachteulen-Postings snd entweder ein schöner Abschluß oder gut mit dem Morgenkaffee.
    Für eine Ahnungslose liest sich die 0€-Angelenheit so, als wüßte ich in dem Fall nicht, wozu / wie es eine eigene Domain wäre, bei der man nicht weiß, wer letztendlich doch Einfluss nehmen könnte?
    Die Schließungen von Blogs – hast du vielleicht beim mir schon mitbekommen – hat viele Gründe: persönliche und externe. Wie du wahrscheinlich gesehen hast, wurden die Windows Live Spaces – Blogs geschlossen. Erst über drei Jahre hin beinahe zutode geupdated, so daß viele wegen der Mißfunktionen vorher schon abgewandert sind, ab Oktober begann der unfreiwillig initiierte Exodus. So wie ich das Angebot einer nahezu vollständigen Migration meiner Seite/n angenommen habe, sehr komfortabel übrigens – das ganze alte Netzwerk ist theoretisch seit Monaten über meine neue Adresse und Aktivität auf dem Laufenden … Verluste sind selbstgewählt, aus Erleichterung oder Trägheit – egal. Seit dem 16. März sind diese Seiten, egal ob freiwillig oder unfreiwillig gelöscht. Windows Live hat sie aus dem Angebot geworfen. Kommt immer wieder vor. – ahch, ich könnte mich festquatschen, aber muß weg jetzt. Mal sehen ob ich nachher weiterschreibe.

  3. … wenn geschlossen wird *muss* man wieder neu anfangen, ich bin ja von MSN gekommen, von dort wurden wir ja hierher rekrutiert ^^ und wer nicht wollte konnte seinen Blog abspeichern, das bei mir leider nicht geklappt hatte und seit diesem Monat gibt es keinen Space mehr. Nun bin hier, ganz freiwillig… mehr oder weniger^^

    Ich war vor MSN auf Yahoo360° da war es wie ein zuHause :), als dort geschlossen wurde war ich ziemlich zerknirscht , aber nach längerer Zeit fühlte ich mich bei MSN Spaces ganz gut.
    Nun bin ich hier bei WP und habe neue Leser gefunden und vielleicht werden auch Freunde draus. Ich kann das bloggen nicht sein lassen, hatte auch schon den Gedanken hier auf zu hören.
    Doch ich bleibe , denn ich finde es einfach interessant was Blogger so bloggen und für mich die am Ende der Welt wohnt, ist BLOGGEN überlebens wichtig, sonst würde ich geistig bestimmt verkümmern .
    Menschen sind so verschieden und so sind auch die Blogs !

    TB liebt das www deswegen 😉

    … ach Schokolade ist immer eine Sünde wert *hihi*

    Einen schönen Tag wünsche ich Dir !
    TB 🙂

  4. puzzle sagt:

