Wenn die Phantasie nicht aussreicht, bis zum Ende zu denken.
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Stell Dir vor, Du hättest für ein paar Minuten keine einzige Frage mehr, auf die Du eine Antwort zu brauchen glaubst – nein, stell Dir vor, Du hättest einfach wirklich keine, keine einzige Frage mehr. (Das gibt es, ich erlebte es schon, nach sehr gutem Sex oder außergewöhnlich gutem Essen o. ä.) Das wäre doch – in meiner Vorstellung und Erinnerung – ein Zustand vollkommener Zufriedenheit, vollkommenen Glücks oder wenigstens Glückseligkeit. Vielleicht kann dieser Zustand – der, ohne eine einzige Frage zu sein – auch mal eine oder zwei Stunden andauern. Das ist wirklich sehr, sehr schön.
Aber tage-, wochen- oder gar monatelang? Ohne Pause, einfach immerzu ganz ohne eine einzige Frage? — Das, so denke ich, liegt außerhalb meines Vorstellungsvermögens. Und vielleicht sogar weit außerhalb jeder Möglichkeit einer menschlichen, menschenwürdigen Existenz. Ist, wer nichts mehr fragt, wer bei klarem Verstand keine, wirklich keine Frage(n) hat, niemals Fragen hat, denn noch am Leben?
Ich erinnere mich noch gut daran: Selbst in den schlimmsten Phasen meines Lebens stellte ich (mir selbst vor allem) immer Fragen. Vor allem unnötige, überflüssige, unbeantwortbare Fragen. Nur ab und zu mal, immer nur für recht kurze Zeit, erlebte ich, was ich oben schon beschrieb.
Und so denke ich heute: Ich frage, also lebe ich als Mensch.
Erinnerung des Tages:
Als Dorfkind spielte ich ja noch mit selbstgebauten Katapulten (Astgabel, Einweckring) und Erbsengewehren.
Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.
P.S.: Am 5. Mai 2025 war ich zufrieden mit einer plötzlichen Planänderung, mit der Ruhe am Nachmittag, mit einer Kanne Weihnachtstee.
© 2025 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).


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