123.2026: Bitterhonig

Aus einem heute weggegebenen Buch.

 

Ich habe es wohl irgendwann aus einem Öffentlichen Bücherregal mitgenommen, dieses gerade einmal 100seitige Lyrikbändchen, und sicher nur wegen seines Titels: Bitterhonig & der Klang des Taumelns (veröffentlicht bei Avantpop, einem Musik-Label). Die beiden Autoren Bird Berlin und Krupski legten damit 2015 ein Buch vor, das mich ob seiner Vielfalt alles in allem ziemlich verwirrte. Nach ein paar Jahren in meinem Bücherregal habe ich es heute mit einigen anderen Werken wieder in ein Öffentliches Bücherregal gebracht.

Ein Gedicht daraus – eines vom Texter u. a. für die Postpunk-Band „Schubsen” – zeige ich euch jetzt:

 

 
Parole Rhythmus
Krupski (Robert Krupar, ∗ 1984)

Vorangeschrittene Stunde
zu festem Termin.
Vertraute Gefährten
am kaputten Kamin.
Glorreiche Zeiten
und neue Blessuren.
Parole Rhythmus
hinterlässt seine Spuren.

Vergiftete Drinks
mit reichlich Vitamin.
Wechselwirkungen
nach verabreichter Medizin.
Danach strauchelt
der gekämmte Otto
durch die Agenturen,
nicht nur im Spiegel
grinsen die Karikaturen.

Aus: Bird Berlin & Krupski: Bitterhonig & der Klang des Taumelns. S. 52
1. Auflage 2015. © Avantpop Nürnberg
(Website von Label und Bookingagentur für Musik und Kunst [Selbstbezeichnung])

 

 

Ich weiß noch, wie ich ziemlich lange saß und es las und es mir auch laut vorlas – und doch fand ich nicht heraus, was genau an diesem Gedicht mich störte: Da war etwas, doch ich konnte es nicht erfassen. (Heute weiß ich es, na klar, es ist ja dann doch offensichtlich, nicht wahr?)

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil


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Über Der Emil

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