    Zum persönlichen Umgang mit gelöschten Blogs noch etwas. Meine Sympathien liegen in dem oben umschriebenen Fall auf seiten der Blog-Schliessenden – möglicherweise hat sie die Erfahrung, die sie bitten läßt, von Kommentaren dazu abzusehen, anderswo beobachtet oder bereits selbst schon einmal erfahren. Ich auch. Mehrfach. Bei anderen und mir selbst. Es gibt verschiedene Arten, das zu tun. Einmal sind da diejenigen, die mehrfach jährlich bei Irritationen jeglicher Art ankündigen, sie wollten schliessen. Die wollen gebeten werden und tun es meist nicht. Aber schön war’s für sie. Nicht mein Ding, aber manche wollen Webkuscheln erlangen, um jeden Preis. Die anderen sind einfach weg. Mein Verständnis haben sie, denn oft genug ist es ein plötzlicher emotionaler Aufreger, der an einem Platz im Leben endlich mal gefahrlos einen rein ichbezogenen Ausraster gestattet. Eine Sache der Selbstfürsorge. Der reale und virtuelle Bekanntenkreis ahnt oft nicht, wie geduldig und genervt zugleich derjenige vielleicht vorher war, ohne darüber zu bloggen. Diese Version habe ich auch schon durch, und Stalking war der Grund, da man zu dem Zeitpunkt keine Möglichkeit hatte, privatzusetzen und keinen aussperren konnte. Wer selbst nicht so denkt, kann nicht nachvollziehen, welche Art Terror jemand veranstalten kann, der dazu entschlossen ist, sich zum Mittelpunk des Denkens machen zu wollen. Man entzieht sich dem im Web einfacher als in der greifbaren Umgebung. Ich habe gelernt, daß es Leute gibt, die überzeugt davon sind, virtuelle Existenzen und Umgangsformen seien „nicht real“ und alles sei nur ein grosses Rollenspiel. Das sehe ich vollkommen anders.
    Weiters ist es ein Mißverständnis, anzunehmen, daß Leser und Besucher einen Anspruch darauf haben, dabei mitreden zu können, was jemand mit seiner Seite und ihren Inhalten tut – wer auf die Gedanken und Formulierungen in seinen Kommentare wert legt, sollte sie einfach auf seinen PC kopieren: etwas entpersonalisiert sind sie oft wunderbare Stückchen für sich, und nichts muß einen davon abhalten sie auf neutrale Weise selbst zu bloggen – aber daß es Sache eines Bloggers sei, sie für alle Zeiten konservieren, entspricht nicht meiner Ansicht. Das Problem damit ist, daß nicht wenige sich selbst „weggeworfen“ und nichtgewürdigt fühlen, wenn man ihre im Web schriftlich fixierten Gedanken löscht. Doch wo ist bei Kommentaren der Unterschied zu einem verbalen Gespräch zu machen? Wenn man miteinander bei einem Tee oder bei was auch immer auf dem Sofa die tiefsten Gedanken austauscht, sind sie auch nicht festgehalten außer dort, wo sie eigentlich sein sollen: im eigenen und des anderen Gedankengut. Wenn es jemandem wichtig ist, diese Erkenntnisse mt anderen zu teilen, weil es ihn selbst bewegt, kann er es auf neutrale Weise bloggen, und das ist es oft genug, was einige tun; unsere innere Fortbewegung in Form zu giessen und vor unseren Augen durch den Akt des online-Stellens gefühlsmäßig zu verifizieren. Die einen tun es, um es für sich selbst wahrzunehmen, die andern, um sich dafür loben zu lassen … Überschneidungen mögen gegeben sein 😀
    Was für ein Thema. Meine Reaktion auf die Vorankündigung, jemand wolle seinen Blog schließen, ist wegen all diesen Varianten immer verständnisvoll. Ich wünsche dem Menschen Glück bei der Bewältigung dieser Angelegenheit, egal wie klein oder groß, und hoffe, er / sie wird Interesse daran haben, mich wiederzufinden. Wenn aber nicht, dann muß man das akzeptieren. Die uralten Tiefen unserer eigenen, teils unerforschten, Psyche flüstern uns etwas von Verlust und Zurückweisung, und es ist bei solchen Gelegenheiten unsere Aufgabe, darüber nachzudenken, genauso wie es die Herausforderung für den „Flüchtling“ ist, sich letztendlich selbst zu erforschen, weshalb er die Dinge so erlebt, so zu lösen versucht und – neben dem Informations-Pool das für mich Beste am WorldWideWeb – die Chancen zur seelischen Entwicklung zu nutzen. „Entwicklung“ ist ein sehr schönes Wort, in dem Zusammenhang.
    So, genug jetzt. Hab einen schönen Tag.

    • puzzle sagt:

      ich überlasse es dir, die Patzer zu bereinigen oder zu lassen – das war zu früh, zuviel und zu emotional beim Tippen, offensichtlich. „Flüchtling“ wäre ein Beispiel …

      • der_emil sagt:

        Hab ich gemacht, das Beseitigen. Und in Vielem, das Du in Deinen Kommentaren anbringst, stimm ich Dir ja auch zu, stimm ich mit Dir überein.

        Denn es ist weniger der aufgegebene Blog, der mich ins Grübeln bringt. Es ist meine Interpretation («digitaler Suizid»), die mich zur Frage nach dem «Was dann?» führte. Diese Vergänglichkeit, Anfälligkeit – die Angst, daß nichts davon bleibt … Und meine Strategien dagegen …

      • ja, so isses wohl. früher oder später und mehr oder weniger.

        also, puzzle, echt guter Kommentar. wobei ich das mit dem „Flüchtling“ dann aber wieder nicht verstanden hab. ich bin allerdings auch froh, wenn ich nicht alles verstehen muss!!

        wie meinte Mappus: „Es isch, wie es isch“ ^^

  5. Follygirl sagt:

    Jupp… die Geige… ich komme nichtsahnend vorbei, und lese mich durch… lese mich durch und noch bis zum Schluß.. jooo?
    Okay zu Deinen Probelmatiken kann ich nix schreiben, ich versteh sie leider nicht…
    Irgendwie machst Du Dir reichlich Gedanken??? Aber da sieht man es wieder ein schlichtes Gemüt hat es leichter (siehe mich an… leicht und unbeschwert wie der junge Frühling… dafür natürlich deppert)
    LG Grüße, Petra

    • der_emil sagt:

      Ja, ich mache mir reichlich Gedanken. Viele sagen, ich mache mir um zu Vieles Gedanken. Aber es ist so vieles, das mich betrifft und um das ich mich kümmern zu müssen glaube …

      Leicht und unbeschwert? Für Dich könnte auch ein gesetzt und abgeklärt zutreffen. Ein „in Dir selbst ruhend“, geerdet … Alles Dinge, die ich (noch) nicht (immer) bin.

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